Rettung für Athen Die Zuversicht nimmt zu - zumindest offiziell

Statt nach Rom zu reisen sprach Bundeskanzlerin Merkel heute am Telefon mit Italiens Regierungschef Monti. Offizielles Ergebnis: Eine Einigung zu Griechenland steht bevor. Doch es gibt auch weniger optimistische Stimmen.
Update: 17.02.2012 - 19:27 Uhr 13 Kommentare
Kein Gegenbesuch in Rom: Bundeskanzlerin Merkel telefonierte heute nur mit ihrem italienischen Amtskollegen Monti. Quelle: dpa

Kein Gegenbesuch in Rom: Bundeskanzlerin Merkel telefonierte heute nur mit ihrem italienischen Amtskollegen Monti.

(Foto: dpa)

Rom/Berlin/LuxemburgDeutschland und Italien sind nach offiziellen Angaben aus Rom „zuversichtlich“, dass beim Treffen der Euro-Gruppe am Montag eine Einigung über neue Hilfsgelder für Griechenland erzielt wird. Dies sei das Ergebnis einer Telefonkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Italiens Ministerpräsident Mario Monti und auch dem griechischen Regierungschef Lucas Papademos, teilte am Freitag die Regierung in Rom mit.

Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, forderte, bei dem Treffen am Montag müsse es „mindestens“ eine Einigung über den  Schuldenschnitt für Athen geben. Es sei zudem „weise, sinnvoll und

empfehlenswert“, sich auch auf die Grundzüge des zweiten Hilfsprogramms zu einigen, sagte Junker vor Journalisten in Luxemburg..

Die Euro-Gruppe kommt am Montag in Brüssel zusammen, um über die Rettung Griechenlands vor der Staatspleite zu beraten. Dafür sollen die privaten Gläubiger des hochverschuldeten Landes freiwillig auf Forderungen in Höhe von 100 Milliarden Euro verzichten. Dieser Schuldenschnitt ist die Voraussetzung dafür, dass die Euro-Länder ein zweites Hilfspaket in Höhe von insgesamt 130 Milliarden Euro beschließen.

Wie der „Spiegel“ vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtet, hat sich die Mehrheit der Euro-Finanzminister inzwischen aber auf ein Scheitern der Griechenland-Rettung eingestellt. Vor allem Deutschland stemme sich wegen der weiterhin immens hohen Staatsverschuldung gegen rasche Hilfen für Athen, berichtete der „Spiegel“.

Zumindest einige Fragen sind noch offen, an deren Beantwortung voraussichtlich noch bis Sonntagnacht gearbeitet, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Freitag in Berlin. Es müsse sichergestellt werden, „dass wir ein Programm abschließen mit der gebotenen Länge, Dauer und Nachhaltigkeit“. Derzeit sei es noch zu früh zu sagen, wie die Entscheidung ausfallen werde.

Der Sprecher wies zugleich die Spekulationen zurück, es gebe bereits Planspiele für eine Insolvenz Griechenlands. „Wir arbeiten daran, dass Griechenland langfristig stabilisiert wird. Wir arbeiten daran seit 2010 rund um die Uhr“, versicherte er.

Der „Spiegel“ zitierte einen Regierungsinsider aus Berlin, wonach am Montag als Alternative zu einer Einigung auf neue Hilfsgelder auch die Weichen für eine Pleite Griechenlands mit anschließendem Euro-Austritt gestellt werden könnten. Der französische Regierungschef François Fillon wies am Freitag Spekulationen über eine Staatspleite Griechenlands als „völlig unverantwortlich“ zurück. „Wir müssen absolut alles unternehmen, um einen Zahlungsausfall Griechenlands zu verhindern“, forderte Fillon. Da das griechische Parlament den Sparvorgaben der internationalen Gläubiger und der Banken zugestimmt hätten, müssten nun auch „die Europäer ihren Zusagen nachkommen“, sagte er. „Das ist die Position, die Frankreich vertritt.“

  • afp
  • dapd
  • dpa
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Rettung für Athen - Die Zuversicht nimmt zu - zumindest offiziell

13 Kommentare zu "Rettung für Athen: Die Zuversicht nimmt zu - zumindest offiziell"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Politiker scheinen voller Freude darüber zu sein, dass sie endlich weitere 130Mrd. Euro nach Griechenland transferieren dürfen. Was geht in solchen euromantischen Köpfen eigentlich vor sich? Geld das hier unbedingt gebraucht würde, wird in ein Faß ohne Boden geworfen und die Politiker sind voller Zuversicht, dass sie endlich das Geld für GR freimachen können. Zusätzlich ein 100 Mrd. Krediterlaß, d.h. ein 100 Mrd. Geschenk an die Griechen - kein Problem, das stecken wir doch einfach weg: Peanuts.
    Gibt es den niemanden der unsere Chaotenpolitiker endlich mal wachrüttelt?

  • Vor höchstens vier Wochen schrieb ich ein Kommentar zu einem Artikel im HB, wo ich beschrieben hatte wie der Tag nach der Bekanntgabe der GR-Pleite aussehen könnte.....

    Teil 1 scheint jetzt einzutreten, nämlich dass jetzt gesagt wird das alles in bester Ordnung sei....

    und in den Hinterzimmern der Regierungen der Fall für eine Pleite durchgespielt wird.


    WESHALB WOHL?!, werden solche Nachrichten immer zum Wochenende an die Öffentlichkeit gegeben.
    Nach 20.00 CET am Freitag haben die Amis noch Zeit ein paar Bits bis 22.00 CET zu stellen und die Börsen für Montag zu justieren.... leider ist am Montag in USA "Presi-day" und deren Börsen kommen dann erst am Dienstag zum Zug...dann aber, wie immer, mit voller Wucht.

    ....meine zweite Ansicht war, dass die in Euro -nicht währungsgesicherten- Anlagen wertlos werden, da der € kollabiert...
    dies scheint aber ,Gott sei dank, nicht einzutreten.

    So, mal abwarten was der "Rosen"-Montag dann bringt.

  • Genau und das ist der Punkt. Expraesident Wulff hätte diesen ESM Vertrag unterzeichnen müssen und hielt diesen für bedenklich. Ab da an begann die Hatz

  • Was so ein Umschlag einbringen kann. Verglichen mit dem darin enthaltenen Betrag, macht sich das "Abwarten auf höhere "Weihen" immer wieder aufs Neue, regelrecht bezahlt. Weine keine Träne um mich, Deutschland, du verdienst die Politiker, die du hast. Denen ist Geld nämlich piep egal.

  • " Monti ist primär Goldman-Sachs Bankster und muß um jeden Preis die GR-Pleite versuchen zu verhindern"

    Aber genau dieser "Verein" hat den Institutionellen empfohlen (bereits im letzten Sommer hinter vorgehaltener Hand, was aber versehentlich öffentlich wurde), auf eine Pleite via CDS zu wetten.

  • Das ist alles Pipifax verglichen mit der ESM-Bank, die die Funktionäre jetzt in Kürze ins Leben rufen wollen. Siehe "Taxpayers Association of Europe fordert Stopp des ESM", die bisher detailerste Analyse dieser kriminellen Organisation.
    Wir werden alle noch hunderte Milliarden Euro pro Jahr an Kaufkraft gestohlen bekommen. Und zwar im Zweifel pro Jahr!
    Und Herr Schäuble wird derweilen sich ins Fäustchen lachen, denn er kann sich als Gouverneur dieser Bank ein Millionengehalt selbst genehmigen, ein absoluter, rechtsbrechender Skandal ohnegleichen!

  • "All those Lloyds" suchten vergeblich nach sprudelndem Kapital, und haben es prompt gefunden. Dabei spielen Befindlichkeiten von Völkern keinerlei Rolle. Räuber und Wegelagerer hat es schon immer gegeben. Neu dabei ist, die "demokratische" Einbindung und Ausrichtung von Finanzjongleuren jeglicher Art mit gesetzlichen Gewaltakten zum Wohle aller. Eben "Kaltes Pressing". Cheers.

  • Ich schlage als Griechenland-Retter den interessen Vertreter des kleinen Mannes und Erfinder von" HARTZ:IV Gerhard Schröder vor. Ihm ist es nicht peinlich, daß er mit Hilfe des früheren KGB_Majors Putin aus Dresden Aufsichtsrat-Boß eines russischen Gas- und Ölkonzern geworden ist und dort Millionen scheffelt.

  • Die Kanzlerin hatte einen für Freitag geplanten Besuch in Rom wegen des Rücktritts von Bundespräsident Christian Wulff kurzfristig abgesagt. (Zitat)

    Wenigstens doch noch eine erfreuliche Nachricht beim Abgang von Bundespräsident Christian Wulff . Wenn es dann aber heißt, die Finanzminister der Eurogruppe beraten am Rosamontag über das neue Hilfsprogramm und den Schuldenschnitt für das hochverschuldete Griechenland. Sie sollen prüfen, ob die Voraussetzung für ein neues Hilfsprogramm über 130 Milliarden Euro gegeben sind?

    Fragt man sich, ob Fr. Merkel nun unbedingt neben den griechischen auch noch in den italienischen Zeitungen nachschauen möchte bzw. nach Abbildungen sucht – wie Angela als Nazi dargestellt wird und mit Inschriften des Konzentrationslager Auschwitz "Arbeit macht frei" betitelt wurde. Aber vielleicht sagt sie nur, man darf doch ausgerechnet am Rosamontag nicht so nachtragend sein?

    Na dann, schöne Tage in Rom! Stabilität besitzt eben ihre ganz spezifische Sprache. Die Wulff-Krise geht und die griechische bleibt, so ist halt das Leben, da geht oft was daneben.

  • Noch mal schön beschwichtigen bevor die bad-news kommen. Wie doof haltern die einen?!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%