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Rex Tillerson US-Außenminister wirbt für Isolierung des Iran

Vor allem der Irak und Saudi-Arabien sollen ein Bollwerk gegen das „bösartige Verhalten“ Teherans bilden. Aber auch an Europa appelliert der US-Außenminister, keine Geschäfte mehr mit dem Iran zu machen.
22.10.2017 Update: 22.10.2017 - 20:19 Uhr Kommentieren
Der US-Außenminister hat Sorge vor einem iranischen Expansionsstreben. Quelle: AP
Rex Tillerson

Der US-Außenminister hat Sorge vor einem iranischen Expansionsstreben.

(Foto: AP)

Riad Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson hat arabische Staaten im Nahen und Mittleren Osten aufgerufen, den Iran zu isolieren und seine Machtansprüche zurückzuweisen. Insbesondere Saudi-Arabien und dem Irak wies er dabei am Sonntag die Rolle eines Bollwerks gegen iranische Bestrebungen zu, seinen Einfluss vom Persischen Golf bis zum Mittelmeer auszuweiten. Zugleich machte Tillerson deutlich, dass er dabei von Europa - Unternehmen wie Regierungen - Unterstützung erwarte.

Vor allem ein unabhängiger und blühender Irak sei ein gutes Gegenmittel gegen das „bösartige Verhalten“ Teherans, sagte Tillerson am Sonntag in Riad. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem saudi-arabischen Außenminister Adel al-Dschubair sagte er weiter: „Wir glauben, dass dies in mancher Hinsicht den unproduktiven Einflüssen Irans im Irak entgegenwirken wird.“ Damit meinte er offensichtlich auch die engen Verbindungen zwischen Milizen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit im Irak und dem Iran. „Diese ausländischen Kämpfer müssen nach Hause gehen“, forderte er.

Der Iran kritisierte die US-Regierung, ein arabisches Bündnis gegen Teheran schmieden zu wollen. „Leider will die Regierung von US-Präsident Donald Trump aus ihren Fehlern nicht lernen und auch von ihrem Anti-Iran-Kurs der letzten Monate nicht abweichen“, sagte Außenminister Mohamed Dschawad Sarif. Die Trump-Regierung wolle auch nicht begreifen, dass der Iran für die Region keine Gefahr sei, sondern mit dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für Frieden und Stabilität in der Region sorgen wolle.

Zuvor hatte Tillerson mit dem saudi-arabischen König Salman und dem irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi am Gründungstreffen des Koordinationsrats beider Länder teilgenommen.

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    Teherans Ambitionen entgegenzuwirken sei aber nicht nur Aufgabe der unmittelbaren Nachbarn des Iran, sagte Tillerson. „Wir hoffen, dass europäische Unternehmen, Länder und andere in der Welt sich den USA anschließen, wenn wir ein Sanktionssystem schaffen, dass bestimmte Aktivitäten der (Elitetruppe) Revolutionsgarde verbietet, die Instabilität in der Region fördert und zu Zerstörung in der Region führt“, erklärte Tillerson.

    Der US-Chefdiplomat war bemüht, die erst in jüngster Zeit erfolgte Annäherung zwischen Saudi-Arabien und Irak weiter zu fördern. Konkrete Schritte wie die kürzliche Eröffnung eines großen Grenzübergangs und die Aufnahme von Direktflügen zwischen Riad und Bagdad zeigten „das große Potenzial“, sagte er. Dem stimmten Salman und Al-Abadi zu.

    Allerdings nähern sich die beiden Nachbarstaaten gerade erst nach langer Eiszeit wieder an. Diplomatische Beziehungen wurden erst 2015, ein Vierteljahrhundert nach der irakischen Invasion in Kuwait unter Saddam Hussein, wieder aufgenommen. Der erste Besuch eines saudi-arabischen Außenministers in Bagdad erfolgte im Februar dieses Jahres.

    • ap
    • dpa
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