Rohstoffe: Lithium und Seltene Erden: Australien plant die China-freie Lieferkette
Australien will die Weiterverarbeitung von wichtigen Rohstoffen im eigenen Land konzentrieren.
Foto: Bloomberg/Getty ImagesBangkok. Im globalen Wettbewerb um die zentralen Rohstoffe für den Ausbau der Elektromobilität und erneuerbarer Energien warnt Australiens Regierung vor erheblichen Risiken durch die dominante Rolle Chinas. Vor diesem Hintergrund will sich das Land bei der Lieferung von kritischen Mineralien wie Lithium und Seltene Erden als zentrale Alternative zur Volksrepublik positionieren.
Derzeit arbeitet die Regierung von Premierminister Anthony Albanese an einer neuen nationalen Strategie, mit der sie Australiens Bedeutung auf dem Weltmarkt erhöhen will. Die Ausgangslage beschreibt die Regierung schon jetzt mit deutlichen Worten: Die aktuelle Konzentration der Branche in China mache Lieferketten besonders anfällig für Störungen – „mit weitreichenden und tiefgreifenden wirtschaftlichen Folgen“, warnte Australiens Schatzkanzler Jim Chalmers vor wenigen Tagen.
Er verglich die Lage im Geschäft mit den Rohstoffen, die für E-Auto-Batterien ebenso benötigt werden wie für Windkraftanlagen, mit der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen: „Angebot und Preis werden zur Geisel von Konflikten und geopolitischem Wettbewerb.“
Dass sich Europa und Amerika der Risiken zunehmend bewusst werden und versuchen, ihre Lieferketten von China unabhängiger zu machen, sieht Chalmers als Chance für die Industrie seines Landes: „Unsere internationalen Freunde müssen sich auf jemanden verlassen“, sagte er. „Lasst uns dafür sorgen, dass wir diejenigen sind, auf die sie sich verlassen werden.“