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Rücktrittsforderungen Johnson-Berater Cummings soll Corona-Regeln mehrfach missachtet haben

In Großbritannien werden Vorwürfe gegen Dominic Cummings laut. Der Berater von Premierminister Johnson soll mehrmals quer durchs Land gereist sein.
24.05.2020 Update: 24.05.2020 - 18:17 Uhr Kommentieren

Kritik an Johnson-Berater wegen angeblich unerlaubter Reise

London Der Top-Berater des britischen Premierministers Boris Johnson, Dominic Cummings, soll Berichten zufolge mehrere Male die Regeln der britischen Regierung missachtet haben. Das berichteten der „Sunday Mirror“ und der „Observer“ am Sonntag unter Berufung auf Augenzeugen. Rufe nach dem Rücktritt des Beraters werden laut – mal wieder.

Der britische Premier lässt sich davon nicht beirren. Johnson stellt sich hinter seinen Berater. Dominic Cummings habe „verantwortungsvoll, gesetzestreu und integer“ gehandelt und nicht anders, als jeder andere Vater es auch getan hätte. Ein Rücktritt von Cummings dürfte damit vorerst vom Tisch sein.

Dennoch ist die Personalie für Johnson problematisch, schließlich ist Cummings der einflussreichste Berater des Premiers, und es ist nicht das erste Mal, dass der 48-Jährige wegen seines unorthodoxen Verhaltens für Negativschlagzeilen sorgt. Aber Cummings Vorgehen in der Coronakrise dürfte dazu führen, dass die Bereitschaft der Briten weiter sinkt, die Einschränkungen zu befolgen.

Premierminister Boris Johnson hatte seinem Berater am frühen Samstag seine „volle Unterstützung“ zugesagt. Aber dem ohnehin schon umstrittenen Cummings schlägt immer mehr Kritik entgegen. Der Fraktionschef der Schottischen Nationalpartei SNP, Ian Blackford, forderte den Rauswurf Cummings. „Es ist klar, dass Boris Johnson Dominic Cummings feuern muss“, schrieb er auf Twitter.

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    Im Laufe des Wochenendes schlossen sich sogar Abgeordnete aus der konservativen Regierungspartei den Rücktrittsforderungen an: „Bevor Dominic Cummings Großbritannien, die Regierung, den Premierminister, unsere Institutionen oder die konservative Partei weiter beschädigt, muss er gehen“, erklärte der bekannte Abgeordnete Steve Baker. „Es reicht.“

    Sein Parteikollege Damian Collins kritisierte den Regierungsberater noch deutlicher: „Dominic Cummings hat bereits mehrmals in der Vergangenheit gezeigt, dass Regeln für ihn nicht gelten“, twitterte Collins am Sonntagmorgen. „Die Regierung wäre ohne ihn besser dran“. Und sein Kollege Simon Hoare twitterte: „Bei dem Schaden, den Herr Cummings dem Ruf der Regierung zufügt, muss er über seine Stellung nachdenken.“

    Die Debatte, ob Cummings mit einer rund 430 Kilometer weiten Reise Ende März gegen die britischen Lockdown-Regeln zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie verstoßen hatte, dominierte am Wochenende das Nachrichtengeschehen in Großbritannien. Der Wahlkampfstratege und Brexit-Vorkämpfer war mit seiner an Covid-19 erkrankten Frau und seinem vier Jahre alten Sohn von London in die nordostenglische Grafschaft Durham zu seinen Eltern gefahren. Angeblich, weil er die Betreuung für seinen Sohn sicherstellen wollte. Er selbst erkrankte nach eigener Darstellung kurz danach.

    Gemäß den Richtlinien der Regierung waren zu diesem Zeitpunkt Reisen nur aus unverzichtbaren Gründen erlaubt. Trotzdem verteidigte die Regierung das Vorgehen Cummings' als gerechtfertigt. Es sei um das Wohl des Kindes gegangen.

    Den jüngsten Zeitungsberichten nach soll Cummings aber auch am 19. April in Durham gesehen worden sein. Zu diesem Zeitpunkt hatte er seine Arbeit in London nach überstandener Covid-19-Erkrankung bereits wieder aufgenommen. Auch am 12. April wurde er angeblich von einem Passanten erkannt, dieses Mal bei einem beliebten Ausflugsziel, knapp 50 Kilometer von Durham entfernt. Sollte sich die Berichte als wahr erweisen, müsste Cummings mindestens ein zweites Mal während des Lockdowns nach Durham gefahren sein.

    Eine Regierungssprecherin wies die Vorwürfe am Samstagabend als „falsch“ zurück. Bereits die Berichte vom Vortag seien nicht richtig gewesen, sagte sie. „Wir werden unsere Zeit nicht damit verschwenden, einen Strom falscher Behauptungen über Mr. Cummings von politisch motivierten Zeitungen zu beantworten.“

    Was genau an den Berichten vom Freitag nicht gestimmt haben soll, sagte die Sprecherin nicht. Die Regierung hatte zugegeben, dass Cummings mit seiner Familie nach Durham gefahren war.

    Polizei kontaktierte Cummings Vater

    Bestritten hatte Cummings, dass seine Familie während des Aufenthalts in Durham von der Polizei kontaktiert worden sei. Dieser Darstellung widersprach jedoch die Polizei am Samstagabend. In einer Mitteilung hieß es, Cummings Vater sei von einem Polizeibeamten am 1. April wegen der Anwesenheit seines Sohnes kontaktiert worden, nachdem ein entsprechender Hinweis eingegangen sei. Cummings selbst wies Rücktrittsforderungen zurück, als Journalisten ihm vor seinem Haus in London ansprachen.

    Die britische Regierung hatte am 23. März strikte Verhaltensregeln eingeführt und diese zuletzt leicht gelockt. Demnach dürfen die Briten nun zwar ihr Zuhause für die Arbeit und für Freizeitbeschäftigungen verlassen, sie sollen aber stets zu anderen Personen ein Abstand von zwei Metern einhalten.

    Treffen mit der Familie oder Freunden sind nach wie vor streng geregelt: Man darf sich nur mit einer Person treffen, die nicht zum eigenen Haushalt gehört, und auch nur im Freien.

    Mit Material von dpa.

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