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Russland-Beziehungen Oliver Hermes soll neuer Vorsitzender des Ost-Ausschuss werden

Der CEO des Dortmunder Pumpenhersteller Wilo übernimmt den Vorsitz des Wirtschaftsverbands. Bereits vorher umgibt er sich mit Polit-Prominenz aus Ost und West.
Update: 12.09.2019 - 18:08 Uhr Kommentieren
Der Chef des Pumpenhersteller Wilo soll zum Vorsitzenden des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft gewählt werden. Quelle: Wilo PR
Oliver Hermes

Der Chef des Pumpenhersteller Wilo soll zum Vorsitzenden des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft gewählt werden.

(Foto: Wilo PR)

Berlin Oliver Hermes, Vorstandsvorsitzender des Dortmunder Pumpenherstellers Wilo, soll nach Handelsblatt-Informationen neuer Chef des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft werden. Der 48-Jährige soll Industriekreisen zufolge am 23. September in Stuttgart an die Spitze des Wirtschaftsverbandes gewählt werden.

Am Donnerstag hat Hermes mit Ex-Kanzler Gerhard Schröder und der russischen Zentralbankchefin Elvira Nabiullina hochrangige Prominenz für die Wilo-Innovationskonferenz nach Moskau geladen. Wie der Altkanzler will Hermes Deutschland die Europäische Union wieder näher an Russland heranführen.

Darüber hinaus sei die Idee eines gemeinsamen Wirtschaftsraums von Lissabon bis Wladiwostok „ein klares Statement gegen Protektionismus“, sagte Hermes am Donnerstag in Moskau. Der EU fehle bisher eine klare geopolitische und eine Industriestrategie.

Mit Hermes bekommt der Ost-Ausschuss einen politisch denkenden CEO an die Spitze als Nachfolger von Ex-Linde-Chef Wolfgang Büchele: Sogar im Geschäftsbericht von Wilo bekennt sich der in Essen geborene Manager zu einem „Bündnis zum Erhalt der multilateralen Weltordnung“ sowie gegen „aufkeimende nationalistische Tendenzen, Populismus und Protektionismus“.

Gleichzeitig gibt er ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland ab: Mit 300 Millionen Euro realisiert Wilo bis April 2020 auf fast 200.000 Quadratmetern in Dortmund das „derzeit größte industrielle Bauvorhaben Deutschlands“.

In Russland hat Wilo 2016 eine Fabrik aufgebaut. Das Unternehmen ist der größte Sponsor der deutsch-russischen Summer School für Ingenieurstudenten beider Länder. Wilo hat 7830 Mitarbeiter und weist für 2018 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro und einen Gewinn von 64,2 Millionen Euro aus.

Partnerschaft könnte enger sein

Auf Hermes’ Veranstaltung in Moskau forderte Altkanzler Schröder eine „Assoziierung Russlands mit der EU“, was eine Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok, eine gemeinsame Infrastruktur und Visumsfreiheit für die Bürger der EU und Russlands umfasse. Die EU müsse „jetzt erheblich etwas dafür tun, dass sich Russland nicht völlig nach Asien hinwendet“, warb der Altkanzler für Dialog und Partnerschaft mit Russland.

Europa und Russland bräuchten sich dringend gegenseitig, die Politik der Sanktionen wäre „nicht meine Politik“ gewesen, mahnt Schröder, der auch Aufsichtsratschef des russischen Ölkonzerns Rosneft und des Gaspipelinebetreibers Nord Stream ist.

Die russische Zentralbankchefin Nabiullina stellte fest, dass sich „die Partnerschaft zwischen deutschen und russischen Unternehmen trotz der schwierigen geopolitischen Lage verstärkt“ habe. Trotz der Sanktionen und eines gleichzeitigen Ölpreisverfalls sei es ihrem Land nach der Krimkrise 2014 gelungen, seinen Finanzsektor und seine Wirtschaft zu stabilisieren. Allerdings räumt sie selbstkritisch ein, dass die russische Wirtschaft schwächer wachse, als es möglich wäre.

Mehr: Es gibt keinen Grund, die Russlandsanktionen zu lockern, solange Moskau die Ukraine drangsaliert. Der Krieg in der Ukraine fordert Konsequenzen. Ein Kommentar.

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