Rückkehr Trump empfängt freigelassene US-Bürger – und lobt Kim Jong Uns guten Willen

Drei US-Bürger, die in Nordkorea festgenommen worden waren, sind zurück in ihrer Heimat. Ihre Freilassung ist ein Zeichen der Annäherung zwischen Pjöngjang und Washington.
Update: 10.05.2018 - 09:24 Uhr 7 Kommentare

Showdown in Singapur – Trump und Kim treffen sich am 12. Juni

Seoul, WashingtonEin Militärflugzeug mit drei ehemals in Nordkorea inhaftierten US-Bürgern ist auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews bei Washington gelandet. US-Präsident Donald Trump stand am frühen Donnerstagmorgen mit First Lady Melania bereit, um die freigelassenen Amerikaner in Empfang zu nehmen.

Am Ankunftsort auf der Luftwaffenbasis war eine riesige amerikanische Flagge zwischen den Leitern von zwei Feuerwehrlastern aufgespannt. Auch Vizepräsident Mike Pence und der nationale Sicherheitsberater John Bolton waren zu der nächtlichen Stunde am Flughafen, um die drei Männer zu begrüßen.

Nach der Ankunft sollten die Männer zunächst für medizinische Untersuchungen zum Militärhospital Walter Reed gebracht werden. Nach Angaben des Weißen Hauses war kein Familienmitglied der drei Männer am Flughafen zugegen.

Kim Dong Chul, Kim Hak Song und Tony Kim waren zuvor in Nordkorea dem US-Außenminister Mike Pompeo übergeben worden. Der Chefdiplomat von Trump war nach Pjöngjang gereist, um die Pläne für ein Treffen zwischen dem US-Präsidenten und dem nordkoreanischen Staatsführer Kim Jong Un festzuzurren.

Nach Angaben aus US-Regierungskreisen wird das Gipfeltreffen wahrscheinlich in Singapur stattfinden. Der Stadtstaat habe sich bei der Prüfung der verschiedenen Möglichkeiten als die wahrscheinlichste Option herausgestellt, hieß es am Mittwoch.

Trump hatte zuvor per Twitter erklärt, der Ort des Treffens sei festgelegt und er werde ihn binnen drei Tagen bekanntgeben. Die entmilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea – die er selbst als Treffpunkt ins Spiel gebracht hatte – werde es aber nicht sein. Das Treffen wird für Ende Mai oder Anfang Juni erwartet.

„Mein größter Stolz wird es sein, wenn wir die ganze (koreanische) Halbinsel atomwaffenfrei machen“, sagte Trump. Kim sei verhandlungsbereit und wolle sein Land nun in die „reale Welt“ führen. Die Freilassung der US-Bürger bezeichnete Trump als Zeichen von Kims gutem Willen vor dem geplanten Gipfeltreffen. „Es war nett von ihm, sie vor dem Treffen freizulassen“, sagte Trump nach der Begrüßung der Männer.

Die nordkoreanischen Behörden hatten in den vergangenen Jahren neben einzelnen US-Bürgern auch immer wieder Südkoreaner und andere Ausländer festgenommen, in der Regel wegen des Vorwurfs „feindseliger Handlungen“. Nach Meinung von Beobachtern spielten die betroffenen Amerikaner auch als potenzielle Verhandlungskarte eine Rolle.

Das sind die Freigelassenen

Der in Südkoreas geborene Amerikaner Kim Dong Chul wurde in Nordkorea vor zwei Jahren wegen angeblicher Umsturzversuche zu zehn Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt. Er war zuvor ausländischen Medienvertretern in Pjöngjang vorgeführt worden. Dabei hatte er sich selber der Spionage für den südkoreanischen Geheimdienst bezichtigt. Dem US-Sender CNN hatte Kim Anfang 2016 gesagt, er sei als Chef eines Handelsunternehmens zwischen China und Nordkorea gependelt.

Kim Hak Song wurde in Nordkorea vor einem Jahr wegen des Vorwurfs feindseliger Handlungen festgenommen. Nach Berichten amerikanischer Medien arbeitete er auf einem landwirtschaftlichen Forschungsbetrieb der Pjöngjanger Universität für Wissenschaft und Technologie. Kim ist demnach ebenfalls koreanischer Abstammung und wurde in China geboren. Er soll in Kalifornien studiert und in den 2000er Jahren die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen haben.

Tony Kim wurde ebenfalls vor gut einem Jahr in Nordkorea festgenommen. Auch ihm wurde feindseliges Verhalten vorgeworfen. Kim arbeitete ebenfalls für die Pjöngjanger Universität für Wissenschaft und Technologie und lehrte dort als Dozent für Rechnungswesen.

Zuletzt hatte die Familie des gestorbenen US-Studenten Otto Warmbier die Regierung Nordkoreas wegen „brutaler Folter und Mordes“ verklagt. Ende 2015 war der damals 21-jährige Warmbier nach einer Gruppenreise in dem Land bei der Ausreise festgenommen und wegen „feindlicher Handlungen gegen den Staat“ zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden.

Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA im Juni 2016 starb er – er hatte damals bereits 15 Monate lang im Koma gelegen. Die Einreichung der Klage beim Bundesgericht in der Hauptstadt Washington erfolgte nur einen Tag vor dem historischen Gipfeltreffen von Nord- und Südkorea im Grenzort Panmunjom.

  • dpa
  • rtr
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7 Kommentare zu "Rückkehr: Trump empfängt freigelassene US-Bürger – und lobt Kim Jong Uns guten Willen"

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  • ...ja Frau Ebsel, wie Amerikaner sehen deise freigelassenen Personen nicht aus.. eher wie ehemalige küchenhilfe bei MC Donalds, die man kurzerhand zu info. Personen ( Spione )
    umgepolt hat... hat wohl nicht so richtig funktioniert in N. Korea...ist auch egal, sind jetzt amerikanische Helden...wer sichert sich die Filmrechte??

  • Sind das die chinesischen Doubles der freigelassenen US-Bürger?

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • ...wieder ein perfekte Hollywood- Show für die Öffentlichkeit.
    Unklar die Rolle der Chinesen, welche Kim vor, der doch recht schnellen Einigung mit Amiland, im Geheimen besucht hat...vieleicht Sicherheitsgarantien ??

  • Nicht der Narziss aus dem Westen hat dem Kim "den akuraten Scheitel" gezogen sondern die Chinesen waren, sind und bleiben die tonangebenden Herren in Nordkorea; Trump und die 3 US-Bürger müssen sich zuerst bei diesen bedanken.

  • Nicht das Großmaul hat den Kim zum "Einlenken" verdonnert sondern die Chinesen waren, sind und bleiben die tonangebende Kraft in Nordkorea.

  • Auch den kleinen Dicken hat Herr Trump überzeugt, die EU-Hosenanzüge werden folgen.

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