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Reaktionen auf die Terroranschläge „Ein schwarzer Tag für Europa“

In Brüssel herrscht Katastrophenalarm, ganz Europa ist in Aufruhr. In vielen Hauptstädten kommen Krisenstäbe zusammen. So reagieren die Politiker auf die Terroranschläge in Brüssel.
22.03.2016 - 12:28 Uhr
Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik weint, als sie bei einer Pressekonferenz mit dem jordanischen Außenminister Nasser Judeh in Amman, Jordanien, von den Terroranschlägen in Brüssel hört. Quelle: dpa
Federica Mogherini

Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik weint, als sie bei einer Pressekonferenz mit dem jordanischen Außenminister Nasser Judeh in Amman, Jordanien, von den Terroranschlägen in Brüssel hört.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Federica Mogherini weinte, als sie von den Nachrichten aus Brüssel hörte. Bei einer Pressekonferenz mit dem Außenminister Jordaniens, Nasser Judeh, im jordanischen Amman brach die EU-Kommissarin für Außen- und Sicherheitspolitik in Tränen aus. Denn die Orte in der belgischen Hauptstadt, an denen es am Dienstagmorgen zu mehreren Explosionen kam, lassen die EU-Politikerin Grausames befürchten: Der Terror ist in Europa angekommen. Mal wieder.

Bundespräsident Joachim Gauck sagte Belgien die Solidarität Deutschlands zu. In einem Schreiben an den belgischen König Philippe sprach Gauck von „grausamen Terroranschlägen“, die ihn „tief erschüttert“ haben. „Gemeinsam werden wir unsere europäischen Werte, Freiheit und Demokratie, verteidigen“, schrieb der Bundespräsident. Das belgische Königspaar zeigte sich schockiert über die Attacken und die Zahl der Toten.

Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach Belgien seine Solidarität aus: „Unsere belgischen Freunde können auf die feste Unterstützung durch Deutschland und Europa zählen. Wir stellen uns dem Terrorismus gemeinsam und entschlossen entgegen.“ Der Krisenstab der Bundesregierung sei umgehend im Auswärtigen Amt zusammengetreten. „Die mörderischen Anschläge zielen auf das Herz Europas und richten sich in ihrer verbrecherischen Heimtücke auf wehrlose Menschen“, so der Außenminister.

Sven Giegold, Grünen-Politiker und Sprecher der Grünen-Abgeordneten im Europaparlament, berichtete von schrecklichen Bildern aus dem Zentrum Europas. Als die ersten Bomben im Brüsseler Flughafen Zaventem am Dienstagmorgen explodierten, befand sich auch die Bundesvorsitzende der Grünen, Simone Peter, mitten in der belgischen Hauptstadt: Auf Twitter berichtet sie von weiteren Explosionen, der öffentliche Nahverkehr stehe still, die Bevölkerung solle in den Häusern bleiben.

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    Auch die EU-Kommission riet allen Mitarbeitern, im Büro oder zu Hause zu bleiben. Peter schreibt von einem Angriff auf die Europäische Union und auf die freie Gesellschaft. „Die Demokraten müssen zusammenstehen“, lautete ihr Appell via Twitter.

    Bundesjustizminister Heike Maas (SPD) bezeichnete die Anschläge als „einfach barbarische Taten“. Sein Mitgefühl gelte den Familien und Freunden der Opfer. In einem späteren Tweet verurteilte er die Anschläge: „Das ist ein schwarzer Tag für Europa. Diese abscheulichen Taten treffen uns alle.“

    Auch Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete die Anschläge als „barbarisches Verbrechen“. Der Terrorismus kenne keine Grenzen und müsse daher in aktiver internationaler Zusammenarbeit bekämpft werden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau. Charles Michel, Ministerpräsident von Belgien, spricht von zwei „feigen Anschlägen“ und einem „schwarzen Tag für Belgien“.

    Heftige Reaktionen verursachte die Anschlagsserie auch in Frankreich, das sich seit den Anschlägen vom November 2015 noch immer im Ausnahmezustand befindet. Damals töteten mindestens zehn Islamisten rund 130 Menschen und verletzten 352 weitere; einige Spuren führten damals nach Belgien. Der französische Staatspräsident François Hollande rief kurz nach den Attacken in Brüssel eine Krisensitzung ein. Premierminister Manuel Valls, Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian und Innenminister Bernard Cazeneuve nahmen daran teil.

    Damit verdichteten sich Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Verhaftung eines der Hauptverdächtigen der Pariser Anschläge, Salah Abdeslam, und den Explosionen in Brüssel. Manuel Valls, Frankreichs Premierminister, sprach von Krieg: „Nous sommes en guerre.“ Auch der britische Premierminister David Cameron bestellte das Notfallkomitee seines Kabinetts ein. „Wir werden alles tun, um zu helfen“, so Cameron über Twitter.

    „Feige und barbarisch“
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