Russische Opposition: Bittbrief für Oligarchen treibt Keil zwischen die Anti-Putin-Kräfte
Wolkow gilt als Nawalnys rechte Hand.
Foto: IMAGO/STAR-MEDIABerlin. Lügner, Feigling, Verräter. Ein Sturm der Entrüstung ist über Leonid Wolkow, einen der engsten Vertrauten des inhaftierten Putin-Kritikers Alexej Nawalny, in diesen Tagen hereingebrochen.
Nicht nur für ihn ist er verheerend. Er wirft ein Schlaglicht auf den Zustand der russischen Opposition insgesamt. Der Skandal sei der „wahrscheinlich größte seit Beginn des Krieges“ gegen die Ukraine, urteilte die vom Kreml als „ausländischer Agent“ denunzierte Online-Plattform „The Bell“.
Leonid Wolkow hat kürzlich gemeinsam mit anderen Oppositionellen einen Brief an die EU-Kommission unterschrieben, in dem sie die Aufhebung der Sanktionen gegen eine Gruppe russischer Oligarchen um den Milliardär Michail Fridman erbitten. Die Unterzeichner stellen infrage, dass diese Superreichen „irgendwie mit Putins Regime in Verbindung standen oder für seine Verbrechen verantwortlich gemacht werden sollten“.
Der prominenteste Kopf unter den Lobbyisten ist Wolkow. Er gilt als Nawalnys rechte Hand, seit er 2013 den Wahlkampf leitete, als sich der Putin-Widersacher mit einigem Erfolg um das Amt des Moskauer Bürgermeisters bewarb. Seit zwei Jahren lebt Wolkow im litauischen Exil und leitet von dort aus den internationalen Arm der Stiftung.