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Referendum Schweden lehnt den Euro ab

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Gleichzeitig kürzte die Koalition das Arbeitslosengeld. Trotz der Steuersenkungen zählt Schweden zusammen mit Dänemark laut OECD aber weiter zu den Ländern mit der höchsten Steuerbelastung - mehr als 47 Prozent.

Die hohen Steuereinnahmen haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Schweden das niedrigste Haushaltsdefizit aller EU-Länder vorweisen kann. Und so gab sich Finanzminister Borg Anfang Juli äußerst optimistisch und schraubte die Konjunkturprognose seiner bürgerlichen Koalitionsregierung hoch. Statt des bislang prognostizierten BIP-Wachstums von 2,5 Prozent rechnet der Finanzminister jetzt mit einem Plus von 3,3 Prozent in diesem Jahr.

Lichtblick für ganz Europa

Die schwedische Wirtschaft sei "ein Lichtblick in Europa", gab sich Borg ganz unbescheiden. Im vergangenen Jahr war die schwedische Wirtschaftsleistung noch um 5,1 Prozent geschrumpft, der tiefste Fall seit mehr als 60 Jahren.

Ganz ohne Hintergedanken kamen die sommerlichen Jubeltöne des Finanzministers aber nicht: Im September finden in Schweden Parlamentswahlen statt, und da heißt es schon jetzt, die Wähler von der Vortrefflichkeit der Regierungspolitik zu überzeugen. "Ein wenig zu optimistisch" nennt Tomas Pousette, Ökonom bei der Hypothekenbank SBAB, denn auch die neue Prognose. Selbst das staatliche Konjunkturinstitut, das die Regierung mit Wirtschaftsdaten versieht, gibt sich vorsichtiger.

Die rot-grüne Opposition warf dem Finanzminister umgehend Schönmalerei und Untätigkeit bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vor. Tatsächlich geht die Regierung von einer Arbeitslosenrate in diesem Jahr von rund neun Prozent aus. Erst nach 2014 könne sie auf unter sechs Prozent sinken. Ob die Kritik der Opposition an dem ihrer Meinung nach verfehlten Krisenmanagement greift, ist noch unsicher: Meinungsumfragen sehen das Regierungsbündnis mit knapp 47 Prozent vor der rot-rot-grünen Opposition, die nur auf rund 45 Prozent der Stimmen kommt.

Skeptische Bürger

Referendum: Schweden hat sich mit dem EU-Beitritt verpflichtet, den Euro einzuführen, dies aber bislang nicht umgesetzt. In einer Volksabstimmung hatten die Schweden im September 2003 mit 56,5 zu 41,4 Prozent gegen die Einführung der Gemeinschaftswährung votiert. Das Land gehört bisher auch nicht dem sogenannten Wechselkursmechanismus II an, der vor dem Beitritt zur Euro-Zone durchlaufen werden muss.

Zahl der Gegner wächst: Die Schuldenkrise in Griechenland und das Unvermögen der EU, ihr entschieden zu begegnen, haben die Euro-Skepsis der Schweden weiter wachsen lassen. Einer aktuellen Umfrage zufolge lehnen derzeit 61 Prozent der Bürger die europäische Gemeinschaftswährung ab. Die Regierung will den Euro aber nur nach einer zweiten Volksabstimmung einführen.

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3 Kommentare zu "Referendum: Schweden lehnt den Euro ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Mein Tipp ist, dass das Euro bald die Grenze von 1,50 Dollar überschreitet. Dann wird man wieder lamentieren, unsere Expotwirtschaft gehe zugrunde...

  • als ob Deutschland je ein Nachteil durch den EURO hatte. Mit einer sehr starken DM(die wir sicher ohne die EU hätten) würde wird weit weniger nach Europa verkaufen. Deutschland kann froh sein das es den Euro hat und die anderen EU Länder auch mitgezogen sind. Um so mehr um so besser für uns!

  • Wohl dem Volk, in dem das VOLK über den Euro entscheiden kann...