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Regierungsrücktritt Zypern-Krise befeuert Rettungsschirm-Gerüchte

An den Finanzmärkten macht sich Sorge um Zypern breit. Nach der Herunterstufung durch Moody's und dem Rücktritt der Regierung wird das Land als weiterer Kandidat für den Euro-Rettungsschirm gehandelt.
28.07.2011 Update: 28.07.2011 - 20:19 Uhr 12 Kommentare
Eine Ein-Euro-Münze in einer Zange eingeklemmt. Quelle: dpa

Eine Ein-Euro-Münze in einer Zange eingeklemmt.

(Foto: dpa)

Berlin/Nikosia Wenige Tage nach der jüngsten Hilfsaktion für Griechenland könnte ein weiteres Land unter den Euro-Rettungsschirm EFSF schlüpfen. In Zypern trat die Regierung angesichts massiver Proteste und einer drohenden Finanzierungskrise am Donnerstag zurück. An den Finanzmärkten nährte das die Erwartung, Zypern könnte als viertes Land unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen. Auch das hoch verschuldete Italien gerät erneut in den Fokus der Märkte. Europas drittgrößte Volkswirtschaft muss den Investoren wieder höhere Zinsen zahlen. EFSF-Chef Claus Regling versuchte in einem „Bild“-Interview, Vorbehalte gegen die vom Euro-Gipfel vergangene Woche beschlossenen erweiterten Handlungsmöglichkeiten für den Fonds zu zerstreuen.

Mit Griechenland, dem mit einem neuen Finanzhilfepaket von über 100 Milliarden Euro geholfen werden soll, sowie Irland und Portugal haben sich bisher drei Euro-Länder unter den EFSF-Schutzschirm geflüchtet.

Inzwischen bereitet die Entwicklung in Zypern Sorgen. Die Regierung trat zurück und der Präsident des Landes, Dimitris Christofias, will in einigen Tagen eine neue Mannschaft aufstellen. Persönliche Konsequenzen will der Kommunist Christofias trotz Forderungen von Tausenden Demonstranten bisher nicht ziehen. Krisenauslöser ist ein verheerendes Explosionsunglück auf einem Marinestützpunkt vor zwei Wochen. Damals flog im Hafen von Limassol ein Depot mit fast 100 Containern beschlagnahmter Munition in die Luft. 13 Menschen starben und das Kraftwerk Vassilikos wurde so schwer beschädigt, dass in großen Teilen der Insel der Strom ausfiel. Das verschärfte die ohnehin angespannte Wirtschaftslage.

Der Rücktritt verschärft die politische und wirtschaftliche Krise auf der Insel. Die Regierung betont aber, dass Zypern seine Finanzen noch unter Kontrolle hat und zur Zeit keine Hilfe der EU benötigt. „Zypern konnte bis jetzt seine finanziellen Bedürfnisse bis zum Jahresende zufriedenstellen“, sagte Regierungssprecher Stefanos Stefanou.

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    Die Ratingagentur Moody's stufte die Kreditwürdigkeit am Mittwoch auf die Note „Baa1“ herunter - nur noch drei Stufen über dem Ramsch-Status für Anleihen. Neben der Energieknappheit begründete die Agentur ihre Bewertung mit der engen Verflechtung der zyprischen Finanzbranche mit dem angeschlagenen griechischen Bankensektor. Regierungssprecher Stefanos Stefanou widersprach Spekulationen, Zypern könnte den EFSF anrufen. „Bislang hat Zypern seinen Finanzierungsbedarf bis Ende des Jahres sichern können. Also nehmen Sie es nicht als gegeben an, dass Zypern den Hilfsmechanismus in Anspruch nehmen wird“, sagte er.

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    12 Kommentare zu "Regierungsrücktritt: Zypern-Krise befeuert Rettungsschirm-Gerüchte"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • eine sehr treffende Beurteilung. Nur unsere Öberen im Glashaus kapieren die Welt nicht. Der nächste Knall steht uns mit der Privatverschuldung in der Region bevor. Wer stützt dann griechische und zypriotische Banken ?. Die rus Mafia ? Wohl kaum. EU Grössen dürfen als allergrösste Ignoring-Pfeifen in die so schöngeredete EU-Geschichte eingehen.

    • Es ist wieder so weit: Deutsches Geld wird von Schäuble wieder zum Verbrennen freigegeben. Und still und leise wird die nächste Steuererhöhung vorbereitet. Ich warte schon auf den miesen Trick unserer Polit- und Journalisten-Clique.

    • Kann ich bestätigen. Ich habe 1998 Zypern nach sechs Verhandlungstagen fluchtartig verlassen, nachdem ich mich vorher um entsprechende Geschäftskontakte bemüht habe.

    • stört mich nicht. zypern finanziere ich alleine aus meiner portokasse.

    • die Ami sind doch einfach nur das dümmste Volk auf diesen Planeten.

    • Immer wieder amüsant, wie hier Berufsblogger versuchen, eine scheinbare Meinungsführerschaft in eine bestimmte Richtung zu erzeugen. Auch die Links weisen mE deutlich darauf hin, dass hier von Parteien eines bestimmten Spektrums gewerbsmäßig betriebene Stimmungsmache betrieben wird.

    • Permatenten ESM bitte nicht mit EFSF verwechselt! Herrn Regling kann das Geld recht schnell ausgehen, wenn er oft und viel zahlen muß.

      Es ist um so wichtiger, die öffnetlichen Proteste gegend en permanenten ESM nun in Gang zu bringen, leider sind jetzt Ferien, der Verabschiedungstermin druch den Bundestag ist trickreich gewählt, die Schafe sind noch auf der Urlaubsweide und können nicht zu Hause blöken!

      http://eurodemostuttgart.wordpress.com/

    • Hier konkret mitmachen:

      http://eurodemostuttgart.wordpress.com/

    • Regling im Handelsblatt:„Eine Schulden-Union ist die Euro-Zone auf keinen Fall“, sagte er. Zudem könne Deutschland jederzeit neue Aktivitäten des Fonds stoppen.

      Und hier die Wahrheit aus dem Vertragstext:
      "Der Gouverneursrat kann Änderungen des Grundkapitals beschließen und Artikel 8 ... entsprechend ändern.
      Die ESM-Mitglieder sagen hiermit bedingungslos und unwiderruflich zu, bei Anforderung jeglichem ... durch den Geschäftsführenden Direktor an sie gerichteten Kapitalabruf (Anmerk.: jegliche Höhe der Summe!!!!!) binnen 7 (sieben) Tagen nach Erhalt dieser Aufforderung nachzukommen.

      Es ist ein verlogenes Spiel! Noch mal: Unten steht der Auszug aus dem Vertragtext, dessen Chef oben zitierter Herr Regling ist. Soviel zu Wahrhaftigkeit und den wirklichen Machenschaften der Politik.

    • "„Bislang hat Zypern seinen Finanzierungsbedarf bis Ende des Jahres sichern können. Also nehmen Sie es nicht als gegeben an, dass Zypern den Hilfsmechanismus in Anspruch nehmen wird“, sagte er."

      Niemand sollte es als gegeben annehmen, daß ich jemals einen Kommentar im Handelsblatt schreiben werde! Niemand!

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