Rohstoffe Trump kritisiert Deutschland für Erdgasimporte aus Russland – aber die USA importieren selbst russisches Öl im Milliardenwert

Donald Trump kritisiert Deutschland für milliardenschwere Erdgasimporte aus Russland. Dabei kaufen die USA selbst große Mengen des russischen Rohstoffs.
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Trump – „Deutschland ist Gefangener Russlands“

DüsseldorfVor dem Beginn des Nato-Gipfels an diesem Mittwoch sparte US-Präsident Donald Trump nicht an Kritik an seinen Bündnispartnern. Vor allem Deutschland ist zur Zielscheibe seiner Unzufriedenheit geworden. Neben den zu geringen Ausgaben für Verteidigung stört ihn vor allem der Bau der Pipeline Nord Stream 2, durch die in Zukunft zusätzliches Erdgas von Russland nach Deutschland strömen soll.

„Deutschland ist ein Gefangener Russlands“, sagte Trump am Mittwoch bei einem Frühstück mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Die Erdgasimporte bezeichnete er als „sehr unangemessen“. „Es ergibt gewiss keinen Sinn, dass sie Milliarden an Dollar an Russland zahlen und wir sie jetzt verteidigen sollen gegen Russland.“

Ein Blick auf die Rohstoffimporte der USA zeigt jedoch: Die USA kaufen selbst fleißig Rohstoffe aus Russland. Zwar kein Erdgas wie Deutschland, dafür aber Rohöl und weitere Erdölprodukte. Das geht aus Zahlen des amerikanischen Amts für Energiestatistik EIA hervor.

So importierten die USA im vergangenen Jahr insgesamt rund 140 Millionen Barrel Öl aus Russland – ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2016, als noch 161 Millionen Barrel importiert wurden. Den höchsten Wert der vergangenen 20 Jahre erreichten die Ölimporte aus Russland im Jahr 2011. Damals führten die USA mehr als 227 Millionen Barrel russischen Öls ein.

Öl aus Russland machte 2017 laut den EIA-Daten zwar nur rund 3,8 Prozent des gesamten Ölimports der USA aus. Der größte Anteil stammte aus Kanada (39,9 Prozent) und den Opec-Staaten (33,3 Prozent). Dennoch zahlten auch die USA für die Einfuhren Milliardenbeträge an Russland.

So lag der durchschnittliche Preis für ein Barrel Öl (einschließlich Zoll- und Transportkosten) im Jahr 2017 bei 48,5 US-Dollar. Dementsprechend zahlten die USA im vergangenen Jahr insgesamt ungefähr 6,79 Milliarden US-Dollar für russisches Öl, 2016 – mit einem Jahresdurchschnittspreis von 38,56 Dollar pro Barrel – 6,2 Milliarden US-Dollar.

Deutschland importierte nach Zahlen des Statistischen Bundesamts im Jahr 2016 Erdgas im Wert von 20,05 Milliarden Euro. Davon stammten nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft rund 40 Prozent aus Russland. Somit zahlte Deutschland 2016 für russisches Erdgas rund acht Milliarden Euro. Mit dem durchschnittlichen Wechselkurs zum Dollar aus 2016 macht das gute neun Milliarden US-Dollar – durchaus vergleichbar mit den US-Ölimporten aus demselben Jahr.

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  • Unsere Versorger kaufen Gas und Oel wo sie es am billigsten um zuverlaessigsten kriegen.
    Russland hat uns noch nie haengen gelassen, aber die Ukraine hat in der Vergangenheit
    angedroht die Gaspipeline zu sperren. Genau deshalb brauchen wir Nordstream 1 und 2.
    Und warum sollen wir aufwendige Transitgebuehren bezahlen, wenn wir dies vermeiden
    koennen. Energiekosten sind wichtig fuer die Wettbewerbsfaehigkeit unserer Industrie
    und fuer die Begrenzung der Kosten der Endverbraucher.

  • Bin gespannt, wie die Geschichte mit dem iranischen Oel ausgeht: Die grossen Kunden sind
    China, Japan, Suedkorea etc. Schickt Trump Flugzeugtraeger um das zu unterbinden?

  • Das hat dem Helden nur noch keiner gesteckt.

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