Russischer Konvoi Hilfe oder Invasion?

Russland hat einen Hilfskonvoi für die Ostukraine auf den Weg geschickt. Die Regierung in Kiew will ihn nicht ins Land lassen. Auch im Westen befürchten Politiker, der Konvoi diene nur der Tarnung – für eine Invasion.
Update: 12.08.2014 - 15:06 Uhr 57 Kommentare

280 russische Lkw Richtung Ukraine gestartet

MoskauRussland hat einen Konvoi mit Hilfsgütern in Richtung Ukraine geschickt. Die Regierung in Kiew will die russischen Lastwagen aber auf keinen Fall über die Grenze lassen. Die Lage droht zu eskalieren. Im Westen wächst die Sorge, dass Russland einen Eimarsch in das Nachbarland vorbereiten könnte.

In Alabino bei Moskau setzten sich am Dienstag 280 Lastwagen mit Hilfsgütern Richtung Ukraine in Bewegung. Die russische Nachrichtenagentur Itar Tass meldete, der Transport werde zwei bis drei Tage brauchen, um das Nachbarland zu erreichen. Bis zur ukrainischen Grenze sind es rund 1000 Kilometer. Die etwa 2000 Tonnen Hilfsgüter waren nach russischen Medienberichten von Einwohnern Moskaus und Umgebung gesammelt worden.

Der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow, sagte, die Lastwagen seien „ohne militärische Eskorte“ unterwegs. Rund um den Konvoi waren keine Militärfahrzeuge zu sehen, lediglich weiße Lastwagen ohne Nummernschilder und zum Teil mit roten Kreuzen versehen.

Die Regierung in Kiew erklärte, die Lastwagen dürften keinesfalls auf ukrainisches Territorium gelangen. Kein Konvoi, der von Angehörigen des russischen Militärs oder Katastrophenschutzministeriums begleitet werde, dürfe auf ukrainisches Hoheitsgebiet fahren, sagte Waleri Tschali, ein enger Vertrauter von Präsident Petro Poroschenko. „Alles wird unter der Kontrolle der ukrainischen Seite stehen.“

Die ukrainische Führung fürchtet, Russland könnte unter dem Deckmantel eines Hilfskonvois Soldaten in die Ostukraine einmarschieren lassen. Nach westlichen und ukrainischen Angaben sollen 45.000 russische Soldaten an der Grenze zusammengezogen worden sein.

Die Nato stufte die Wahrscheinlichkeit einer russischen Invasion als sehr hoch ein. Es gebe weiter keine Anzeichen dafür, dass Russland die Truppenstärke an der Grenze verringere, hatte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Montag gesagt.

„Wir müssen außerordentlich vorsichtig sein“, sagte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius im Hörfunksender France Info. Es könne sein, dass sich auf diesem Wege Russen in der Nähe der Rebellenhochburgen Donezk und Lugansk in Stellung brächten und den Westen vor vollendete Tatsachen stellten. Der Hilfskonvoi sei nur möglich, wenn das Rote Kreuz ihn genehmige.

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57 Kommentare zu "Russischer Konvoi: Hilfe oder Invasion?"

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  • Da klaut wieder einen Namen.... ICH habe diesen Schrieb hier oben nicht verfasst!

  • Es reicht! Man kann es nicht mehr hören – die einseitige propagandaartige Darstellung Russlands als alleinigen Schuldigen in der gegenwärtigen Krise. Keiner zweifelt daran, dass die russische Regierung ihre Interessen in der Ostukraine auch mit Mitteln durchsetzt, die sicherlich nicht durch das Völkerrecht gedeckt und auch moralisch sehr zweifelhaft sind. Und ich glaube auch nicht, dass es jemanden gibt der ernsthaft an die Unschuld der russischen Regierung glaubt. Aber unser Finger, der wir mahnend und moralisierend in den Himmel heben ist genauso blutig, wie die Hände Putins und der ukrainischen Regierung.
    In der gesamten Berichterstattung Deutschlands (bis auf wenige Ausnahmen) wird gerne ausgeblendet, dass die EU, USA und die NATO den Stein ins Rollen gebracht haben (Druck auf die Ukraine mit dem Assoziierungsabkommen, Destabilisierung der Ukraine während der Regierung Janukowitsch, bedingungslose Unterstützung einer rechtsnationalen Ukrainischen Regierung die den Konflikt mit der russischstämmigen Bevölkerung anheizte, das Säbelrasseln von Herrn Rasmussen etc.). Nur dass der Coup gründlich schief gegangen ist und außer Kontrolle geriet.
    Anstatt jetzt, in Anbetracht der Verantwortung die auch wir in diesem Konflikt tragen, konstruktiv mit Russland an einer Lösung mit Interessensausgleich für alle beteiligten Seiten zu arbeiten, drehen wir die Schraube weiter fest mit Sanktionen, Drohungen und einer maßlosen Propaganda in den Medien. Das ist Politik auf Kosten derer, die diesen Konflikt letztendlich ausbaden müssen – der zivilen Bevölkerung der umkämpften Gebiete.
    Es ist höchste Zeit, dass wir mit dem sinnlosen Russland-Bashing aufhören und uns einer pragmatischen Lösung zuwenden. Ansonsten werden wir alle in Europa die Suppe auslöffeln dürfen, die durch Verantwortliche der EU und vor allem auch der USA und der NATO derzeit hochgekocht wird.

  • Was denn nun?

    Herr Putin hat es vollbracht, "russische Söldner" in die Ukraine zu bringen, ein Boden-Luft-Raketensystem zum Abschuss eines zivilen Passagierflugzeugs über die Grenze zu schaffen und versorgt seit beginn der Krise porussische Kräfte mit Waffen und anderen Kriegsgütern. Dies alles ist nach Aussagen westlicher Regierungen "bewiesen" und wird seit Wochen/Monaten durch die Medien transportiert.

    Und nun ist dieser Herr Putin tatsächlich darauf angewiesen, unter dem Deckmantel einer Hilfsaktion Waffen und Truppen zur Vorbereitung einer Invasion in die Ukraine zu schmuggeln?

    Es ist haarsträubend, wie manipulativ inzwischen namhafte deutsche Medien in jüngster Zeit arbeiten. Investigativer Journalismus sieht anders aus.

  • Russischer Konvoi mit "Hilfsgütern"
    --------------
    Putin hat also 280 Lastwagen mit "Hilfsgütern" losgeschickt, um der Ostukraine zu helfen.

    Ein russischer Konvoi mit 280 Lastwagen ist auf dem Weg in die Ostukraine - laut Moskau unter Führung des Roten Kreuzes und einvernehmlich. Die Regierung in Kiew widerspricht. Und weigert sich, den Konvoi über die Grenze zu lassen.

    Es ist nur merkwürdig, dass das IKRK die Inhalte dieser Lieferung nicht kennt.
    Sie haben keinerlei Informationen.
    Handelt es sich bei den "Hilfsgütern" wirklich um Lebensmittel oder um Waffen?
    Und werden sie vom Militär begleitet? Ist es die Vorbereitung für eine Invasion?
    Putin hat ja 45.000 Soldaten/Söldner an der Grenze zusammengezogen. Incl. schwerer Waffen wie Panzer, Kampfjets, Kampfhubschrauber, etc.

  • Naja, im 2 Weltkrieg hat sich Deutschland aber um einiges schlimmer benommen, als Russland. Die Destabilisierungd er Ukraine wurde vom Westen, der Eu und Deutschland initiiert.
    Wie sagten die DDR Bürger damals völlig richtig:"Die Russen sind unsere Brüder & Schwestern, die Amerikaner Eure Freunde. Freunde kann man sich aussuchen."
    Und auf welche Propaganda man reinfallen will auch.

  • Ich sag es mal so, seit die hochbezahlten CIA Söldner in altbekannter Manier das Massaker am Maidan angerichtet haben und dadurch den Umsturz einer gewählten Demokratie einleiteten hat sich vieles geändert - allerdings zum Schlechten für alle.

  • "Das rote Kreuz sollte bei einem Umpacken der LKWs sehr genau hinschauen!"

    Genau. Damit solche abstrusen Vorwürfe nicht passieren, muss man die Fracht an das neutrale Rote Kreuz übergeben, die dann auch die Verteilung der Hilfsgüter übernimmt. Deswegen ist es ja gerade auch so eine geschickte Lösung, die Ladung in neutrale Hände zu geben - man spart sich dann eine Menge Stress.

  • " Oder schlecht informiert. "

    Also nach meiner Kenntnis halten sich die Einbürgerungsanträge für die russische Staatsbürgerschaft von Deutschen doch sehr in Grenzen.

  • @Uli
    Am Ihrem Stil erkennt man, dass Sie kein Deutscher sind. [...] Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

    Die Kiever Junta bleibt eben eine Junta.

  • Meiner Erfahrung nach traut man anderen immer das zu, was man selbst macht, oder doch zumindest gerne machen möchte...

    Mit anderen Worten - ich sehe die Gefahr, dass die Ukraine die LKWs umpackt, dabei gut die Hälfte in die West-Ukraine geht und der Platz dann mit Ukrainischen Soldaten vollgepackt wird...

    Das rote Kreuz sollte bei einem Umpacken der LKWs sehr genau hinschauen!

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