Risiken durch die Euro-Krise Deutschland haftet mit über einer Billion

Am Donnerstag hat der Bundestag für die Reaktivierung des 480 Milliarden Euro schweren Bankenrettungsfonds Soffin gestimmt. Mit den EU-Hilfen stehen die deutschen Steuerzahler nun für mehr als eine Billion Euro gerade.
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Euro-Scheine der Bundesbank. Quelle: dpa

Euro-Scheine der Bundesbank.

(Foto: dpa)

Berlin/DüsseldorfDurch die am Donnerstag vom Bundestag beschlossene Wiederbelebung des Bankenrettungsfonds Soffin steigt das Haftungsrisiko für Deutschland auf über eine Billion Euro. Mit dem Soffin II trifft Schwarz-Gelb Vorsorge, um im Notfall Banken unter die Arme zu greifen.

Der Bundestag hatte am heutigen Donnerstag gegen die Stimmen der Opposition beschlossen, den 2010 stillgelegten Bankenrettungsfonds Soffin im Umfang von 480 Milliarden Euro zu reaktivieren. Die Neuauflage im Zuge der Euro-Staatsschuldenkrise ist bis Ende 2012 befristet.

Durch die Neuauflage des Bankenrettungsfonds verdoppelt sich nahezu auf einen Schlag das Risiko, für das der deutsche Steuerzahler bürgt.  Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts gehen davon, dass Deutschland im Falle eines Zahlungsausfalls der vier GIPS-Länder Griechenland, Irland, Portugal und Spanien sowie Italiens bereits mit 595 Milliarden Euro in der Haftung ist – das entspricht den gesamten Steuereinnahmen eines Jahres oder knapp einem Viertel des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Insgesamt überschreitet das Haftungsvolumen nun die Grenze von einer Billion Euro.

Um einzelne Euroländer vor der Zahlungsunfähigkeit zu retten, sind verschiedene Rettungsmaßnahmen eingeführt worden. Das Ifo-Institut bezieht in seine Berechnung neben den Staatsanleihekäufe der EZB auch Target-Kredite ein, die zusammen ein Drittel der deutschen Haftungssumme ausmachen. Target-Kredite sind EZB-Refinanzierungskredite an die Banken eines Landes, die über die normale Liquiditätsversorgung dieses Landes hinausgehen. Ob sie tatsächlich eigenständige Risiken darstellen ist umstritten. Die Bundesbank und viele Ökonomen bestreiten das.

Die ersten Garantien für Griechenland  wurden im Mai 2010 vereinbart, um eine akute Insolvenz Griechenlands zu verhindern. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsleistung von Euroländern und IWF. Griechenland wurden 80 Milliarden Euro von den Euroländern und 30 Milliarden Euro vom IWF zugesagt. Die Kredite werden in Abhängigkeit vom Finanzierungsbedarf des griechischen Staates in einzelnen Tranchen ausgezahlt.Insgesamt sind 13 Tranchen bis Juni 2013 geplant. Deutschlands Anteil beträgt 22,3 Mrd. Euro, wenn die Auszahlungen wie geplant fortgesetzt werden können. Am IWF-Rettungspaket ist Deutschland mit einem Anteil beteiligt, der sich nach der Stimmenverteilung im IWF richtet. Deutschland beteiligt sich an den 30 Mrd. Euro mit sechs Prozent.
Mit Material von dpa

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60 Kommentare zu "Risiken durch die Euro-Krise: Deutschland haftet mit mehr als einer Billion Euro"

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  • Staatsanleihekäufe der EZB + Target2-Kredite = 1/3 von 1 Bill ?
    Das wären so etwa 333 Mrd.
    Irgendwie scheint mir das HB etwas hinter den aktuellen Zahlen herzuhinken. Zum Jahreswechsel wurden die Target2-Kredite der Bundesbank alleine schon mit 500 Mrd. € in verschiedenen Publikationen saldiert.
    http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/9272-deutsche-bank-zahlungsbilanzkrise-in-euro-zone#13279959901572&if_height=6248

  • Bei Rot/Grün und den Linken auch nicht anders!
    Warum vergessen die Menschen immer so schnell?

    Wir brauchen neue Parteien! Wählbar sind nur noch Schäffler und Co (die sogenannten "Abtrünnigen"). Das sind die einzigen mit Verstand!

  • Die Garantie Merkels und Steinbrücks für die deutschen Spareinlagen war vom Bundestag nicht abgesegnet und nur ein Bluff. Hat Steinbrück sogar im Kamingespräch auf N-TV zugegeben.

    Unter Steinbrück und seinem Einflüsterer Asmussen wurden auch die Derivate in D zugelassen.
    Und jetzt soll Steinbrück auch noch Kanzlerambitionen haben?

    Wer so blöde ist und Rot/Grün wählt, dem gehört es nicht besser.

    Was wir brauchen sind neue Parteien! Warum setzen sich Schäffler, Gauweiler und Wilsch nicht mal zusammen???

  • Wer sich einmal erpressen lässt, wird immer wieder erpresst werden. Merkel hätte im Mai 2010 auf die No Bail-out Klausel verweisen müssen. Die betroffenen deutschen Banken hätte man, je nach Fall, pleite gehen lassen müssen. Das Geld der Sparer zu retten, hätte gereicht und wäre schon teuer genug geworden.

    DER EURO IST TOT - nur die Verantwortlichen klammern sich daran! Wenn sie der Bevölkerung erst mitteilen müssen, dass ihre Sparvemögen und Lebensversicherungen weg sind, wird es wohl ungemütlich werden in unserem Land.

  • WANN wacht der Michel auf ?

    Erst läßt er sich mit dem Teuro "verkohlen" und jetzt endgültig "ausmerkeln".

    SoFFin - 480 Milliarden - deutsche WUNDERWAFFE für den Endsieg ?

    KEIN AUFSCHREI - lautlos von den Volkszertretern in B beschlossen !

    Vermutlich erst wenn alles verloren ist.

  • Die Idee, dass Deutschland nicht zu mächtig wird, weil sie die PIGS auf dem Gepäckträger haben ist vollkommen dumm! Südeuropa ist faul und macht sich schwer. Ist das alles, was Menschen in Südeuropa aus ihrem Leben machen sollen?

    Ich kann damit leben ein gebremstes Rad zu sein, aber als Bremsklotz in Südeuropa geboren zu werden ist menschenverachtend! Das haben die Menschen nicht verdient.

  • es ist nahe zu sträflich, wenn Herr Schäuble behauptet: keiner müsste den -Soffin- in Anspruch nehmen. Ich frag mich allen Ernstes ob es noch eine Steigerungsform für so eine Treistigkeit gibt. Herrn Schäuble ist es offen- sichtlich entgangen, dass Deutschland mit 2 Billionen im Salz steht. Dann noch einen Soffin-Rettungsschirm für dt. Banken mit "läppichen" 480 Mrd. Euro?!? Wer soll das bezahlen wenn es schief geht????? Ich glaube, dass es langsam an der Zeit wäre, sich entdlich Gedanken über den Fortbestand des Euros zu machen. Es kann nicht sein, dass Deutschland die Melkkuh schlechthin ist. Das andere auf unsere Kosten leben und sich einen schlauen Lenz machen,ist wirklich eine Geschmacklosigkeit 1. Güte. Das muss auch die Regierung in Berlin einsehen.
    In Davos hat Angela Merkel zu ersten Mal davon gesprochen, Deutschland nicht zu überfordern. Es geht auch deutlicher: Rien ne vas plus, wir können nicht mehr, sonst gehen wir über den Jordan.

  • Jeder halbwegs informierte Bürger muss erkennen, dass das
    gegenwärtige Gehampel um Europa und den € ein schlimmes Ende
    nehmen muss.Der Rheinische Karneval ist dagegen eine seriöse
    Veranstaltung. Vor allen Dingen finanzierbar!!!

  • Ich bin mittlereile ganz schön sprachlos...seit Mai 2010 wird die sukzessive Plünderung Deutschlands von europäischen Politikern und ihren Kumpanen in Berlin und Karlsruhe systematisch durchgeführt. Damals ging es noch um 30 Mrd. Euro "Hilfen" für Griechenland und alle im Lande (ausgenommen die Kollaborateure in Berlin und Karlsruhe) waren empört. Volksabstimmung Fehlanzeige. Man hatte Angst, dass die Demokratie ein Projekt zu Fall bringen könnte, was zu keinem Zeitpunkt wirklich demokratisch legitimiert war: die EU. Ich kann nachvollziehen, dass man Entscheidungen, deren Konsequenzen sich nur (wenn überhaupt)einigen Experten erschliessen, nicht dem Volk überlassen möchte. Anderthalb Jahre später sind wir bei einer Billion Euro "Haftung" angekommen und wir wissen nunmehr, dass Angela Merkel und dieser ganze Haufen überbezahlter, aber unterqualifizierter Schmarotzer im Bundestag die Konsequenzen ihrer Entscheidung ebenso wenig verstehen konnten und können, wie der Rest des in ihren Augen unmündigen Volkes. Angela Merkel wäre gewählt und hätte somit die demokratische Legitimation, mit Deutschland zu machen und zu lassen, was sie will, so ihre Argumentation. Adolf H. dürfte sich 1933 in etwa Ähnliches gedacht haben-mit bekannten Folgen. Merkel hat den Südländern "unseren" (nicht ihren) Finger gereicht und mittlerweile sind sie vor lauter Undankbarkeit dabei, uns den ganzen Arm auszureissen. Und Merkel und die Verräter in Berlin kollaborieren fleissig weiter. Nicht hat sich im Süden getan, die Vetternwirtschaft beschäftigt weiter eine ganze Armee von ineffizienten, überflüssigen Beamten im Staatswesen, die Staatsdefizite sind immer noch im hohen einstelligen Bereich und mittlerweile hat sich Diskussion um 180 Grad gedreht. Wurde im Mai 2010 noch von Betrügern in der Eurozone gesprochen, stehen wir mittlerweile am Pranger, weil wir nicht gleich alle Schulden übernehmen. Ich bin mittlerweile wirklich sehr sehr wütend:

    http://www.youtube.com/watch?v=axvjKgV1XTA

  • Also ein Billion, das geht doch noch. Wir haben doch auch erst Januar.
    Da kann im Laufe des Jahres, falls wir das überleben, noch eine Menge dazu kommen.
    Und wenn es schief geht, ist doch das altbekannte Mittel auch schon da: Lohnzurückhaltung, noch mehr Dumpinglöhne, den Gürtel enger schnallen usw. aber gleichzeitig Diätenerhöhung.
    Ist doch altbekannt und trotzdem ist doch Merkel so beliebt.
    Die Detuschen dürften das blödeste Volk weltweit sein
    Wahrscheinlich lachen hiter vorgehaltener Hand ohnehin alle über uns

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