Reformcheck Krisenländer (Teil 3) Wachstumsstar – für ein Quartal

Drei Jahre steckte Portugals Wirtschaft tief in der Rezession. Doch nun zeichnen sich erste Erfolge der Reformpolitik ab. Das Fazit fällt positiv aus – auch wenn das Land noch einige Hausaufgaben nicht erledigt hat.
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Hat Portugal, das in den vergangenen Jahren als eines der größten Sorgenkinder der Eurozone galt, die Rezession schon überwunden? Quelle: dpa

Hat Portugal, das in den vergangenen Jahren als eines der größten Sorgenkinder der Eurozone galt, die Rezession schon überwunden?

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Portugal ist der Wachstumsstar in der Euro-Zone – zumindest im zweiten Quartal 2013. Das kleine iberische Land stellte mit einer Wachstumsrate von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal selbst Deutschland (+ 0,7 Prozent) in den Schatten. Verantwortlich dafür waren vor allem robuste Exportzahlen.

„Portugals Exporte weisen eine positive Tendenz auf“, schreibt ein Team um den Analysten David Owen von Jefferies International. Vor allem die Ausfuhren in Nicht-EU-Länder seien gewachsen. Hinzu kommen ein geringerer Rückgang der Investitionen und saisonbedingte Faktoren. In diesem Jahr fiel zum Beispiel das für die Tourismusbranche entscheidende Osterfest ins zweite Quartal. All das trug zum starken Wachstum bei.

Hat Portugal, das noch im Sommer mit einer schweren politischen Krise in die Schlagzeilen geraten war, und über die vergangenen Jahre als eines der größten Sorgenkinder der Euro-Zone galt, die Rezession also schon überwunden?

Selbst der portugiesische Minister für Präsidentschafts- und Parlamentsangelegenheiten, Luís Marques Guedes, will die positiven Wachstumszahlen des zweiten Quartals nicht überbewerten. Sie seien „mit Vorsicht zu betrachten”, sagt er. „Wir müssen weiter hart arbeiten, damit diese Ergebnisse sich konsolidieren und damit 2014 das Jahr der wirtschaftlichen Stabilisierung wird“, so Marques Guedes.

Der Aufschwung „wird langsam sein“, warnen auch Experten wie die Analystin Teresa Gil Pinheiro von der portugiesischen Bank BPI. Bisher hat vor allem der Privatsektor einen beeindruckenden Anpassungsprozess vollzogen – hin zu einer mehr exportorientierten, weniger verschuldeten Volkswirtschaft. „Der Unternehmenssektor ist nicht länger in einem großen Defizit“, meinen die Analysten von Jefferies. Allerdings sei das staatliche Defizit nach wie vor relativ groß.

Immerhin, im letzten Quartalsbericht der Troika aus EU-Kommission, IWF und EZB war eine Trendwende zu beobachten: Hatte die Troika über die vergangenen zwei Jahre praktisch Quartal für Quartal ihre bisherigen Konjunkturprognosen nach unten korrigieren müssen, so wurden im jüngsten Bericht von Anfang Oktober erstmals die Wachstumserwartungen deutlich nach oben aktualisiert: „Wir erwarten jetzt, dass die Wirtschaft 2013 um 1,8 Prozent schrumpft, eine Korrektion um 0,5 Prozentpunkte nach oben, bevor sie dann 2014 um 0,8 Prozent wächst“, heißt es vom IWF.

Portugal ist auf dem richtigen Weg
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4 Kommentare zu "Reformcheck Krisenländer (Teil 3): Wachstumsstar – für ein Quartal"

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  • HB-Bericht über Portugal Inteiro schockiert.

    Liebe Leut, ich würd euch liebendgern, mit Genusss, das nasse Handtuch um die Ohren hauen. Allerniedrigstes Niveau. Das, diese Berichterstattung, hat Portugal nicht verdient.
    Zeit, Fadogesänge anzustimmen.

  • Da auch von "Hausaufgaben" die Rede ist:
    Wie wäre es denn, wenn Redakteure erst ihre Hausaufgaben machen, bevor sie einen solchen Unsinn in die Welt setzen. Es ist nicht zu glauben, wie gründlich die neoliberale Gehirnwäsche wirkt! Die einfachsten volkswirtschaftlichen Zusammenhänge UND die empirischen Befunde werden einfach mal so nebenbei beerdigt! Aber okay, macht was ihr meint machen und schreiben zu müssen. Das Resultat wird ein Zerbrechen der Eurozone sein, und das unkontrolliert - ohne jeden Zweifel!

  • Ich frage mich warum ich mir die Lektüre des Handelsblatts überhaupt noch antue.

    Seit nunmehr mehreren Jahren hat sich der Eindruck verfestigt, dass die hier propagierten "Jubelmeldungen" unter strenger redaktioneller Aufsicht ausgewählt, platziert und forciert werden.

    Ganz wie von oben gewünscht und im Stile einer aktuellen Kamera oder der tönenden Wochenschau.

    Wer's glaubt wird seelig. Nur nimmt Euch diese Form der "Berichterstattung" niemand mehr ab.

  • Ja klar.
    Europa hat von China gelernt, seine Bilanzen zu frisieren.
    Fragt mal die unteren Etagen, wie's in den oberen aussieht. Dilettantismus überschattet das Stümpertum.
    Die Presse glaubt wirklich alles.

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