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Rückkauf von Anleihen Der Ackermann-Plan für Griechenland

Der von Josef Ackermann geführte Bankenverband IIF schlägt Athen vor, einen Strich zu ziehen und Anleihen zu reduziertem Kurs zurückzukaufen. Ein Schuldenschnitt, der in der Eurozone auf Resonanz zu stoßen scheint.
12.07.2011 - 18:05 Uhr 10 Kommentare
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist auch Vorsitzender des internationalen Bankenverbandes IIF. Quelle: dpa

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist auch Vorsitzender des internationalen Bankenverbandes IIF.

(Foto: dpa)

Griechenland hilft nach Ansicht des internationalen Bankenverbandes IIF nur noch ein Rückkauf von Teilen seines Milliarden-Staatsschuldenbergs. Der von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geführte IIF drängt die Länder der Euro-Zone und den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu einer schnellen Lösung des griechischen Schuldenproblems, um zu verhindern, dass die Finanzmärkte außer Kontrolle geraten und andere europäische Länder von der Krise erfasst werden - und legt dazu einen überraschend konkreten Plan vor.

Teil dieser Lösung müsse ein freiwilliges, von Griechenland selbst organisiertes Rückkaufangebot für die Staatsanleihen sein, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters aus einem IIF-Konzeptpapier. Man dürfe das Problem nicht nur vor sich herschieben, sondern müsse die milliardenschweren Verbindlichkeiten Griechenlands tatsächlich reduzieren. Weiter heißt es in dem IIF-Papier: „Der private Bankensektor steht bereit, seinen Teil dazu beizutragen.“ Griechenland könne dabei davon profitieren, dass die Papiere am Markt derzeit je nach Laufzeit mit Abschlägen von 10 bis 50 Prozent gehandelt würden, schreibt der IIF.

Was der IIF nicht betont ist, dass ein solcher Schritt Banken nicht treffen würde, die ihre Griechenland-Anleihen zum derzeitigen Wert im Handelsbuch bilanziert haben. Institute, die die Papiere zu Einstiegspreisen im Bankbuch halten, müssten bei einem Rückkauf dagegen Abschreibungen in Kauf nehmen.

Offenbar stehen die Banken inzwischen unter erheblichem Handlungsdruck, weil sie befürchten, dass Banken, Versicherer und andere Investoren schon in der nächsten Woche von den Wirtschaftsprüfern zu Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen gezwungen werden. Das zeichnet sich immer deutlicher ab.

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    Die Verhandlungen über eine private Gläubigerbeteiligung durch die Verlängerung von Laufzeiten der Bonds waren zuvor ins Stocken geraten. Die Ratingagentur S&P hatte angedeutet, dass sie ein solches Konstrukt als begrenzten Zahlungsausfall Griechenlands werten würde. Damit könnte die Europäische Zentralbank (EZB) griechische Staatspapiere nicht mehr als Sicherheit akzeptieren - was die Probleme griechischer Banken verschärfen würde.

    Der Schuldenrückkauf dagegen würde nach Überzeugung des IIF kein solches Kreditereignis auslösen. Der Verband forderte die EZB auf, ihre Haltung zum Umgang mit griechischen Staatsanleihen klarzustellen. Tatsächlich ist vor allem die Frage offen, wer Griechenland den Schuldenrückkauf finanzieren soll - und hier käme neben der EZB nur der europäische Rettungsschirm EFSF in Frage.

    Zentrale und neue Rolle für den EFSF
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    10 Kommentare zu "Rückkauf von Anleihen: Der Ackermann-Plan für Griechenland "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • die Aussage:
      Was der IIF nicht betont ist, dass ein solcher Schritt Banken nicht treffen würde, die ihre Griechenland-Anleihen zum derzeitigen Wert im Handelsbuch bilanziert haben. Institute, die die Papiere zu Einstiegspreisen im Bankbuch halten, müssten bei einem Rückkauf dagegen Abschreibungen in Kauf nehmen.

      ist natürlich völliger Quatsch. Die Banken, die ihre Griechenland-Anleihen zum derzeitigen Wert bilanzieren hatten den Verlust bereits. Die Banken die noch zum vollen Wert bilanzieren haben bisher Bilanzfälschungen begangen und müssten belangt werden. Wenn die jetzt abschreiben, haben die am Ende keinen höheren Verlust als die Erstgenannten (nur später).

    • auch ein bankier muss lernen, dass man an der börse auch verlieren kann. wer beim rückkauf zu niedrigeren konditionen verliert investiert demnächst vllt doch lieber in telekom aktien, denn die sind relativ konstant

    • die hohen rüstungsausgaben die durch das wettrüsten mnit der türkei entstehen nicht vergessen

    • schäuble halte ich für sehr kompetent, nur ist er auch politiker und kann um weiterhin leitende positionen über das parteibuch zu bekommen nicht noch vernünftiger handeln. seine äußerungen lassen aber erkennen, dass er die schwere der situation begreift und weiß, dass ein schuldenschnitt gemacht werden muss.

    • Wie kommt ein Banker zu der Dreistigkeit, vorzuschlagen, dass die Staaten sein Risiko übernehmen sollten??? Selbst wenn der Vorschlag beinhaltet, dass die Banken 30% ihrer Nominale abschreiben müssten, hätten sie danach 70% mit Staatsgarantien. Der Banker weiß doch nur zu gut, dass er derzeit mit 100% im Risiko steht und das soll er bitteschön auch so akzeptieren!Stattdessen sollte sich der Banken bei seinen mittelständischen Kunden erkundigen, was man tun könnte, um in Griechenland einen produzierenden Mittelstand aufzubauen, der Arbeitsplätze und Steueraufkommen schafft. Wenn er es selbst nicht weiß, dann werden ihm das seine Kunden ganz rasch erklären!

      http://klauskastner.blogspot.com/2011/06/griechenlandkrise-vielleicht-doch-eine.html

    • Sicher haben Sie Recht, die Rückabwicklung stelle ich mir allerdings "spannend" vor.

    • Ich habe diesen Vorschlag schon vor über zwei Monaten an alle möglichen nationalen und EU-Behörden gemailt. Aber offensichtlich wollte man diese Lösung bis zum letzten hinauszögern, um die Banken im jeweiligen eigenen Land zu schonen, bis es nicht mehr länger geht. Schon erschreckend wie lange die Politik braucht, um zu wirtschaftlich sinnvollen Lösungen zu kommen, dabei sind solche Rückkäufe im Bankenbereich längst üblich, wodurch erhebliche Gewinne realisiert werden. Dennoch ist ja noch nicht gesagt, ob es zu diesen Kursen auch liquide Märkte gibt, daher muss der vollständige Vorschlag wie folgt lauten:

      1.) Am Markt erhältliche Anleihen zu Kurswerten aufkaufen
      2.) Meldepflicht, wer welche Anleihen zu welchem Kurs erworben hat
      3.) Regelung, dass die Anleihen, die nach Ausbruch der Schuldenkrise zu Kursen unter pari veräussert wurden, zum Anschaffungskurs des Inhabers (evtl zzgl. Marge) jedoch maximal Nennwert bedient werden (Zins und Tilgung)
      4.) Meldepflicht für zukünftige Verkäufe von Staatsanleihen und Vorkaufsrecht für den Stabilisierungsfonds zum aktuellen Kurswert.

      So wird niemand belastet und eine faktische Teilentschuldung kann erreicht werden. Diejenigen, die verkaut und schon Verluste realisiert haben wären nicht betroffen und diejenigen, die zu Kursen unter 100% gekauft haben, würden ihren Kapitaleinsatz zzgl Marge erhalten.

      Aber dazu müßten sich unsere Herren Politiker bewusst werden, dass nicht nur die Märkte Staaten vor sich hertreiben können, sondern erst der Staat die Freiheitsrechte für den Markt schafft und zwar durch Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsakte und nicht lediglich durch bloße Absichtserklärungen und freiwillige Selbstverpflichtungen.

      Im Übrigen, wenn die Herren Politiker geschickt wären, hätten Sie den Rückkauf schon längst heimlich, still und leise durchgezogen.

    • Zumindest ein konkreter Vorschlag, egal, was man davon hält.
      Ein Rückkauf griechischer Staatsanleihen durch die EZB ist satzungsgemäß ausgeschlossen. Ebenso ein Bail-out durch Deutschland (Prozess anhängig, Urteil des BVG pending). Der selbst initiierte zusätzliche Austritt von GR aus dem Euro ist zwingend. Die grichischen Politiker sind das ihrem eigenen Land sowie den stärkeren Volkswirtschaften im Euro-Raum schuldig. Alles andere ist unehrenhaft und dumm.

    • Die Angela und der Schäuble sollen 1p000 Jahre in die Hölle und die Schulden abarbeiten.
      Die Gewinner der Unfähigen sitzen wohl dicke in Berlin

    • Nachdem Griechenland auf diese Weise umgeschuldet wurde sollten sie aber auch bitteschön die Euro-Zone verlassen, sonst stehen wir in 10 Jahren wieder an genau dem gleichen Punkt. Wer glaubt denn wirklich, dass Griechenland seine Probleme mit aufgeblähtem Beamtenapparat, Gewerkschaften, Steuerhinterziehung und Korruption in den Griff bekommt.

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