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Ruf nach Konsequenzen EZB-Banker hält Italien-Krise für „explosiv“

In der EU geht die Angst vor einer Ansteckung Italiens mit dem Schuldenvirus um: Die Märkte reagieren mit Kursstürzen. Merkel verlangt Gegenmaßnahmen. Die IWF-Chefin Lagarde versucht die Sorgen zu dämpfen.
11.07.2011 Update: 12.07.2011 - 04:19 Uhr 17 Kommentare

Der nächste Krisenkandidat

Brüssel Das EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi drängt die italienischen Banken zur Stärkung ihrer Kapitalbasis. „Die Kapitalerhöhungen müssen fortgesetzt werden“, sagte der Italiener am Montag. Derzeit sorge es für Unsicherheit, dass die Finanzinstitute des Landes weniger gut als ihre ausländischen Konkurrenten kapitalisiert seien. Die Geldhäuser des Landes seien wegen ihres Besitzes an italienischen Anleihen und der Höhe der öffentlichen Schulden stark den Risiken Italiens ausgesetzt. „Die Korrelation zwischen den Kreditausfallversicherungen für Länder und Staaten ist explosiv.“

Bini Smaghi stellte sich aber hinter sein Heimatland: „Italien wird niemals pleite gehen, es ist ein reiches Land, das eindeutig in der Lage ist, seine Schulden zurückzuzahlen.“ Die Haushaltskonsolidierung setze voraus, dass „jeder ein bisschen zur Kasse gebeten wird“. „Es ist notwendig, einen Konsens zu erzielen, um eine gemeinsame und nachhaltige Lösung zu finden“, betonte der Volkswirt.

Kanzlerin Angela Merkel drängte derweil die Regierung von Silvio Berlusconi am Montag zu Fortschritten beim Sparen. In Brüssel berieten EU-Spitzenpolitiker über die Lage in dem drittgrößten Euro-Land, das doppelt so hoch verschuldet ist wie die EU erlaubt. Unter den Nägeln brannte den EU-Finanzministern zudem ein zweites Hilfspaket für Griechenland. Wie die Banken daran beteiligt werden sollen, ist weiter offen. Der Bundesverband deutscher Banken drängte die Politiker zu einer Entscheidung statt immer neue Versuchsballons aufsteigen zu lassen.

Merkel forderte Italien auf, schnell einen Sparhaushalt zu verabschieden. Dies wäre ein ganz wichtiges Signal, betonte sie. „Ich habe festes Vertrauen, dass Italien genau einen solchen Haushalt verabschieden wird.“ Sie habe am Sonntag mit Berlusconi telefoniert. Italien war bereits am Freitag ins Visier der Finanzmärkte geraten - Anlass war die Zuspitzung einer Korruptionsaffäre um einen Vertrauten von Finanzminister Giulio Tremonti, der ohnehin als geschwächt gilt.

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    Die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sucht Sorgen über Italien zu dämpfen. „Italien hat ganz klar im Moment mit Problemen zu tun, die im wesentlichen von den Märkten befeuert wurden“, sagte sie am Montag (Ortszeit) in Washington. Einige der Wirtschaftsdaten des Landes seien „exzellent“; ein großer Teil der Schulden werde im Inland gehalten. Das bedeutet, dass der Einfluss internationaler Märkte begrenzt ist.

    Zugleich sei es aber ebenso klar, dass sich das italienische Wirtschaftswachstum verbessern müsse, betonte Lagarde. Zusammen mit den beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Schuldensituation sei dies entscheidend, die Lage wieder zu normalisieren.

    In Italien waren Ende der vergangenen Woche die Aufschläge für langfristige Staatsanleihen nach oben gegangen - es gibt deshalb die Befürchtung, dass sich die von Griechenland ausgehende Schuldenkrise auf das Gründungsmitglied der EU ausbreiten könnte.

    Italien ächzt unter einem riesigen Schuldenberg von 1,84 Billionen Euro - das Land ist damit allein für fast ein Viertel der Staatsschulden aller 17 Euroländer verantwortlich. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) waren das im vorigen Jahr 119 Prozent - nur Griechenland (142,8 Prozent) kommt auf mehr.

    Debatte um größeren Rettungsschirm
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    17 Kommentare zu "Ruf nach Konsequenzen: EZB-Banker hält Italien-Krise für „explosiv“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wenn Sie bereits seit 10 Jahren diesen Traum hatten, dann hatten Sie doch hoffentlich auch gehandelt und damals Gold gekauft ?

      Oder trauemen sie noch immer nur ?

      Ich hatte Gold gekauft, vor allem wegen meines blinden Vertrauens in die Inkompetenz unserer Politiker & Finanzmedien.

      Und es zahlt sich aus !

      Als Gold Besitzer schlaeft mann jede Nacht besser, weil die Zukunft eben wirklich grossartig wird.

    • Mein Traum seit 10 Jahren wir langsam aber sicher wahr,
      nähmlich der Zerfall und die Auflösung vom Euro und den
      dummen deutschen Politikerillusionen von den Vereinigten
      Staaten von Europa.Realpolitiker der frühen Jahre, Carles deGaulle u.a. haben immer ein solches Politgebilde abgelehnt.Aus gutem Grund. Nur die deutschen Politiker waren solche Traumtänzer.Aber, schön, jetzt hat sichs ausgeträumt.

    • wo werden die Billionen verteilt?
      Ich hab noch nix bekommen!

      ... soll heißen: solange die Kohle "oben" bleibt,
      und nicht in die Realwirtschaft fließt,
      solange gibt's auch keine Lohn-Preis-Spirale.
      Im Gegenteil: wenn die Sparpakete greifen,
      geht der Trend eher gegen Deflation.
      (Weniger (Staats-)Ausgaben -> weniger Nachfrage -> sinkende Preise.

      ... sinkende Preise ->> Trend zur Ḱaufzurückhaltung -> noch weiter in die Rezession -> noch mehr Sparzwang bei den "Neo-Brünings" -> noch tiefer in die Rezession.

      Abders kappiern's die Leute aber auch nicht.
      Es muß immer erst weh tun - sonst kommen nur diese Dolchstosslegenden auf.
      ("hätte man nur gespart" ...)

      o.k., dann halt mal "eine Runde sparen".

      oder besonders süffisant:
      "globales Gesundsparen - für mehr Wirtschaftswachstum" ;-)

    • einfach geil. deutschland profitiert wie kein zweites land vom euro und der derzeitigen schuldenkrise einiger mitgliedsländer.
      wir müssen jährlich ca. 330-350 mrd. euro umschulden/refinanzieren (> 10% ca. 40 mrd. euro davon alleine nur für zinsen), und die renditen sinken immer weiter. heute auf 2,75% im langen bereich, ein 9-monats-low. deutschland spart milliarden (jeder 0,01 basis-pkt. spült ca. 35,0 mio euro “wind-fall“-profits“ in die kassen) und schäuble geht in seinem rolli vor lauter freude darüber richtig einer ab.

    • ...das Ziel dürfte dabei nichteinmal sein Europa politisch aufzumischen. - Es geht wohl "lediglich" um die Einschätzung von möglichen Forderungsausfällen.

      Und der europäische Hühnerhof stiebt auseinander, will (sich selber) retten und macht alles nur noch schlimmer damit. Statt mit einer Stimme aufzutreten haben wir da ein buntes Geschnatter, daß nur noch lauter wird, wenn der Fuchs sich den nächsten Kollegen schnappt.

    • Die Schulden in Bezug zum BIP wird zukünftig keinen mehr interessieren.

      Was demnächst nur noch zählen wird sind die absoluten Auslandsschulden und die gewährten Bürgschaften. Das BIP wird im Verhältnis hierzu demnächst nur noch marginal ausfallen. Wie sollte es auch bei einer 10 Jährigen weltweiten Rezession anders sein?

      Macht euch auf einiges gefasst meine Herren.
      .

    • "In der EU geht die Angst vor einer Ansteckung Italiens mit dem Schuldenvirus um"

      achso, der "Schuldenvirus" kommt so urplötzlich, von heute auf morgen ...
      ... wird eigentlich irgendwo auch mal erklärt,
      daß ein Exportüberschuss stets und immer beim Defizitland "auf Pump" finanziert werden muß?

      ... aber wozu jetzt groß erklären:
      wenn Italien, Spanien, Portugal und Irland zusammen mit Griechenland nun bald "eisern sparen" müssen,
      wird auch die deutsche Volkswirtschaft erkenne, daß eine derartige Exportlastigkeit und Exportabhängigkeit doppelt nach hinten losgehen kann;
      - einmal durch den Exporteinbruch - und in der zweiten Runde durch den daraus resultierenden Einbruch in der Binnenwirtschaft.

      ... die eigentliche Ursache, die Ungleichverteilung des Produktivkapitals und daraus resultierende Ungleichverteilung der Einkommen - welche eine Aufrechterhaltung der Nachfrage nur auf der Basis von Kredit ermöglicht - wird dennoch unter den Teppich zu kehren versucht.

      Das war gestern so - da waren's noch "die Juden";
      das ist heute so, da sind's "diese Griechen";
      und morgen? ... egal. irgendetwas lässt sich immer finden, was vordergründig plausibel erscheint. Hauptsache, man kann die Ursache der Probleme weiterhin vertuschen und verschleiern.

    • Zitat: "EZB-Banker hält Italien-Krise für explosiv."

      Die Euro-Zone hat keine Chance gegen die Finanzmärkte.
      Der Euro und die Euro-Zone werden systematisch und nach Plan platt gewalzt. :-))

      +++Der nächste "Kandidat" nach Italien steht schon auf der "Teilnehmerliste". +++ :-))

      Gruß

    • Es wird langsam wieder wie 1923. Überall werden Billionen verteilt, für die man sich am Ende kaum ein Brot wird kaufen können. Wann wacht die deutsche Politik endlich auf?

    • Guck Dir mal die Abgeordneten (Stimmvieh, Marionetten) im Bundestag an:

      - ehemalige Partei-vorsitzende sind jetzt Abgeornete
      - ehemalige Fraktions-vorsitzende sind jetzt Abgeornete
      - jeder der mal gross in der Politik war und jetzt noch ein paar Jahre als Abgeordneter Gehalt abzocken will.

      Diese charismafreien Abgeorneten machen alles, was der jeweilige Fraktionsvorsitzende befielt. Die stiiem auch "JA" ab, wenn beschlssen werden soll, dass die Leute nachts von2-4 UHr Handstand machen sollen. Jeder Sche..s wird quittiert.

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