Regionalwahl auf Korsika Nationalisten feiern Sieg

Die Nationalisten triumphieren bei der Regionalwahl auf Korsika. Nun wird Paris mit vermehrten Forderungen nach Autonomie der Mittelmeerinsel rechnen müssen. Ein Szenario wie in Spanien droht aber nicht.
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Der Spitzenkandidat der Nationalisten hat die Wahl auf Korsika klar für sich entschieden. Quelle: dpa
Gilles Simeoni

Der Spitzenkandidat der Nationalisten hat die Wahl auf Korsika klar für sich entschieden.

(Foto: dpa)

AjaccioDie Nationalisten gehen als klare Sieger aus der Regionalwahl auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika hervor. Die von Gilles Simeoni angeführte Liste kam auf 56,5 Prozent der Stimmen, wie französische Medien am Sonntag übereinstimmend berichteten. Das Ergebnis überraschte nicht. Bereits im ersten Wahlgang vor einer Woche lag die gemeinsame Liste der wichtigsten nationalistischen Kräfte mit mehr als 45 Prozent klar vorn.

Der Sieg wird als richtungsweisend für das bislang schwierige Verhältnis der Insel zum französischen Zentralstaat gewertet. Mit dem klaren Sieg dürften ihre Forderungen nach mehr Autonomie neues Gewicht bekommen.

Die gemeinsame Liste der wichtigsten nationalistischen Kräfte setzt sich seit langem schon für eine rechtlich verankerte Autonomie Korsikas ein. Ein Szenario wie in Spanien, das von den katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen in die Krise gestürzt wurde, droht Frankreich jedoch nicht. Denn sie fordern keine Abspaltung von Frankreich, obwohl es in ihren Reihen auch Befürworter einer Unabhängigkeit gibt.

Korsika sei nicht Katalonien, hatte Spitzenkandidat Simeoni schon nach der ersten Wahlrunde versichert. Die Situation sei weder demografisch, noch wirtschaftlich oder politisch zu vergleichen. Im Vordergrund steh ein Autonomiestatut in den nächsten drei Jahren.

Bestrebungen für mehr Eigenständigkeit gibt es auf der Insel seit Jahrzehnten. Diese wurden lange von Gewalt wie beispielsweise Sprengstoffanschläge auf staatliche Einrichtungen und im Bau befindliche Ferienanlagen begleitet.

Im Jahr 2014 hatte die Korsische Nationale Befreiungsfront FLNC die Waffen niedergelegt. Etwa zeitgleich gewannen nationalistische Kräfte politisch an Bedeutung. So wurden sie 2015 bei der Regionalwahl stärkste Kraft. Bei der Parlamentswahl im vergangenen Juni gingen drei von vier korsischen Sitzen in der Pariser Nationalversammlung an die Nationalisten.

Korsika ist etwa halb so groß wie Sachsen und zählt rund 300 000 Einwohner, etwa ein halbes Prozent der französischen Bevölkerung.

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