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Rede im Weißen Haus Obama-Attacke gegen S&P vergrätzt Anleger

Das harte Rating-Urteil gegen die USA ruft Präsident Obama auf den Plan. Mit harten Worten schmettert er S&P entgegen, wie wenig er von der Herabstufung hält. Die Märkte goutieren das – mit krassen Abschlägen.
08.08.2011 Update: 08.08.2011 - 22:04 Uhr 8 Kommentare
Barack Obama. Quelle: dpa

Barack Obama.

(Foto: dpa)

Washington US-Präsident Barack Obama zeigt sich trotz der herabgestuften US-Kreditwürdigkeit und jüngster Börsenturbulenzen optimistisch für die Zukunft des Landes. Die Probleme der USA seien „lösbar“, sagte Obama am Montag in Washington. „Egal, was eine Ratingagentur meint, wir waren immer und werden immer ein AAA-Land sein“, betonte er. Das Land brauche keine Ratingagentur, die ihm sage, dass sein politisches System Probleme habe, zu funktionieren.

Investoren reagieren enttäuscht auf Obamas Rede. Noch während der Präsident spricht, baut der Dow-Jones-Index seine Verluste aus und fällt auf den tiefsten Stand seit Anfang Oktober 2010. Der Dow fiel zeitweise bis auf 10.840 Punkte. Händler sagten, dass der neuerliche Kursrutsch durch die von der Ratingagentur S&P abgestufte Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten ausgelöst worden sei. Zudem wurden als Folge auch die langfristigen Kreditratings der mit Staatsgeldern geretteten Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae von S&P gesenkt.

"Wir brauchen einen Präsidenten der uns Halt gibt", sagte ein Händler in New York. Das vermisse er. Obama hatte in seiner mit Spannung erwarteten und mit insgesamt fast 45 Minuten Verspätung begonnenen Rede letztlich nur seinen Appell an die Politiker wiederholt, sich nun endlich auf echte Reformen zu einigen.

Mit Erleichterung reagierte indessen die Wall Street auf die Mitteilung von S&P, dass sich die Herabstufung der Bonität der USA nicht auf die Bonitätsbewertungen der US-Kreditinstitute auswirkt. "Die Herabstufung verändert nicht die den Bewertungen zu Grunde liegenden Annahmen über eine eventuelle Stützung der Banken durch die Regierung", teilte die Agentur mit.

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    Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte am Freitag den USA die Bestnote „AAA“ entzogen und die Bonität auf „AA+“ abgestuft. Die Agentur begründete dies mit dem jüngsten Schuldenabkommen.

    Obama: Politischer Wille zu Lösungen fehlt
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    8 Kommentare zu "Rede im Weißen Haus: Obama-Attacke gegen S&P vergrätzt Anleger"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Gerade läuft auf CNBC ein Interview mit Deven Sharma - President von S&P. Da fragt ihn die Interviewerin doch allen Ernstes, warum die Amerikaner S&P denn jetzt bei ihren Rating in Sachen USA glauben sollen, nachdem was in der Vergangenheit bei denen passiert sei...!!! Gott, war die bräsig...

      Aber das schlägt dem Faß doch glatt den Boden aus. Als die europäischen Staaten abgewertet wurden war alles klar: Haben die schließlich verdient. Jetzt, wo's an den eigenen Kragen geht, bricht das ganze Unrecht über die USA herein. Aber so ist das nun einmal mit Murdochs Medien - auch nur halbwegs objektive Berichterstattung ist absolute Fehlanzeige.

    • Das ist sehr schade sowas zu lesen. Ich hätte von Herrn Obama eigentlich etwas mehr Selbstkritik erwartet, stattdessen sind wiedermal die andern an allem Schuld. Das zeigt leider einmal mehr, das die Amerikanischen Verantwortlichen einen doch sehr beschränkten Horizont besitzen!

      Ob Demokraten oder Republikaner, der Sachverstand und die Einsicht fehlt bei beiden Parteien. Anderen hier namentlich Europa, will man erklären wie man Wirtschaftspolitik macht, aber selber keinen Schimmer davon haben.

    • Erinnert mich an Mubaraks Rede als auf dem Tahrir Platz alle mit den Schuhen winkten...Die Börse ist zwar nicht der Tahrir Platz aber irgendwie hat es die selbe Tragik: Ein Präsident der nicht durchblickt und zu schwach ist...

    • Er ist halt kein triple A - president. Ist ja auch schwer fuer jemanden, der noch nie in seinem Leben gearbeitet hat und doch nicht ueber's Wasser gehen kann, obwohl der radikalchic-upstream es gerne glaubte.

    • War da nicht mal so etwas in der Art wie

      YES, WE CAN!?

      War wohl nix.

    • Wie es so schoen heisst, nach dem Erdbeben schlaegt man auf den Seismographen ein. Die Rating-Agenturen haben lange genug gewarnt. Und auch Moody's kann bald nachziehen.

      Das betrifft aber nicht nur Obama sondern auch die peinlichen deutschene Poltiker und Banker. Noch vor wenigen Wochen wollten deutsche Politiker und Banker die Rating-Agenturen in D verbieten, weil sie sich negativ aeusserten. Das war eine der peinlichsten Aktionen ueberhaupt.

    • Statt sich mit diesen Leuten an einen Tisch zu setzen, um Munition gegen Tea-Party und Co. zu sammeln, verprellt er auch noch die Letzten, die ihm einen Weg aus der Misere zeigen können.

      Was wollten Boehner, Bachman, Palin, Romney usw. denn machen, wenn die Großen drei der Agenturen ihnen öffentlich in Sachen Wirtschaft und Finanzen absolut stümper- und laienhaftes Denken und Handeln vorwerfen? Nichts, vielleicht den Schwanz einkneifen - und das wars.

      So macht sich Obama ganz alleine zum Loser der Nation. Solche Politiker hat Amerika nun wirklich nicht verdient. Na ja, vielleicht kann er ja noch seine Berater verklagen...

    • Ein getretener Hund bellt!
      Kaum spielt die Agentur nicht so, wie man es erwartet, kläfft man wild drauf los. Wie ein trotziges Kind reagiert Obama und windet sich ohne Ansatz, die Schuld bei sich selbst, der nicht zielführenden Politik und der Unfähigkeit Zusammenhänge nachhaltig zu erfassen, geschweige denn nachhaltige Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Statt dessen will Obama Zeit schinden und verspricht "in den nächsten Wochen" brauchbare Ideen zu liefern. Zeit war doch genug da - leider blieben die nachhaltigen Ideen aus.

      Schade Herr Obama! Auch Sie hatten Ihre Chance (verspielt).

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