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Referendum Schweizer sagen zum „Nein“ zum schnelleren Atomausstieg

Die Schweizer wollen keinen Zeitplan zum Automausstieg. In einem Referendum stimmten die meisten gegen einen Plan, der die Schließung bei drei der fünf Reaktoren des Landes bereits im kommenden Jahr vorsah.
27.11.2016 - 13:47 Uhr Kommentieren
Die Befürworter des Referendums hatten auf das hohe Alter der Schweizer Reaktoren und das Risiko von Atomunfällen hingewiesen. Quelle: dpa
Atomkraftwerk in der Schweiz

Die Befürworter des Referendums hatten auf das hohe Alter der Schweizer Reaktoren und das Risiko von Atomunfällen hingewiesen.

(Foto: dpa)

Genf Die Schweizer haben in einer Volksabstimmung gegen einen konkreten Zeitplan für den Atomausstieg gestimmt, der die Schließung bei drei der fünf Reaktoren des Landes bereits im kommenden Jahr vorsah. 54,23 Prozent der Teilnehmer stimmten am Sonntag gegen die Initiative, die von den Grünen und anderen linksgerichteten Parteien unterstützt wurde, 45,77 Prozent dafür.

In 20 der 26 Kantone wurde der konkrete Zeitplan zurückgewiesen. Die höchste Zustimmung für die Initiative gab es im Kanton Basel, wo 60,48 Prozent der Teilnehmer für den beschleunigten Atomausstieg stimmten. Die Beteiligung bei der Volksabstimmung lag bei 44,8 Prozent. In Umfragen hatte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gegnern und Befürwortern des Vorhabens angekündigt.

Der zur Abstimmung vorgelegte Zeitplan sah vor, alle Schweizer Atomkraftwerke höchsten 45 Jahre laufen zu lassen und damit das letzte spätestens 2029 vom Netz zu nehmen. Die zwei Reaktoren des Akw Beznau nahe der deutschen Grenze hätten dann schon im kommenden Jahr stillgelegt werden müssen. Die wenige Kilometer südlich von Baden-Württemberg gelegene Anlage ging bereits vor 47 Jahren in Betrieb und ist das weltweit dienstälteste Atomkraftwerk. Auch das Kraftwerk in Mühleberg im Kanton Bern hätte den Plänen zufolge 2017 schließen müssen.

"Ein schwarzer Tag für den Schutz von Mensch und Umwelt", erklärte die atompolitische Sprecherin der deutschen Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, in Berlin zum Ausgang des Referendums im Nachbarland. Die Bundesregierung müsse umso mehr "jetzt endlich die gefährlichen Defizite der Schweizer Uraltmeiler thematisieren". "Diese tickenden Zeitbomben gleich hinter der süddeutschen Grenze sind ein unverantwortliches Risiko, das mit jedem Jahr größer wird", warnte die Grünen-Politikerin.

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    Die Regierung in Bern hatte bereits vor fünf Jahren unter dem Eindruck des folgenschweren Atomunfalls im japanischen Fukushima einen Atomausstieg beschlossen. Vor dem Referendum warb sie allerdings für einen schrittweisen Atomausstieg ohne festen Zeitplan. Die Regierung warnte vor negativen Folgen für die Energieversorgung, falls die Meiler zu früh abgeschaltet werden.

    Die Schweiz deckt etwa ein Drittel ihres Strombedarfs mit Atomkraftwerken, fast 60 Prozent mit Wasserkraft und gut vier Prozent mit anderen erneuerbaren Energien. Alle Atomkraftwerke in der Schweiz haben eine zeitlich unbegrenzte Lizenz.

    • afp
    • dpa
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