Revolution: Dscholani will Syrien einen – das ist über seine Pläne bekannt
Istanbul, Düsseldorf, Tel Aviv. Der Westen ringt nach dem Sturz des Regimes von Bashar al-Assad darum, wie er auf den Machtwechsel in Syrien reagieren soll.
Israels Luftwaffe begann am Montag damit, mutmaßliche Lagerstätten von Chemiewaffen anzugreifen, damit diese nicht in die Hände der Rebellen fallen. Die Armee bekam außerdem die Anweisung, alle strategischen Waffen zu zerstören, die auf Israel gerichtet sein könnten.
Eine Pufferzone auf syrischem Territorium soll die Israelis zusätzlich schützen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete die Situation als „große Chance“, die aber auch „erhebliche Gefahren“ berge.
Der Nahost-Experte Volker Perthes warnt vor zu viel Euphorie: In Libyen, im Irak, in Afghanistan und in weiteren Ländern habe man gesehen, dass der Sturz eines alten Regimes nicht zwingend zu einer friedlichen Transformation führe, sagt er dem Handelsblatt.
Die islamistische Gruppierung Hayat Tahrir al-Sham (HTS) war am frühen Sonntagmorgen ohne große Gegenwehr ins Zentrum der syrischen Hauptstadt Damaskus eingedrungen. Anführer der HTS ist Ahmed al-Shara’a, besser bekannt unter seinem Kampfnamen Abu Mohammed al-Dscholani. Er war früher Kämpfer der al-Qaida und steht auf internationalen Terror-Listen. Heute gibt er sich gemäßigt.