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Rohingya in Bangladesch „Die am schnellsten voranschreitende Flüchtlingsnotsituation der Welt“

Wegen der Gewalt gegen die muslimischen Rohingya steht Myanmar unter dem Verdacht einer systematischen Vertreibung. Hunderttausende sind bereits nach Bangladesch geflohen – doch die Uno-Mitglieder helfen nur zögerlich.
28.09.2017 Update: 28.09.2017 - 22:29 Uhr Kommentieren
Eine Familie der muslimischen Minderheit der Rohingya durchquert am 28.09.2017 in Teknaf (Bangladesch) im Regen ein schlammiges Feld. Binnen eines Monats sind nach neuesten UN-Angaben mehr als eine halbe Million Menschen aus dem vorwiegend buddhistischen Myanmar in das muslimische Nachbarland Bangladesch geflohen. Quelle: dpa
Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch

Eine Familie der muslimischen Minderheit der Rohingya durchquert am 28.09.2017 in Teknaf (Bangladesch) im Regen ein schlammiges Feld. Binnen eines Monats sind nach neuesten UN-Angaben mehr als eine halbe Million Menschen aus dem vorwiegend buddhistischen Myanmar in das muslimische Nachbarland Bangladesch geflohen.

(Foto: dpa)

Seit Beginn der Unruhen in Myanmar Ende August sind bereits mehr als 500.000 Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya ins benachbarte Bangladesch geflohen. „Das ist die größte Massenfluchtbewegung in der Region seit Jahrzehnten“, sagte der stellvertretende UN-Sprecher Farhan Haq am Donnerstag. Rechne man die bereits früher Geflüchteten ein, lebten mittlerweile vermutlich deutlich mehr als 700.000 Rohingya in Bangladesch.

Die meisten von ihnen kamen in behelfsmäßigen Flüchtlingslagern im Grenzbezirk Cox's Bazar unter. Dorthin flüchteten sie, nachdem Ende August muslimische Aufständische eine Reihe von Polizeiposten attackiert hatten und das Militär mit harter Hand zurückgeschlagen hatte. Ganze Dörfer wurden niedergebrannt und auch Zivilisten getötet. Kritiker warfen der myanmarischen Regierung eine ethnische Säuberung vor. Die bestritt jedoch, dass sie für die Brandschatzungen verantwortlich war.

Haq sagte, Hilfsorganisationen würden mit der bangladeschischen Regierung zusammenarbeiten, um den Zugang zu den Flüchtlingslagern zu verbessern. Dieser wird unter anderem durch die schlechten Straßen erschwert. Auch die Lieferung von Hilfsgütern solle besser koordiniert werden.

Haq beklagte aber, dass trotz des gigantischen Ausmaßes dieser Flüchtlingskrise das nötige Geld fehle. Von den 77 Millionen Dollar, die die Uno Anfang September gefordert hatten, seien bisher weniger als die Hälfte angekommen. Und weil laufend neue Flüchtlinge dazukämen, müssten die anfänglichen Schätzungen noch einmal angehoben werden, sagte Haq.

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    UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Krise um die muslimische Minderheit der Rohingya als „humanitären und menschenrechtlichen Alptraum“. Seit dem Ausbruch der Gewalt Ende August habe sich die Krise zur „am schnellsten voranschreitenden Flüchtlingsnotsituation der Welt“ entwickelt, sagte Guterres am Donnerstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Die dadurch entstandene humanitäre Krise sei „nicht nur Brutstätte für Radikalismus, sondern setzt gefährdete Menschen inklusive junger Kinder dem Risiko von Kriminalität wie Menschenhandel aus“.

    Zusätzlich zu der bereits geflohenen mehr als eine halben Million könnten weitere 250.000 Rohingya gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen, wenn die Regierung von Myanmar die „systematische Gewalt“ in der Rakhine-Provinz nicht angehe, sagte Guterres. Bislang seien nach Angaben aus Myanmar mindestens 176 der 471 muslimischen Dörfer im Norden der Rakhine-Provinz komplett verlassen worden.

    Die muslimische Minderheit der Rohingya ist staatenlos, nachdem ihnen die damalige Militärjunta 1982 die Staatsbürgerschaft entzogen hatte. Sie werden in Myanmar seit Jahrzehnten diskriminiert und verfolgt. Die jüngste Gewaltwelle hat auch dem Ruf von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi geschadet, die seit 2016 als sogenannte Staatsrätin an der Spitze der Regierung Myanmars steht.

    • ap
    • dpa
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