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Raketentest in Nordkorea „Pukguksong-2“ als Drohung Kim Jong-Uns

Trotz angedrohter Sanktionen hat Nordkorea erneut eine Rakete getestet. Machthaber Kim Jong-Un erklärte den Test zu einem Erfolg. China pocht auf Mäßigung. USA, Japan und Südkorea rufen den UN-Sicherheitsrat ein.
22.05.2017 Update: 22.05.2017 - 10:58 Uhr Kommentieren

Hinweise auf technische Fortschritte – so besorgt sind die G7-Nationen

Seoul Nordkorea will bei einem erneuten Raketentest die Steuerung von Atomsprengköpfen überprüft haben. Die Rakete sei sehr genau, teilten Staatsmedien mit. Staatschef Kim Jong Un habe sie für den Einsatz freigegeben, hieß es in einer Meldung der Nachrichtenagentur KCNA. Mit den Äußerungen deutete das weitgehend isolierte Land an, dem Ziel nähergekommen zu sein, auch die USA mit Raketen angreifen zu können.

Nach Bekanntwerden des Tests der Mittelstreckenrakete hat China am Montag das Nachbarland zur Mäßigung aufgerufen. Die Regierung in Peking lehne die nordkoreanischen Raketenaktivitäten ab, bekräftigte Außenamtssprecherin Hua Chunying am Montag die Haltung ihres Landes. Diese verstießen gegen UN-Resolutionen. Mit dem zweiten Raketentest binnen einer Woche dämpfte die Führung in Pjöngjang Hoffnungen auf einen Frieden auf der koreanischen Halbinsel. Diese waren aufgekommen, nachdem der neue südkoreanischen Präsident Moon Jae In einen gemäßigteren Ansatz im Umgang mit dem Norden angekündigt hatte.

Das Standbild eines Videos, welches vom nordkoreanischen Fernsehsender KRT am 15.05.2017 ausgestrahlt wurde, zeigt Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un auf einem angeblichen Testgelände für Raketen. Nordkorea hat nach Medienberichten am 21.05.2017 erneut eine Rakete abgefeuert. Quelle: dpa
Koreakonflikt

Das Standbild eines Videos, welches vom nordkoreanischen Fernsehsender KRT am 15.05.2017 ausgestrahlt wurde, zeigt Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un auf einem angeblichen Testgelände für Raketen. Nordkorea hat nach Medienberichten am 21.05.2017 erneut eine Rakete abgefeuert.

(Foto: dpa)

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs flog das am Sonntag abgefeuerte Geschoss etwa 500 Kilometer nach Osten und stürzte dann ins Meer. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat wegen des Tests auf Antrag der USA, Japans und Südkoreas für Dienstag eine Sitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit angesetzt.

Nordkorea bezeichnet sein Raketenprogramm als legitimes Mittel zur Landesverteidigung. Experten hatten nach dem vorherigen Test von Hinweisen auf technische Fortschritte gesprochen. Kim Dong Yub von der Universität Kyungnam erklärte am Sonntag, offenbar stünden inzwischen zwei Forschergruppen in Nordkorea im Wettstreit miteinander.

China ist der einzige große Verbündete Nordkoreas. Wegen des Raketenprogramms ist es aber auf Distanz zu dem Nachbarn gegangen. US-Präsident Donald Trump hat einen Militärschlag gegen Nordkorea nicht ausgeschlossen und Flugzeugträger in die Region entsandt.

Nordkorea will nach eigenen Angaben die am Sonntag getestete neue Mittelstreckenrakete für den Einsatz stationieren. Sie soll mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Machthaber Kim Jong-Un habe sich beim Test am Sonntag zufrieden gezeigt, berichteten Staatsmedien am Montag. Er habe sie als erfolgreiche strategische Waffe bezeichnet und „die Aufstellung dieses Waffensystems für den Einsatz“ gebilligt.

Feststoffrakete mit Bedrohungspotenzial
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