Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Rüstungspolitik Nach Aus von INF-Vertrag: US-Militär testet Marschflugkörper

Die USA haben einen konventionellen Marschflugkörper getestet. Er erreichte nach mehr als 500 Kilometern sein Ziel. Nach dem INF-Vertrag wäre dieser Test verboten gewesen.
Update: 20.08.2019 - 02:10 Uhr Kommentieren
Mit dem Test des Marschflugkörpers hatte das US-Verteidigungsministerium Russland bereits im März gedroht. Quelle: dpa
Marschflugkörper Tomahawk

Mit dem Test des Marschflugkörpers hatte das US-Verteidigungsministerium Russland bereits im März gedroht.

(Foto: dpa)

Washington Erstmals nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrags zwischen Russland und den USA hat das amerikanische Militär nach eigenen Angaben einen konventionellen landgestützten Marschflugkörper getestet. Er sei am Sonntag von der Insel San Nicolas in Kalifornien abgefeuert worden und habe sein Ziel nach mehr als 500 Kilometern Flug präzise erreicht, teilte das Pentagon am Montag mit. Die gewonnenen Daten und Erkenntnisse würden nun in die Entwicklung zukünftiger Mittelstreckenkapazitäten fließen, hieß es weiter

Der Test wäre nach dem INF-Vertrag verboten gewesen. Die Vereinbarung untersagte beiden Seiten Produktion, Tests und Besitz von bodengestützten ballistischen Raketen und Marschflugkörpern mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern. Der Sender ABC News berichtete unter Berufung auf Kreise, bei dem Marschflugkörper habe es sich um eine Tomahawk-Variante gehandelt.

Die Umweltorganisation Greenpeace erklärte, mit dem Test sei das atomare Wettrüsten in vollem Gange. „Europa muss jetzt zusammen stehen und unmissverständlich klar machen, dass keine Atomwaffen hier stationiert werden dürfen“, erklärte Sprecher Christoph von Lieven.

Die USA hatten den INF-Vertrag Anfang Februar mit Rückendeckung der Nato-Partner zum 2. August gekündigt, weil sie davon ausgehen, dass Russland ihn seit Jahren mit einem Mittelstreckensystem namens SSC-8 (Russisch: 9M729) verletzt. Dieses soll in der Lage sein, Marschflugkörper abzufeuern, die sich mit Atomsprengköpfen bestücken lassen und mehr als 2000 Kilometer weit fliegen können. Moskau weist dies zurück, beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld für die Eskalation.

Das Pentagon hatte den Test bereits im März angekündigt, sollte Russland nicht zur Vertragstreue zurückkehren. Die „Washington Post“ schrieb zu dieser Zeit, für November sei zudem der Test einer Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite von etwa 1800 bis 2500 Meilen (rund 2900 bis 4000 Kilometer) geplant.

Das Ende des INF-Vertrags, eines der hat weltweit Sorgen vor einem neuen Wettrüsten geschürt. Das US-Verteidigungsministerium erklärte, dass die USA nun mit der Entwicklung eines Mittelstreckenraketensystems voranschreiten würden. Das Pentagon hatte bereits 2017 die Grundlage dafür gelegt.

Das System soll nach derzeitiger Planung ausschließlich mit konventionellen - das heißt nicht-atomaren - Sprengköpfen eingesetzt werden. Ob es dabei bleibt, ist allerdings unklar. Militärexperten weisen darauf hin, dass sich solche Planungen schnell ändern ließen. Russland hat angekündigt, mit dem Start von Arbeiten an neuen, landgestützten Hyperschall-Mittelstreckenraketen auf das Aus für den INF-Vertrag zu reagieren..

Mehr: Ein neuer INF-Vertrag müsse laut US-Präsident Donald Trump auch China miteinbeziehen.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Rüstungspolitik - Nach Aus von INF-Vertrag: US-Militär testet Marschflugkörper

0 Kommentare zu "Rüstungspolitik: Nach Aus von INF-Vertrag: US-Militär testet Marschflugkörper"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote