Referendum Falkländer wollen Briten bleiben

Die Bewohner der Falklandinseln wollen bei Großbritannien bleiben. Bei einem Referendum stimmten 98,8 Prozent der Bewohner mit „Ja“. Argentinien, das die Inseln ebenfalls beansprucht, hält die Abstimmung für „illegal“.
13 Kommentare

„We stay”

LondonDie Bewohner der Falklandinseln haben sich in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für einen Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen. 98,8 Prozent stimmten mit Ja, wie Behördenvertreter in der Nacht zu Dienstag in der Hauptstadt Port Stanley mitteilten. Argentinien, das die Inselgruppe ebenfalls beansprucht, hatte die Abstimmung bereits im Vorfeld als „illegal“ deklariert.

Die Falklandinseln sind zwischen Argentinien und Großbritannien umstritten, die deswegen 1982 einen Krieg mit hunderten Toten führten. Den offiziellen Angaben zufolge lag die Wahlbeteiligung bei rund 92 Prozent – stimmberechtigt waren genau 1672 Menschen. Es habe drei Nein-Stimmen gegeben. Internationale Beobachter sprachen von einer „freien, fairen und technisch einwandfreien“ Abstimmung.

Nur vier Inselbewohner stimmten mit „Nein“. Quelle: dpa

Nur vier Inselbewohner stimmten mit „Nein“.

(Foto: dpa)

Auf der Inselgruppe feierten die Menschen das Ergebnis frenetisch. „Hier ist soviel Lärm, es ist riesig“, sagte Barry Elsby vom Lokalparlament am Telefon. Hunderte Menschen feierten vor der Kirche, sängen und schwenkten Flaggen, berichtete Elsby. Die Abstimmung wurde von den Falklandbewohnern selbst in die Wege geleitet, an seinem Ausgang hatte kein Zweifel bestanden.

Der britische Außenminister William Hague begrüßte den Ausgang des Referendums. Alle Länder sollten die Ergebnisse akzeptieren und die Inselbewohner bei der Entwicklung ihrer Heimat und ihrer Wirtschaft unterstützen, erklärte Hague.

Dagegen bekräftigte Argentinien, dass es das Referendum von Sonntag und Montag nicht anerkenne. Es handele sich um ein „rechtlich wertloses Manöver“, das nicht von den Vereinten Nationen überwacht worden sei, erklärte die argentinische Botschafterin in London, Alicia Castro. „Wir respektieren ihre Lebensweise, ihre Identität“, sagte Castro über die Bewohner der Falklandinseln. „Wir respektieren, dass sie weiter britisch sein wollen, aber das von ihnen bewohnte Territorium ist nicht britisch.“

Die 400 Kilometer vom argentinischen Festland entfernten Falklandinseln oder Islas Malvinas befinden sich seit 1833 unter Kontrolle Großbritanniens, nachdem die britische Kolonialmacht die Vertreter der argentinischen Behörden vertrieben hatte. Die argentinische Militärjunta hatte am 2. April 1982 die Invasion der von ihr beanspruchten Falklandinseln begonnen. Der bis zum 14. Juni andauernde Krieg endete für das südamerikanische Land mit einer Niederlage. 255 britische Soldaten starben, auf argentinischer Seite gab es 649 Tote.

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13 Kommentare zu "Referendum: Falkländer wollen Briten bleiben"

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  • "Hm, wer ist denn hier kolonialisiert worden?
    Die Falkländer???"
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    Klar, der Falkland-Wolf, etliche Robbenarten und unzählige Meeresvögel. Die singen jetzt alle im Chor "God save the queen..."
    Bei den Falklands die Kolonialherrschafts-Keule auszupacken ist angesichts der Geschichte dieser Inseln einfach nur lächerlich.

  • @Wolf Ja, die Kolonialzeit ist vorbei, aber ein aggressiver Nationalsozialismus à la Gen. Galtieri oder z.Zt. Genossin Fernandez sollte es auch längst sein. Die Abstimmung hätte natürlich überall stattfinden können, wäre jedoch irrelevant. Die Selbstbestimmung können nur die Nationen vor Ort sein. Außer der Besatzungssoldaten aus dem Jahre 1982 gab es noch nie ein Argentinier auf diesen Inseln. Selbst vor 1833. Sollte es in Deutschland Meinungen geben, die die Inseln lieber bei Argentinien sehen würden, dann quilt diese irrationale Meinung aus einer anderen Schattule des Verständnisses der internationaler Politik. Diese muß man dann nicht mehr kommentieren.

  • Kolonialzeit?
    Hm, wer ist denn hier kolonialisiert worden?
    Die Falkländer???

  • Überlegen Sie, was Sie schreiben ?

    Abgestimmt hat die Bevölkerung der Inseln, wer sollte sonst und berechtigter dafür sein ?

  • Die Briten sollte begreifen, daß die Kolonialzeiten vorbei sind.
    Diese "Abstimmung" hätte genausogut in England stattfinden können.

  • Was hat denn Südossetien mit den Falklands zu tun. Bevor die Briten in den 1830er die Inseln systematisch besiedelten, waren diese fast vollständig unbewohnt.
    1592 entdeckt von John Davis
    1690 von John Strong betreten
    1764 Gründung einer französischen Siedlung auf den Ost-Falklands
    1766-1774 Britische Siedlung auf den West-Falklands
    1766 geht Port Louis an Spanien
    1811 stellt Spanien den Unterhalt seiner Kolonie ein (!)
    1816 wird übrigens Argentinien begründet und unabhängig, wobei es noch jahrzehntelang drunter und rüber geht.
    1820 will Argentinien die Falklands in Besitz nehmen.
    1833 setzen die Briten ihre Ansprüche durch und 1837 wird eine Kolonialverwaltung eingerichtet. Seither waren die Falklands immer britisch und konstant besiedelt.
    1982 versuchen die Argentinier, die Falkslands zu annektieren und werden im Falklandkrieg von den Briten besiegt.
    Seither Ruhe bis heute, auch wenn Argentinien immer wieder von Ansprüchen träumt.
    Soweit der Ablauf der Geschichte. Wie man daraus im Jahr 2013 einen legitimen Anspruch der Argentinier ableiten will (da hätten ja noch eher die Spanier irgend welche Rechte), ist wohl nicht nur mir schleierhaft.
    Eine indigene Bevölkerung hat es dort in historischen Zeiten übrigens nie gegeben, denn diese Inseln waren außer in der Eiszeit, als sie nur 20...30 km Wasser vom Festland trennten und z.B. der Falkland-Wolf einwandern konnte, immer isoliert. Von der Besiedlung durch Menschen zu dieser Zeit ist mir nichts bekannt.
    Der Vergleich mit dem auf dem Festland liegenden Ossetien hinkt also auf allen Beinen.

  • Ein normaler Mensch will ganz bestimmt nicht argentino werden...


    Abgesehen davon sind die Argentinier, im wesentlichen italienische Siedler (wir kennen die aus Südtirol) Landräuber. Den Argentiniern gehört das Land sowenig, wie den us-Amerikanern die usa.

  • "149 Jahre lang, bis zum Falkland-Krieg (1982) haben sich die Argentininier nicht dafür interessiert"

    Ich empfehle Ihnen, ein bisschen über die Geschichte zu lesen, um solche ignorante Kommentare zu vermeiden.
    -----
    Die Doppelmoral der Europäer ist unverschämt, stinkt bis zum Himmel: Stichwort Südosetien. Dort hat Russland was ähnliches wie GB auf den Falklandinseln gemacht. Selbstbestimmungsrecht? Nein, danke, die wollen Russisch sein!

  • Argentinien macht das, was Staaten gerne machen, die innenpolitische Probleme haben: Den Fokus auf Außenpolitik legen...

  • "Britische Bürger haben also abgestimmt,ob sie Briten sind.Ist lustig."
    Was ist daran lustig?
    Sie leben seit fast 200Jahren dort und sind Briten, weil GB ihnen den britischen Pass gibt.
    Also dürfen Sie doch wählen, ob sie diesen Status beibehalten wollen. Oder nicht?

    Entdeckung und Erst-Inbesitznahme durch die Briten, gleichzeitige Koloniegründung durch Franzosen und Briten, (teils gewaltsame) Übernahme durch die Spanier und gewaltsame (Rück) Übernahme durch die Briten ...
    Die Felsen dort haben wohl weder ein britisches noch ein argentinisches oder noch französisches oder spanisches "Nationalgefühl". Und wenn, wäre ihre Meinung dann höher zu bewerten als die der Menschen?

    Was soll also diese menschenverachtende Aussage der agentinischen Botschafterin, das Territorium sei nicht Britisch, wenn alle Menschen, die dort leben, Britisch sein wollen? Annexion der Felsen mit anschließender Deportation der Menschen? Ist ja nett...

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