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Rückblick Pech und Peinlichkeiten im politischen Jahr 2018

Neben Reden und Reformen haben es 2018 auch eher peinliche Momente der Politiker in die Medien geschafft haben. Es gab Flugpannen und saubere Waldböden.
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Auf dem Weg zum G20-Gipfel in Buenos Aires strandete die Bundeskanzlerin mit ihrer Regierungsmaschine. Quelle: Reuters
Flugzeugpanne der Bundeskanzlerin

Auf dem Weg zum G20-Gipfel in Buenos Aires strandete die Bundeskanzlerin mit ihrer Regierungsmaschine.

(Foto: Reuters)

Berlin Politiker sind auch nur Menschen. Auch sie blamieren sich mit peinlichen Aktionen, ungewollter Komik oder haben einfach nur Pech. Allerdings geschieht das, anders als bei den Regierten, fast immer vor den Augen der Öffentlichkeit. Eine Auswahl der politischen Pannen und Peinlichkeiten des ausgehenden Jahres:

Nicht im Erst

Die parteilose AfD-Sympathisantin und frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach twittert im Februar ein Bild mit der Überschrift „Wegen Kreuz im Logo: Strenggläubiger Muslim will keinen Jägermeister mehr trinken“. Diese Nachricht scheint sie zu ärgern: „Hoppla, ich dachte Muslime dürfen keinen Alkohol trinken. Also kann Jägermeister diese Drohung gelassen hinnehmen“, schreibt Steinbach unter das Bild. „Aber es ist schon dreist, was hier in Deutschland abgeht.“ Was Steinbach erst später merkt: Die Schlagzeile stammt nicht aus einer Nachrichtenredaktion, sondern von der Satireseite „Der Gazetteur“ – und ist frei erfunden.

Gauland geht baden

Ende Mai gerät Alexander Gauland in Potsdam in eine peinliche Situation. Der AfD-Fraktionschef zieht an einem sommerlichen Dienstagabend im Heiligen See ein paar Bahnen, als Unbekannte am Ufer seine Kleidung stehlen. „Für Nazis ist hier kein Badeplatz“, hätten die Diebe gerufen, sagt Gauland später. Als der 77-Jährige am Ufer zurück ist, haben Zeugen bereits die Polizei herbeigeholt. In den sozialen Medien kursiert ein Foto, auf dem der Politiker in nichts als einer Badehose von dannen zieht.

Söderchens Reise zum Mond

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gibt sich gern jugendlich und cool. Das kann bei Politikern schnell daneben gehen. So etwa im Oktober, als Söder wenige Tage vor der Landtagswahl im Freistaat ein Investitionsprogramm für Digitalisierung und Raumfahrt vorstellt. Denn Söder steht bei der Vorstellung des Programms vor einem großen Logo mit der Aufschrift „Bavaria One“, das sein stilisiertes Konterfei zeigt. „Söderchens Reise zum Mond“, spottet das Netz über das Projekt, dessen Logo eher an einen Science-Fiction-Fanclub denn an ein politisches Vorhaben erinnert. Über die Inhalte des Programms wird kaum gesprochen.

Flugpanne 1

Dass nicht nur Passagiere von Billigfliegern mit Flugausfällen rechnen müssen, beweist die Flugbereitschaft der Bundesregierung regelmäßig: Im Oktober strandet Finanzminister Olaf Scholz (SPD) samt Delegation auf Bali, weil Nager Elektronikkabel des Regierungsfliegers „Konrad Adenauer“ angeknabbert hatten. Das Finanzministerium bucht den Chef samt Sprecher, Staatssekretären und Leibwächtern auf einen Linienflug um – 20 Journalisten und weitere Delegationsmitglieder bleiben in Indonesien zurück. Hinterher entschuldigt man sich, dass man sich so zügig davon gemacht hat, ohne sich um Rückreisemöglichkeiten für den Rest zu kümmern – Journalisten können für Preise, die denen der Lufthansa entsprechen, in Regierungsmaschinen mitreisen. Die Panne macht unter dem Namen „Nager-Gate“ Schlagzeilen.

Flugpanne 2

Ende November folgt schon die nächste Panne der „Konrad Adenauer“. Als Angela Merkel mit der Regierungsmaschine auf dem Weg zum G20-Gipfel in Buenes Aires ist, streikt ein Bauteil des Flugzeugs. Dieses Mal bekommt es die ganze Welt mit: Der Flieger muss umdrehen, Merkel kommt mit einem Tag Verspätung zum Gipfel, verpasst unter anderem das traditionelle Familienfoto mit den anderen Staats- und Regierungschefs. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), deren Ressort für die Flugbereitschaft zuständig ist, kündigt nach den beiden Pannen an, die Besatzungen aufzustocken und den Kauf von ein oder zwei weiteren Langstreckenfliegern zu prüfen.

#RakeNews

US-Präsident Trump macht im Herbst mit einer Idee von sich reden, wie sich Waldbrände in Kalifornien vermeiden ließen: In Finnland würden die Menschen viel Zeit mit „Rechen und Aufräumen“ verbringen, würden ihren Waldböden schön sauber halten und sie hätten keine Probleme. Unter #RakeAmericaGreatAgain und #RakeNews reagieren auf Twitter Tausende, darunter viele Finnen, auf Trumps Äußerung. „Nicht mit mir!“, schreibt etwa ein User unter das Foto eines Mannes in Winterjacke, der mit einem Rechen in der Hand vor einem Wald steht. „Ein ganz normaler Tag im finnischen Wald“, steht unter dem Bild einer Frau, die mit einem Staubsauger in einem Wald steht.

Madame Merkel

Eine 100-Jährige ist im November am Rande der Feierlichkeiten zum Ende des Ersten Weltkriegs in Compiègne ganz verzückt, als sie Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron trifft. Kurz nach Macron kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Frau zu, die ganz aufgeregt fragt: „Sind Sie Frau Macron?“. Amüsiert erklärt Merkel in gebrochenem Französisch, dass sie die Kanzlerin Deutschlands sei. Zwar sind Merkel (64) und Macrons Frau Brigitte (65) fast gleich alt. Ähnlich sehen sie sich aber nicht. Merkel und Macron, das sei zur Verteidigung der Dame gesagt, hatten einander zuvor jedoch bildträchtig in vertraulichen Gesten Gemeinsamkeit gezeigt.

Veranstaltung mit einem Toten

Ein peinlicher Lapsus unterläuft im November der FDP-Bundestagsfraktion. Sie lädt „Herrn Paul Drude“ vom „Paul-Drude-Institut für Festkörperelektronik“ zu einer ihrer Veranstaltungen in den Bundestag ein. Der Physiker kann allerdings nicht kommen – er ist seit 112 Jahren tot. Ein Sprecher der Fraktion begründet den Fauxpas mit fehlerhaften Daten eines Marketing-Unternehmens.

Nicht mein Präsident

Authentizität ist eine Schlüsselqualifikation für Politiker. Was aber, wenn das Volk nicht nur die Motive eines Politikers bezweifelt – sondern gleich die ganze Person? Dieses ultimative Glaubwürdigkeitsproblem hat 2018 Nigerias Präsident Muhammadu Buhari. Nach einer krankheitsbedingten Pause 2017 halten sich in diesem Jahr hartnäckig Gerüchte, Buhari sei eigentlich längst tot. Ein Klon oder ein ahnungsloser Sudanese habe den Staatschef heimlich ersetzt, sind sich Verschwörungstheoretiker sicher. Bei einem Besuch in Polen versucht der Präsident im Dezember, die Gerüchte endgültig auszuräumen. „Ich kann ihnen allen versichern, dass dies wirklich ich bin“, beteuert Buhari. Ob das die Zweifler überzeugt?

  • dpa
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