Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Reparationszahlungen Polen könnte von Deutschland Hunderte Milliarden fordern

690 Milliarden Euro könnte Polen gegenüber Deutschland geltend machen. Die Gelder seien Entschädigungssummen für Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg.
6 Kommentare
Polen könnte von Deutschland Milliarden Euro fordern Quelle: dpa
Kriegsschäden in Polen

Kriegsverbrechen, zerstörte Städte, das verlorene demografische Potenzial Polens: Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg könnten Deutschland Milliarden kosten. Ein Abkommen von 1953 halten die Polen für ungültig.

(Foto: dpa)

WarschauDeutschland schuldet Polen nach Angaben eines polnischen Untersuchungsleiters im Parlament womöglich 690 Milliarden Euro für zugefügte Schäden im Zweiten Weltkrieg. Arkadiusz Mularczyk sagte am Freitag dem privaten Sender Polsat News, „wir reden von sehr großen, aber gerechtfertigten Entschädigungssummen für Kriegsverbrechen, für zerstörte Städte, Dörfer und das verlorene demografische Potenzial unseres Landes“.

Deutschland hatte während seiner knapp sechs Jahre dauernden Besetzung Polens sechs Millionen polnische Bürger ermordet und große Schäden verursacht. Die regierende konservative Partei Recht und Gerechtigkeit sagte vergangenes Jahr, dass Polen dafür Reparationen zustünden. Sie beauftragte ein Team von Abgeordneten unter der Leitung Mularczyks, die zu bezahlende Summe zu taxieren.

Deutschland hat wiederholt gesagt, dass es keine rechtliche Grundlage für die Reparationsforderungen Polens gebe, weil die Angelegenheit in einem Abkommen von 1953 geregelt worden sei. Die polnischen Behörden halten die Entscheidung aus den 1950er Jahren für ungültig.

Deutschland hat einzelne Polen entschädigt, die während der Nazi-Besetzung Zwangsarbeiter oder Opfer von vorgetäuschten medizinischen Experimenten waren.

Brexit 2019
  • ap
Startseite

6 Kommentare zu "Reparationszahlungen: Polen könnte von Deutschland Hunderte Milliarden fordern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Nachfahren der Inkas könnten Reparationen von Spanien , die Kongolesen vom belgischen Königshaus, Ägypter, Iraner, Iraker, Syrer und Türken von Mazedonien, die Nationen zwischen der Mongolei und Österreich von den Mongolen und alle Völker Europas mit Ausnahme der skandinavischen von Italien!
    Diese Beispiele ließen sich global noch beliebig vermehren. Also was soll das? Heute leben neue Generationen, die sich bemühen, in Frieden und guter Nachbarschaft miteinander zu leben und die Fehler einiger ihrer Vorfahren nicht zu wiederholen. Diese gegenseitige Aufrechnerei von Schäden und Vorteilen bringt nur Unfrieden.

  • Wenn man bedenkt, dass Polen 1945 einige Millionen privater Wohnimmobilien, Gewerbe, Industrieanlagen, einige 100.000 Km2 landwirtschaftliche Fläche, Bodenschätze wie die Steinkohlenvorkommen Oberschlesiens "übernommen" hat, kann man die Pacht hierfür auf mehrere Billionen € schätzen.

    Meines Erachtens ist eine Abrechnung ein sehr guter, fördernswerter Gedanke.

  • Ja, das wäre doch gut.
    Die Polen geben uns unsere Ostgebiete zurück und bekommen dafür die 690 Mrd Euro.
    Ich würde ihnen sogar die 900 Mrd Target 2-Salden überschreiben, denn die sehen wir eh nicht wieder ....

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wenn Polen völkerrechtlich verbindlich dafür die gesamten deutschen Ostgebiete zurück gibt, könnte man darüber trefflich reden. Polen könnte den gleichen deal mit Weissrussland und der Ukraine versuchen, um wiederum seine entwendeten Ostgebiete zurück zu bekommen. Damit wäre alles beim Alten, jeder hätte seinen Willen bekommen und keiner braucht ein schlechtes Gewissen zu haben. Wir Nachgeborenen haben damit sowieso nichts mehr zu tun und können es nur besser machen.

  • Vielleicht ist es politisch ein bißchen inkorrekt. Aber Polen erhielt damals von Deutschland riesige Gebiete, mit vielen schönen Städten, die heute polnisch heißen. Ich kann mich an die Zeit noch erinnern, als die Polen mit recht sagten, sie hätten ja auch große Schäden erlitten, und zudem hätten ihnen wiederum die Russen ebenfalls viel polnisches Land weggenommen. Ohne Aussicht, diese Landnahme rückabwickeln zu können, weder damals noch heute.
    Und nach meiner Erinnerung waren meine polnischen Freunde (ich habe eine Menge sehr gute polnische Freunde, aber keinen, den ich nicht mag), also diese Freunde waren mit mir immer einig, wir sollten das alles so lassen, wie es nun einmal ist. Denn jeder Versuch, das Ganze rückgängig zu machen, wird scheitern, vielleicht sogar disaströs, spätestens an der heutigen polnisch-russischen Grenze.
    Was soll also dieses Pokern um hunderte von Milliarden? Und zwangsläufig um unzählige Quadratkilometer Land, in dem heute fast ausschließlich Polen wohnen?
    Was ich übrigens sehr erfreulich finde: für uns Lausitzer sind die Polen wunderbare Nachbarn. Ich genieße es immer wieder, in Görlitz nur über eine kurze Brücke gehen zu müssen, und ich bin in Polen, mit wunderbarem Essen und wunderbaren Menschen ....

Serviceangebote