Russland-Affäre Sonderermittler Mueller will Trump befragen

Bei den Ermittlungen um mutmaßliche Kontakte zu Vertretern Moskaus soll laut eines Medienberichts auch der US-Präsident Rede und Antwort stehen. Dessen Anwälte stehen angeblich in Kontakt mit Sonderermittler Mueller.
Update: 09.01.2018 - 04:51 Uhr Kommentieren
Der Sonderermittler in der Russland-Affäre könnte US-Präsident Donald Trump womöglich in den nächsten Wochen befragen. Quelle: AP
Robert Mueller

Der Sonderermittler in der Russland-Affäre könnte US-Präsident Donald Trump womöglich in den nächsten Wochen befragen.

(Foto: AP)

WashingtonUS-Sonderermittler Robert Mueller will einem Zeitungsbericht zufolge bei seinen Untersuchungen der Russland-Affäre auch US-Präsident Donald Trump anhören. Mueller habe Trumps Anwälte über seine Pläne informiert, berichtete die „Washington Post“ unter Berufung auf eine Person aus dem Umfeld von Trump.

Der Präsident könnte in den nächsten Wochen befragt werden. Die Anzahl der Fragen solle beschränkt sein. Mueller geht dem Verdacht nach, dass es während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 geheime Absprachen zwischen Russland und Trumps Team gegeben haben soll. Die Regierung in Moskau und Trump weisen dies zurück.

Trumps Anwälte waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Der Anwalt des US-Präsidialamts, Ty Cobb, wollte sich nicht dazu äußern. Die Kommunikation mit dem Sonderermittler werde grundsätzlich nicht kommentiert, hieß es. Auch der Sprecher für den Sonderermittler, Peter Carr, lehnte eine Stellungnahme ab.

Weiteren Medienberichten zufolge stünden Trumps Anwälte mit Vertretern des Sonderermittlers wegen einer Aussage von Trump selbst bereits seit Ende Dezember in Kontakt. Dabei sei über Ort und Länge einer Befragung, rechtliche Umstände und Alternativen wie ein schriftliches Interview gesprochen worden, berichtete der Fernsehsender NBC unter Berufung auf drei mit der Lage vertraute Personen.

Die Russland-Affäre belastete Trump bereits vor seinem Amtsantritt vor knapp einem Jahr. Im Raum steht die Frage, ob er oder Personen aus seinem Umfeld erpressbar sein könnten oder sich gesetzeswidrig verhalten haben. Trump selbst wies am Wochenende Vorwürfe eines eigenen Fehlverhaltens bei den Ermittlungen zurück.

Zu Medienberichten, wonach er versucht habe, Justizminister Jeff Sessions davon abzuhalten, sich aus der Untersuchung des Justizministeriums zurückzuziehen, sagte er am Samstag: „Alles, was ich getan habe, war zu 100 Prozent angemessen.“ Trump betonte anschließend erneut, es habe „keine geheime Absprache“ und „keine Straftat“ gegeben.

Dennoch schließ er eine mögliche Befragung durch Mueller offenbar nicht aus. Sein Umfeld sei „sehr offen“ gewesen, so Trump. „Wir hätten es auf zwei Wege machen können. Wir hätten sehr verschlossen sein können und es hätte Jahre gedauert“, erklärte der US-Präsident. Da er sich aber nichts zu schulde habe kommen lassen, könne er auch offen sein, so Trump.

Anfang dieses Monats verklagte der Ex-Wahlkampfleiter von Trump, Paul Manafort, Sonderermittler Mueller. Manaforts Begründung: Mueller überschreite mit seiner Untersuchung seine Autorität und müsse in die Schranken verwiesen werden.

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