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Renault-Nissan Frankreich liebäugelt mit Michelin-Chef als Ghosn-Nachfolger bei Renault

Der amtierende Renault-CEO sitzt im Gefängnis – nun soll der Chefposten neu besetzt werden. Die französische Regierung favorisiert Jean-Dominique Senard.
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Der amtierende Michelin-Chef wird von der französischen Regierung für die Neubesetzung des CEO-Postens bei Renault favorisiert. Quelle: Reuters
Jean-Dominique Senard

Der amtierende Michelin-Chef wird von der französischen Regierung für die Neubesetzung des CEO-Postens bei Renault favorisiert.

(Foto: Reuters)

Paris Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hat Michelin-Chef Jean-Dominique Senard als Nachfolger des in Japan inhaftierten Renault-Chefs Carlos Ghosn ins Gespräch gebracht. Senard sei eine anerkannte Größe in der Autoindustrie, sagte Le Maire der Zeitung „Journal du Dimanche“.

„Bei Michelin hat er seine Fähigkeit gezeigt, an der Spitze eines großen Industriekonzerns Erfolg zu haben.“ Außerdem sei er sich der sozialen Verantwortung seines Amtes bewusst. „Es liegt nun am Verwaltungsrat, die Vorschläge der Berufungskommission zu prüfen“, ergänzte Le Maire. Die Regierung, die größter Renault-Aktionär ist, werde dabei mitreden.

Es solle in den kommenden Tagen eine Verwaltungsratssitzung bei Renault geben zum Thema des möglichen Nachfolgers für Ghosn. Mögliche Änderungen an der Beteiligungsstruktur zwischen Nissan und Renault stünden allerdings nicht auf der Agenda. Der französische Staat hält 15 Prozent an Renault, dieser wiederum besitzt 43,4 Prozent an Nissan. Die Japaner sind mit 15 Prozent an Renault beteiligt.

Einem Medienbericht zufolge hat Frankreich zudem die Regierung in Tokio von Plänen informiert, die Autobauer Renault und Nissan zusammenzuführen. Eine französische Delegation habe als wahrscheinlichste Variante eine Integration unter dem Dach einer Holdinggesellschaft genannt, berichtete die Zeitung „Nikkei“ am Sonntag. Zudem wolle Frankreich den nächsten Vorsitzenden von Nissan benennen. Eine Stellungnahme des Unternehmens lag zunächst nicht vor.

Ghosn sitzt seit dem 19. November in Japan in Untersuchungshaft. Grund sind Vorwürfe, die seine Rolle als früherer Chef der Renault-Schwestergesellschaft Nissan betreffen. Der 64-Jährige soll seine Einkünfte zu niedrig angegeben haben. Zudem warfen die Strafverfolger Ghosn auch schweren Vertrauensbruch vor. Ghosn selbst - einst die treibende Kraft hinter dem Auto-Bündnis von Renault, Nissan und Mitsubishi - sagt, er sei „unrechtmäßig angeklagt“.

  • rtr
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