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Reportage Schröder in China: Der fliegende Basar

Geduldig steht Johann Dilo in der Warteschlange vor dem Raum „Symphonie“ im Kempinski-Hotel Peking. Neben Dilo, dem Geschäftsführer der gleichnamigen Maschinenfabrik, warten mehr als 30 andere deutsche Manager und Unternehmer mit müden Jetlag-Gesichtern darauf, in aller Frühe ihre Koffer beim Gepäckmeister abgeben zu dürfen. Kein Assistent und keine Sekretärin steht bereit, kein Senator-Lounge-Service verkürzt die Wartezeit. Das Bundeskriminalamt verlangt die persönliche Abgabe des Gepäcks – aus Sicherheitsgründen.

PEKING. Die Unternehmerschaft nimmt es unaufgeregt hin, schließlich wird hier in Peking nicht für einen normalen Flug eingecheckt. Auf dem Plan steht eine Dienstreise der etwas anderen Art, das merkwürdige Kürzel GAF 805 auf den Reisepapieren verrät es. Dahinter verbirgt sich German Air Force 805, also ein Flug des Luftwaffen-Airbusses „Konrad Adenauer“.

Gerhard Schröder ist wieder einmal unterwegs, und mit ihm reist der übliche Kanzler-Tross: zwei Bundesminister, ausnahmsweise der Kanzleramtschef, ein Staatssekretär, Dutzende Beamte aus allen Ressorts, Diplomaten, Dolmetscher, ein Arzt, das für die Sicherheit zuständige „Kanzler-Kommando“ des BKA, drei Gepäckmeister und 40 Journalisten.

Die wichtigsten Gäste zwischen der „Holzklasse“ im hinteren Teil des umgebauten Airbusses und der abgetrennten „Schlafzone“ im vorderen Teil der Maschine sind die Manager aus Deutschland. Die grau melierte Herrenrunde, nur eine Unternehmerin ist dabei (siehe: Mit dem Kanzler in Asien), reist in dieser Woche vier Tage durch China und einen Tag nach Kasachstan, um dort mit Hilfe des Kanzlers künftig Geschäfte zu machen.

„Die Unterstützung der Wirtschaftskontakte“ und die „politische Flankierung deutscher Unternehmensinteressen“, so steht es wörtlich in den amtlichen Reiseunterlagen, sind die wichtigsten Ziele des nunmehr fünften China-Trips des Kanzlers.

Ob in Asien, den arabischen Ländern oder in Südamerika – für Schröder besteht Außenpolitik jenseits der EU-Grenzen vor allem aus Geschäften. Das schwarz-rot-golden gestreifte Regierungsflugzeug hat sich zum nationalen Exportförderer der Sonderklasse entwickelt – zu einem fliegenden Basar.

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