Retour-Kutsche für EU-Beschluss Deutsche Autobauer fürchten chinesische Strafzölle

Das chinesische Handelsministerium prüft eine Beschwerde über subventionierte europäische Oberklassewagen auf dem chinesischen Markt. Das könnte die Antwort der Volksrepublik auf die EU-Strafzölle auf Solarmodule sein.
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Chinesen und deutsche Autos – ein unzertrennliches Begriffspaar, das nicht nur An Tiecheng, Chef von FAW Volkswagen, hier vor dem VW-Messestand auf der Auto Shanghai verkörpert. Doch nun könnte es zum Bruch zwischen der Traumpaarung kommen, zumindest was deutsche Importe angeht. Quelle: dpa

Chinesen und deutsche Autos – ein unzertrennliches Begriffspaar, das nicht nur An Tiecheng, Chef von FAW Volkswagen, hier vor dem VW-Messestand auf der Auto Shanghai verkörpert. Doch nun könnte es zum Bruch zwischen der Traumpaarung kommen, zumindest was deutsche Importe angeht.

(Foto: dpa)

Frankfurt/ StuttgartDer Handelsstreit der EU mit China könnte Europas Autobauern auf dem weltgrößten Absatzmarkt schaden. Außer Strafzöllen auf europäischen Wein erwäge die Regierung in Peking auch zusätzliche Zölle auf den Import von Autos aus Europa, befürchtet der Verband der europäischen Fahrzeughersteller ACEA. Damit sei zu rechnen, falls die EU-Kommission nicht von ihrer gegenwärtigen Handelspolitik gegenüber China abweiche und die Strafzölle auf chinesische Solarmodule zurücknehme. Wenn es keine Verbesserung des politischen Klimas gebe, dann werde China voraussichtlich „Vergeltung“ bei Fahrzeug-Einfuhren üben, sagte ein ACEA-Sprecher am Freitag in Brüssel.

Nach Angaben des Verbands ging beim Handelsministerium in Peking eine Beschwerde über unzulässige Beihilfen ein, mit deren Hilfe europäische Autobauer ihre Fahrzeuge in China unter Wert verkauften. Die Regierung habe daher ein Prüfverfahren für Strafzölle auf europäische Oberklasse-Wagen angekündigt. Erste Strafzölle könnten ab September erhoben werden, im Visier stünden Autos mit einem Hubraum von mehr als zwei Litern.

Dieses vor allem von deutschen Herstellern wie Audi, VW, BMW, Daimler und Porsche dominierte Marktsegment machte zuletzt laut des deutschen Herstellerverbands VDA acht Prozent des chinesischen Automarkts aus. Die Mehrheit der Autokäufer erwirbt hingegen kleinere Pkw mit einem Motorhubraum zwischen 1,1 bis 1,6 Liter. Insgesamt wurden in China im vergangenen Jahr 13,2 Millionen Pkw verkauft – zwanzig mal mehr als im Jahr 2000. Zum Vergleich: In Europa fielen die Verkaufszahlen 2012 mit gut zwölf Millionen Neuwagen auf den tiefsten Stand seit 1995. Der Autoexport aus Europa nach China brummt: 2011 gingen laut ACEA knapp 545.000 Pkw im Wert von mehr als 17 Milliarden Euro nach China, knapp ein Fünftel der europäischen Autoausfuhren in alle Welt.

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23 Kommentare zu "Retour-Kutsche für EU-Beschluss: Deutsche Autobauer fürchten chinesische Strafzölle"

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  • Sollte der EU Markt abgeschottet werden,

    das werden unsere Gierhälse der freien Raubtiermarktwirtschaft niemals zulassen!
    Sie brauchen keine Angst zu haben.

  • -unzulässige Beihilfen ein, mit deren Hilfe europäische Autobauer ihre Fahrzeuge in China unter Wert verkauften.-

    Ja. Und das Ganze heißt ins Deutsch übersetzt: Target II!

    Wir subventionieren unsere eigenen Exporte, nachdem wir die Ware mit Hilfe von Dumpinglöhnen hergestellt haben, damit wir auch zukünftig kräftig bei den chinesischen Niedrichstlöhnen mitspielen können.

    Also: wo soll weiterer Verlust noch herkommen?
    Schlimmer als jetzt geht es doch sowieso nicht.

  • @cucco
    Sie reden wie der Blinde von der Farbe! Offensichtlich kennen Sie Ausland nur als Ballermann!
    Niemals koenne sie etwas mit chinesischer Industrie zu tun gehabt haben, moeglicherweise wissen sie gar nicht wo China liegt, aber Stammtischparolen klopfen!

  • Die chinesischen Arbeiter können nur das produzieren, was ihnen vorgegeben wird. Die meisten chinesischen Waren sind sind vergleichbar mit dem Frühstadium der japanischen Nachkriegsindustrie: mangelhaft. Der Unterschied zu den Japanern ist jedoch, dass die Chinesen schon das Know.how hätten, jedoch absichtlich Schrott produzieren wo ein etwas höherer Aufwand nötig wäre, um Kundenzufriedenheit auszulösen. Design und Qaulität sind eben Discounter Niveau also kurzlebig. Verzehrprodukte und Körperpflege sind oft getrickst oder sogar gesundheitsschädlich. Die europäischen Hersteller in China fahren exorbitante Gewinne durch niedrige Löhne und mangelnde Umweltstandards ein, ohne dass deren Produkte in Europa die niedrigen Herstellungskosten in den Preisen widerspiegeln. Wer ist also der Nutzniesser der eorpäischen Produkte "made in China" ? Weder der europäische Arbeiter noch der europäische Käufer.
    Es läuft darauf hinaus, dass nur der Aktionär und die Firmenbetreiber im Profit baden.
    Darauf sollte Europa verzichten und sich abschotten im dringenden Interesse unserer Bevölkerung, die Arbeitsplätze braucht und nicht Super Gewinne für Manager und Aktionäre.. Billigprodukte für Discounter kann man in den armen EU Ländern und angrenzenden Ländern herstellen. Diese Möglichkeiten werden vollkommen unzureichend ausgenutzt. Warum wohl?

  • Die Chinesen sitzen auf dem Geld.Wenn sich die Talfahrt in Europa weiter fortsetzt fegen die Chinesen den Rest der noch intakten Wirtschaft zusammen und zahlen dafür "Peanuts".
    Die einseitige "EZB Poltik" wird in in einem Fiasko enden davon bin ich fest überzeugt.Die Informationen der FED die über ein Ende der Geldschwemme fachsimpeln ist ein Indiz dafür aus dem Hamsterrad nicht mehr herauszukommen.

  • [...]

    Und LEXUS ist technologisch führend. LEXUS automatikgetriebe z.B. sind deutschem Ramsch weit überlegen. Dazu haben sie die beste und zuverlässigste Hybridtechnik der Welt. Die deutschen Schrotthersteller sind immer noch bei ihren uralt Ölbrennern. Zu blöd Elektromotoren zu verbauen. Obwohl BMüllW ja jetzt bei TOYOTA in die Lehre geht. Und Müllcedes bei NISSAN. Trotzdem werden die Japaner den deutschen Drecksmarken niemals die beste Hybridtechnik liefern. Die ist für LEXUS gedacht.

    +++ Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich und beachten Sie unsere Nettiquette: www.handelsblatt.com/nettiquette +++

  • @Handelsblatt Redaktion: Wie oft müssen wir diesen Oberscheiss von "LEXUS" hier hinter jedem zweiten Kommentar noch lesen, bis sich die Redaktion bequemt, das endgültig zu löschen? Während andere Kommentare bis zum erbrechen zensiert werden mit Hinweis auf alles mögliche, geht so ein Mist hier 10 x ohne weiteres durch! Kein Wunder, wenn bald auch die Kommentarleser (nach den HB Zeitungslesern) woanders hin wechseln! Das wird ja jede Woche schlimmer!

  • LEXUS schnitt seit jeher besser ab, weil zwar technisch ausgereifte, aber alte Technik verbaut wurde.

    Die Deutschen führten Innovationen ein und da läuft von Beginn an nicht alles perfekt.

    Das einzige, was bei einem Lexus Modellwechsel wirklich neu war, war das Design, was aber ständig - bis heute - immer noch an BMW/Mercedes Design angelehnt ist.


    Also fahre weiter dein japanisches BMW Plagiat und bekehre ein paar Teenager. Vielleicht glauben die noch so einem Depp.,

  • Nachstehend mein Kommentar in Autohaus vom 5.6.2013 auf die Meldung, dass Volvo (Mehrheitseigner Geely) ab 2014 aus einem neuen Werk in Chengdu Autos für den Weltmarkt produzieren wird: "...Die Karavane zieht weiter nach China und später Indien. Herr Winterkorn wurde so eben in den wichstigsten Beraterstab des neuen chinesischen Regierungschef Li Keqiang berufen. Sicherlich auch aufgrund der Aktivitäten, die VW dort durchführt. Von den 9-10 Mio. VW-Plan-Autos für 2013 nimmt China gut ein Drittel ab. Z.Zt.baut VW dort alleine und mit seinen beiden Joint-Venture-Partnern für fast 12 Mia. Euro Werke auf. Zwei in eigener Regie, sieben weitere mit den Partnern. Was investieren unsere Hersteller in EU? Von D-Land will ich gar nicht mehr reden; lustlos verbraten sie die von der Regierung für E-Auto-Entwicklung spendierte Milliarde Euro. In China leben fast 1.4 Mia. Menschen. Dort kommen aktuell gut 50 Autos auf 1.000 Einwohner. Bei uns und EU sind es je nach Land im Schnitt 500 - 600. Keine Frage, wo künftig die Autowelt zu Hause ist. In D - Land wird keine Fabrik mehr gebaut. Auch in Europa werden US-, Fernost-(ex. China) und EU-Hersteller kein neues Werk mehr bauen. EU hat 20-25 % Überkapazitäten. Spätestens 2018 - 2020 kommen Autos dt. Premiumautobauer für den EU-Markt auch aus China. Offen ist noch, wie lange Forschung und Entwicklung noch hier stattfinden? Indien ist zwar z.Zt. der billigste Produktionsstandort weltweit, in die nächsten 10 Jahren sicher kein Produktonsstandort für den EU-Markt. Es sei denn, weitere etablierte Nachahmer der Dacia-Stratgie folgen alsbald.

    PS: Bilder sagen mehr als Worte - Chinesisches Marktpotential:
    CAN, USA, MEX, BRA = 640 Mio. Einwohner,
    EU 27 plus Türkei = 580 Mio. Einwohner,
    JAP und S-KOR = 180 Mio. Einwohner.
    In Summe: 1.400 Mio. Chinesen.
    Noch Fragen zum Autostandort Deutschland?

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht. Gleichlautender Beitrag von 20.29 Uhr wurde mehrmals gepostet. +++

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