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Ravda Nur Cuma Wie eine junge Syrerin für Frauenrechte in Flüchtlingslagern kämpft

Die 20-Jährige ist aus der umkämpften Provinz Idlib geflohen. Seit Kurzem leitet sie eine Stiftung, die sich für Frauen in Flüchtlingslagern einsetzt.
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Sie will Jugendliche animieren, Fremdsprachen zu lernen. Bildnachweis: IHA
Ravda Nur Cuma

Sie will Jugendliche animieren, Fremdsprachen zu lernen.

Bildnachweis: IHA

Der Krieg in Syrien hat vor mehr als sieben Jahren begonnen. Die letzte umkämpfte Region ist Idlib, nahe der türkischen Grenze. Ravda Nur Cuma kommt aus dieser Provinz, lebte dort mit ihrer Familie, sie hat acht Geschwister. 2011 wurde erstmals gebombt, die Familie verließ ihre Heimat und kam im türkischen Flüchtlingslager in Kilis unter.

Die Türkei hat fast vier Millionen Flüchtlinge aufgenommen, mehr als dreimal so viele wie ganz Europa zusammen. Über Gewalt in den Camps gibt es keine offiziellen Statistiken. Aber viele Erzählungen der Lagerbewohner – Ravda Nur Cuma war eine davon.

Cuma musste dort als 14-Jährige erleben, wie ihre Freundinnen verheiratet und misshandelt wurden. „Viele Mädchen, die damals in meinem Alter waren, wurden von den Eltern verheiratet“, erinnert sie sich. Nicht etwa aus religiösen Gedanken heraus, „sondern weil die Eltern Angst hatten, die eigenen Kinder könnten alleine dastehen, wenn sie selbst bei einem Raketenanschlag sterben sollten“.

Fast sechs Jahre verbrachte Cuma in dem Camp. Irgendwann konnte sie die Situation nicht mehr ertragen. Ihr Schlüssel zu einem besseren Leben: Bildung. Innerhalb von zwei Monaten lernte sie Türkisch, danach Englisch. Sie wollte sich für ein Stipendium in den USA bewerben – durfte aber wegen ihrer Staatsbürgerschaft nicht einreisen.

Die gesamte Zeit hatte sie Unterstützer um sich herum. Dazu zählt ein Entwicklungshelfer aus Palästina sowie Christian Berger, der EU-Botschafter in Ankara. Irgendwann wurde auch der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan auf Cuma aufmerksam. Er versprach ihr, dass sie wegen ihrer Herkunft nicht mehr diskriminiert werden solle. Später bekam sie die türkische Staatsbürgerschaft.

Seit Kurzem leitet Cuma, mittlerweile 20 Jahre alt, eine Stiftung, die sich um das Wohlergehen syrischer Frauen in Flüchtlingslagern auf der ganzen Welt kümmern will. „Junge Syrerinnen haben keine Stimme“, begründet sie ihr Engagement im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Name der Stiftung: Ravda Nur – ihr Vorname.

Inzwischen steht Cuma kurz vor dem Abschluss ihres Studiums in der türkischen Stadt Gaziantep und arbeitet für die Vereinten Nationen als „Volunteer“, die vor allem Hilfsprojekte betreuen. Von dem Gehalt konnte sie ein kleines Haus anmieten, in dem der Rest der Familie wohnt. Mit ihrer Stiftung will sie Jugendliche animieren, Fremdsprachen zu lernen und Schulen zu besuchen. Wann der Krieg endet, kann sie nicht sagen.

Eines ist aber klar: Sobald in Syrien Frieden herrscht, will sie zurück. „Ich will mein Heimatland wieder aufbauen. Je besser ich ausgebildet bin, desto mehr Hilfe kann ich dabei leisten.“

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