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Rebecca Long-Bailey Diese Frau könnte Jeremy Corbyn an der Labour-Spitze beerben

Die Tochter eines Hafenarbeiters gilt als potenzielle Nachfolgerin von Jeremy Corbyn. Der Chef der britischen Labour-Partei tritt nach dem Wahldebakel ab.
16.12.2019 - 16:24 Uhr Kommentieren
Aus dem Schatten an die Spitze der britischen Labour-Partei Quelle: Reuters
Rebecca Long-Bailey

Die britische Schattenministerin für Wirtschaft, Energie und Industrie stellt sich als Favoritin für die Corbyn-Nachfolge heraus.

(Foto: Reuters)

London Nach dem schlechtesten Ergebnis bei britischen Parlamentswahlen seit 1935 plant die Oppositionspartei Labour nun einen Neustart. Im Frühjahr wird Parteichef Jeremy Corbyn seinen Posten abgeben – und das Rennen um seine Nachfolge hat bereits begonnen.

Die Liste der möglichen Kandidaten ist lang. Gute Chancen werden aber Rebecca Long-Bailey ausgerechnet, bisher Wirtschaftsministerin im Schattenkabinett. Die 40-Jährige erfüllt mehrere der offiziellen – und inoffiziellen – Kriterien: Sie hat bei den Parlamentswahlen ihr Abgeordnetenmandat behalten. Sie ist jung. Sie ist eine Frau. Und sie kommt aus dem Norden des Landes.

Gerade dort hatte die Labour-Partei in den Wahlen eine herbe Niederlage erlitten. Zahlreiche Briten, die bislang allein aus Tradition für Labour gestimmt hatten, wechselten diesmal zur konservativen Regierungspartei.

Als ein entscheidender Grund gilt die Brexit-Strategie von Jeremy Corbyn: Wäre er Premierminister geworden, wollte er den vereinbarten Brexit-Deal nachverhandeln, um eine stärkere Anbindung an die EU zu vereinbaren.

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    Der neue Deal sollte dann – neben der Option eines Verbleibs in der EU – in einem zweiten Referendum zur Wahl gestellt werden. Für welche dieser beiden Optionen er selbst gewesen wäre, wollte Corbyn nicht sagen, weil er als eine Art „neutraler Vermittler“ den Willen der Bevölkerung umsetzen wollte.

    Dass er sich so vage äußerte und eher zu einer engeren Beziehung mit der EU tendierte, nahmen ihm viele übel – gerade im Norden des Landes, wo bei dem EU-Referendum 2016 in vielen Wahlkreisen eine Mehrheit für den Brexit gestimmt hatte. Auch in Salford, dem Wahlkreis von Long-Bailey, am Rande von Manchester. Sie hatte im Wahlkampf zwar loyal die Position der Parteiführung vertreten.

    Seit 2016 im Schattenkabinett

    Dennoch fiel die Tochter eines Hafenarbeiters und Gewerkschaftsmitglieds, die sich selbst als „stolze Sozialistin“ bezeichnete, nie als vehemente Kämpferin gegen den Brexit auf. Sie engagierte sich stärker gegen den Klimawandel und soziale Ungerechtigkeit. „Basis ​​unserer Wirtschaftspolitik sollten Wohlstand und soziale Gerechtigkeit sein, nicht Gier und Hoffnungslosigkeit“, erklärt sie.

    Seit 2016 sitzt die studierte Juristin, die vor ihrer Politikkarriere für den nationalen Gesundheitsdienst NHS arbeitete, im Schattenkabinett. 2017 erhielt sie den Posten der Wirtschaftsministerin. Vor allem John McDonnell, der bisherige Schattenkanzler, der wie Jeremy Corbyn seinen Rückzug von der Parteiführung angekündigt hatte, gilt als ihr Förderer.

    Auch jetzt lobte er: „Becky“ könnte eine „brillante Parteichefin“ sein. Die bei Labour so einflussreichen Gewerkschaften sollen ebenfalls hinter ihr stehen.

    Die Nähe zur bisherigen Parteispitze könnte sich aber als Nachteil erweisen: Es wurden in der Partei bereits Rufe laut, man dürfe nicht einfach einen „Corbyn ohne Bart“ an die Spitze setzen. Zudem droht Long-Bailey Konkurrenz, sogar aus dem engsten Umfeld: Angela Rayner, Ministerin für Erziehung im Schattenkabinett, gilt auch als Kandidatin.

    Mit der 39-Jährigen, die ebenfalls aus dem Norden kommt, teilt sich Long-Bailey in London eine Unterkunft. Und die Liste der potenziellen Rivalen ist noch länger: Die 40-jährige Lisa Nandy aus Manchester steht darauf, zudem die 38-jährige Jess Phillips aus Birmingham. Parteischwergewichte wie Keir Starmer und Emily Thornberry dürften auch Interesse haben.

    Offiziell haben bislang nur Nandy und Clive Lewis verkündet, eine Kandidatur „ernsthaft zu erwägen“. Ob sich Long-Bailey tatsächlich durchsetzen kann, wird sich erst in einigen Monaten zeigen: Als Corbyn 2015 zur Wahl antrat, dauerte der parteiinterne Auswahlprozess vier Monate.

    Mehr: Nach den Wahlen tritt Premier Boris Johnson der EU mit neuer Stärke entgegen: Nun könnte er versuchen, die unterschiedlichen Interessen der EU-Länder auszunutzen.

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