Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Rückkehr aus der Türkei Trump empfängt freigelassenen Pastor Brunson im Oval Office – und dankt Erdogan

Pastor Brunson ist nach seiner Haft in der Türkei zurück in den USA. Präsident Trump empfing ihn im Weißen Haus – und wendete sich auch an Präsident Erdogan.
Update: 14.10.2018 - 12:06 Uhr Kommentieren
Der US-Pastor (l.) kurz nach seiner Freilassung im türkischen Izmir. Quelle: Reuters
Andrew Brunson

Der US-Pastor (l.) kurz nach seiner Freilassung im türkischen Izmir.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf, WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat sich ausdrücklich bei seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan für die Freilassung des US-Pastors Andrew Brunson bedankt. „Ich möchte Präsident Erdogan dafür danken, das ermöglicht zu haben“, sagte Trump am Samstag bei einem Empfang Brunsons im Weißen Haus. „Es war nicht leicht, und es war für ihn nicht leicht.“

Bereits zuvor hatte sich Trump per Twitter bei seinem türkischen Amtskollegen „für seine Hilfe“ bedankt. Der in der Türkei nach zwei Jahren freigelassene US-Pastor landete am Samstagmittag (Ortszeit) in den USA. Zuvor hatte ein Gericht in der westtürkischen Küstenmetropole Izmir den Hausarrest und die Ausreisesperre Brunsons aufgehoben.

„In 24 Stunden von einem türkischen Gefängnis ins Weiße Haus, nicht schlecht“, sagte Trump bei Brunsons Ankunft. Als der Pastor ihn im Oval Office fragte, ob er für ihn beten dürfe, antwortete Trump, dass er „wahrscheinlich mehr als jeder andere in diesem Raum“ das gebrauchen könne.

Der Geistliche kniete sich daraufhin neben den Präsidenten, legte ihm eine Hand auf die Schulter und bat Gott um „übernatürliche Weisheit“ für Trump. Für seine eigene Zukunft kündigte Brunson an, er wolle jetzt Zeit mit seinen Kindern verbringen.

Trump betonte bei Brunsons Empfang erneut, es sei kein Geld für die Freilassung und die Rückkehr des Pastors an die Türkei geflossen. „Wir zahlen in diesem Land kein Lösegeld“, sagte er. „Wir haben lange und hart verhandelt.“ Auch via Twitter teilte Trump mit: „Es gab keinen Deal.“

Die türkische Regierung betonte ihrerseits, die Entscheidung sei nicht auf Druck von außen gefallen. „Kein türkisches Amt, allen voran unser Präsident, hat all den Zwängen, Drohungen und unverschämten Aussagen nachgegeben“, sagte der Sprecher der Regierungspartei AKP, Ömer Celik, am Samstag. Per Tweet teilte Erdogan mit, die türkische Justiz habe ihre Entscheidung auf unabhängige Weise getroffen.

Nach der diplomatischen Lösung des Konflikts prophezeite Trump „gute, vielleicht großartige Beziehungen“ mit der Türkei. Das Weiße Haus werde einen Blick auf die Sanktionen gegen Ankara werfen.

Erdogan schrieb an Trump: „Ich hoffe, dass die USA und die Türkei ihre Zusammenarbeit fortsetzen, so wie es sich für zwei Verbündete gehört.“

Auch nach der Rückkehr Brunsons gibt es allerdings Streitpunkte zwischen Washington und Ankara: Der Nasa-Wissenschaftler Serkan Gölge - ein US-Staatsbürger - sowie einheimische Mitarbeiter von diplomatischen Vertretungen der USA sind weiterhin in der Türkei inhaftiert. Auf scharfe Kritik stößt außerdem, dass das Nato-Mitglied Türkei mit Russland den Kauf von S-400-Flugabwehrraketen vereinbart hat.

Die Vereinigten Staaten hatten in den vergangenen Wochen immer wieder den Druck auf die Türkei erhöht und betont, wie wichtig die Freilassung des Pastors für die schwer angespannten Beziehungen sei. Im Sommer hatte Trump Sanktionen und Strafzölle gegen die Türkei verhängt, um Brunson freizubekommen. Der US-Präsident beschleunigte die Talfahrt der türkischen Landeswährung Lira damit noch einmal.

Brunsons Festnahme vor zwei Jahren wurde mit angeblichen Verbindungen zu kurdischen Extremisten und dem in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen begründet, den die Regierung in Ankara beschuldigt, hinter dem Putschversuch vor zwei Jahren zu stehen.

Für Trump könnte sich die Heimkehr des protestantischen Pastors positiv auf den Ausgang der Kongresswahlen am 6. November auswirken. Denn mit dessen Freilassung hat Trump seinen evangelikalen Anhängern womöglich einen Grund gegeben, die Arbeit der US-Regierung als gut zu bewerten und wählen zu gehen.

  • jad
  • dpa
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Rückkehr aus der Türkei - Trump empfängt freigelassenen Pastor Brunson im Oval Office – und dankt Erdogan

0 Kommentare zu "Rückkehr aus der Türkei: Trump empfängt freigelassenen Pastor Brunson im Oval Office – und dankt Erdogan"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%