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Russland Die ominöse Luxus-Uhr von Putins Sprecher

„Illegale Bereicherung“? Putin-Sprecher Peskow ist mit einer Uhr gesichtet worden, die mehr als 500.000 Euro kosten soll. Er sagt, die Uhr sei ein Hochzeitsgeschenk seiner Frau – andere bezichtigen ihn der Korruption.
03.08.2015 - 17:17 Uhr 1 Kommentar
Putin-Sprecher Dmitri Peskow unter Beschuss: Er soll eine Uhr für 500.000 Euro getragen haben. Quelle: dpa
Unter Korruptionsverdacht

Putin-Sprecher Dmitri Peskow unter Beschuss: Er soll eine Uhr für 500.000 Euro getragen haben.

(Foto: dpa)

Moskau Mit einer Armbanduhr mit einem goldenen Totenkopf darauf im Wert von angeblich umgerechnet rund 565.000 Euro hat der Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin für Zündstoff gesorgt. Dmitri Peskow heiratete am Wochenende im mondänen Schwarzmeer-Badeort Sotschi die Olympia-Eistänzerin Tatjana Nawka. Doch nicht die Bilder von dem Paar sorgten in Russland für Aufregung, sondern die Armbanduhr, die der Bräutigam dabei trug.

In Russland nehmen Antikorruptionsaktivisten regelmäßig extrem teure Uhren von ranghohen Politikern ins Visier, die sich diesen Schmuck wohl kaum von ihrem Gehalt kaufen können. Putins Sprecher versuchte daher nun, Spekulationen über Korruption auch in seinem Fall einzudämmen.

„Geschenke von einer Ehefrau an ihren Mann“ könnten ja wohl kaum etwas mit Korruption zu tun haben, zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Eistänzerin Nawka bestätigte, dass sie ihm die Uhr geschenkt habe, doch sei der genannte Preis übertrieben. Peskow hat laut Vermögenserklärung ein jährliches Einkommen von 132.000 Euro.

Welche Firmen noch auf Russland setzen
Stada
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In Russland wuchs der Arzneimittelhersteller Stada im vergangenen Jahr um vier Prozent, allerdings in Rubel gerechnet. Durch den Wertverfall der Währung nahm der Umsatz in Euro gerechnet stark um 14 Prozent auf 360,7 Millionen Euro ab. Das Land ist aber nach wie vor der größte Auslandsmarkt. Stada-Chef Hartmut Retzlaff reist derzeit etwa fünf Mal pro Jahr nach Russland, „aus motivatorischen Gründen, um den Mitarbeitern zu zeigen, dass man an den Standort glaubt“, sagt er.

(Foto: dpa)
Bionorica
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Für den Naturarzneimittelhersteller Bionorica ist Russland der wichtigste Auslandsmarkt: Der steuert rund ein Drittel zu Geschäft bei und legte in den vergangenen Jahren stets zweistellig zu. Das ist auch 2014 nicht anders gewesen, allerdings nur in Absatz gerechnet. Der Umsatz sank wegen der Währungsumrechnungseffekte um etwa sieben Prozent auf 72 Millionen Euro. Bionorica-Chef Michael Popp hat den Verfall des Rubels nur zu einem Teil mit Preiserhöhungen aufgefangen: „Wir haben im Sinne des Patienten auf Umsatz verzichtet“, nennt Popp dieses Vorgehen.

(Foto: obs)
Fresenius
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Der Gesundheitskonzern Fresenius hat im November angesichts der Osteuropa-Krise seine Pläne für ein Gemeinschaftsunternehmen in Russland aufgegeben. Geplant war ein Zusammenschluss des bestehenden Geschäfts der Ernährungs- und Infusionssparte Fresenius Kabi mit dem russischen Pharmaunternehmen Binnopharm. Den Unternehmen entstanden wegen des geplatzten Deals keine finanziellen Verpflichtungen. Zum Gesamtumsatz des Gesundheitskonzerns Fresenius trägt Russland weniger als ein Prozent bei.

(Foto: Reuters)
Siemens
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Der Besuch bei Wladimir Putin vor gut einem Jahr hat Siemens-Chef Joe Kaeser viel Aufmerksamkeit, aber auch viel Kritik eingebracht – dem Geschäft geholfen hat er nicht. Die Umsätze seien etwa um die Hälfte eingebrochen, berichtete Kaeser kürzlich. Russland ist ein wichtiger Markt für den Infrastrukturanbieter, die Münchener bauen dort zum Beispiel Züge und Gasturbinen. „Russland bietet riesige Chancen, die man momentan nicht nutzen kann“, bedauerte Kaeser. Siemens wolle Know-how nach Russland geben und Produktion dort lokalisieren. „Aber diese Möglichkeit gibt es momentan nicht. Wir halten uns voll an alle Sanktionsvorgaben.“

(Foto: AFP)
Otto-Gruppe
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Im August 2013 kündigte die Otto-Gruppe noch neue Investitionen in Russland an. Eineinhalb Jahre später ist die Ernüchterung groß. Für das Unternehmen ist Russland zu einer Belastung geworden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der Umsatz um 25 Prozent gesunken. Bereinigt um Wechselkurseffekte bleibt ein Rückgang um nur vier Prozent. Und fest steht auch: Die Otto-Gruppe hat in Russland Geld verloren. Zwar hält Hans-Otto Schrader, Chef der Otto-Gruppe, eine Rezession in Russland für nicht vermeidbar. Aber: „Wir haben diesen Markt über sechs Jahre aufgebaut – und wir werden ganz vorne mit dabei sein, wenn sich die Lage bessert“, sagt er.

(Foto: dpa)
Hubert Burda Media
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Fragt man den Vorstandsvorsitzenden von Hubert Burda Media, Paul-Bernhard Kallen (Bild), ob sich sein Unternehmen angesichts der Wirtschaftskrise in Russland aus dem Land zurückziehen will, antwortet er: „Nein, wir nicht. Die Frage ist aber, ob man uns noch haben will.“ Offenbar will der russische Staat das nicht. Vergangenen Herbst unterzeichnete Präsident Wladimir Putin ein Gesetz, das vorsieht, den Anteil von Ausländern an russischen Medienunternehmen auf 20 Prozent zu beschränken. Besonders hart trifft dies Burda. In Verlagskreisen werden die Erlöse, die Burda in Russland und in der ebenfalls krisengeschüttelten Ukraine erzielt, auf gut 200 Millionen Euro geschätzt.

Bauer Media
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Bauer will sich angesichts der Debatte um das neue Mediengesetz zwar überhaupt nicht zum Russland-Engagement äußern. Für den Hamburger Verlag dürften die Märkte in den USA, Australien, England und Polen aber weitaus wichtiger sein als der Markt in Russland, wo das Zeitschriftenhaus ausweislich seiner russischen Website 25 Titel herausgibt.

(Foto: dpa)

Der Oppositionspolitiker und Antikorruptionskämpfer Alexej Nawalny hatte in seinem Blog im Internet geschrieben, dass es sich bei der Uhr um eine Sonderedition der Luxusmarke Richard Mille handle. Die Uhr sei umgerechnet mindestens 565.000 Euro wert, wobei er aus einer E-Mail des in der Schweiz ansässigen Uhrmachers zitierte.

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    Die Uhr „kostet mehr als Ihr Appartement“, schrieb Nawalny. Er veröffentlichte weitere Fotos von Peskow mit teuren Uhren am Handgelenk, darunter eine Rolex, eine Omega und eine andere Richard Mille, und warf ihm direkt „illegale Bereicherung“ vor.

    Zu der Hochzeit waren illustre Gäste geladen, darunter russische Popstars und Sportgrößen. Putin tauchte auf den Fotos nicht auf, obwohl das Paar zuvor versichert hatte, er sei eingeladen. Der Präsident selbst hält sein Privatleben seit seiner Scheidung unter Verschluss.

    • afp
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    1 Kommentar zu "Russland: Die ominöse Luxus-Uhr von Putins Sprecher"

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    • Luxusuhr
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      Er behauptet, es handele sich um ein Hochzeitsgeschenk seiner Frau. Sie haben am Wochenende geheiratet.

      Die Braut erklärte die Herkunft der Uhr freilich ganz anders. Tatjana Nawka gab - etwas pikiert - zu Protokoll, sie habe ihrem Mann die Uhr zur Hochzeit geschenkt. "Ich bin Olympiasiegerin. Ich arbeite sehr viel. Natürlich kann ich mir erlauben, ein gutes Geschenk zu machen. Ich stand vor der Hochzeit vor der Frage, was ich meinem geliebten Mann schenke. Ich fand für mich einen Ausweg und kaufte ihm diese wunderbare Uhr."

      Die Version vom Hochzeitsgeschenk steht allerdings in gewissem Widerspruch zu der Tatsache, dass im Internet ein Foto aus dem Frühjahr kursiert, auf dem Peskow die Uhr bereits trägt.

      Der Preis liegt zwischen 600.000 und 800.000 Dollar.
      Sein Jahresgehalt liegt offiziell bei rund 140.000 Dollar.
      Merkwürdig nur, dass er die teure Uhr schon im April getragen hat.
      Das richt verdächtig nach Korruption.

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