Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Russland-Ermittlungen Akten legen Einflussnahme auf Ex-Sicherheitsberater Flynn nahe

Michael Flynn hatte in den Russland-Ermittlungen mit den Behörden kooperiert. Nun wird bekannt, dass der Ex-Sicherheitsberater beeinflusst worden sein könnte.
Update: 17.05.2019 - 08:03 Uhr Kommentieren
Sonderermittler Mueller hatte zu möglichen Absprachen zwischen dem Wahlkampflager von Präsident Donald Trump und Moskau rund um die Wahl 2016 ermittelt. Quelle: AP
Donald Trump

Sonderermittler Mueller hatte zu möglichen Absprachen zwischen dem Wahlkampflager von Präsident Donald Trump und Moskau rund um die Wahl 2016 ermittelt.

(Foto: AP)

WashingtonPersonen mit Verbindungen zur Trump-Regierung und zum US-Kongress wollten in der Russland-Affäre offenbar Einfluss auf den früheren nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn nehmen. Dies geht aus Gerichtsakten mit Aussagen Flynns hervor, die Staatsanwälte am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten. Flynn berichtete demnach, er oder seine Anwälte hätten mehrmals Nachrichten bekommen, die sich auf seine Bereitschaft zur umfassenden Kooperation mit den Behörden hätten auswirken können.

Mit wem Flynn im Kontakt stand, teilten die Staatsanwälte nicht mit. Unklar war auch der genaue Inhalt der Nachrichten. Flynn gab den Ermittlern jedoch eine Mailbox-Aufnahme, die von einem der Kontakte stammen soll.

Der ehemalige Sicherheitsberater im Weißen Haus galt als äußerst wichtiger Zeuge bei der Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller zu möglichen Absprachen zwischen dem Wahlkampflager von Präsident Donald Trump und Russland. Flynn bekannte sich schuldig, das FBI über seine Kontakte zum damaligen russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, belogen zu haben.

Verurteilt werden sollte Flynn bereits im Dezember 2018. Muellers Team hielt ihm zugute, sich äußerst kooperativ verhalten zu haben. Daher empfahlen die Staatsanwälte, ihm eine Gefängnissprache zu ersparen. Doch ein Richter übte bei einer Anhörung zuletzt derart scharfe Kritik an Flynn, dass dieser um eine Verschiebung des Urteilsspruchs bat, um die Ermittlungen weiter zu unterstützen und seine Chancen auf Haftverschonung zu erhöhen.

Muellers Abschlussbericht legt sich nicht in der Frage fest, ob Trump illegal die Untersuchung zur Russland-Affäre torpedierte. Doch prüfte der Sonderermittler fast zwölf Fälle möglicher Justizbehinderung.

Aus dem Report geht hervor, dass ein nicht näher genannter Anwalt Trumps eine Nachricht bei Flynns Anwälten hinterließ, nachdem der ehemalige Sicherheitsberater im Weißen Haus seine Zusammenarbeit mit Muellers Team begonnen hatte.

In der Nachricht werden die Empfänger daran erinnert, dass der Präsident gegenüber Flynn nach wie vor sehr wohlwollend eingestellt sei. Der Trump-Anwalt fragt dann an, ob Flynn nicht zur Vorwarnung mitteilen könne, ob er schädliche Informationen über den Präsidenten habe, hieß es weiter.

Richter Emmet Sullivan wies die Staatsanwälte an, ihm eine Kopie der Aufnahme zu übermitteln. Zudem sollen sie eine Abschrift von diesem Anruf publik machen. Der Richter verlangte zudem die Veröffentlichung von Abschriften von Telefonaten mit russischen Vertretern wie Ex-Botschafter Kisljak an. Das Justizministerium muss auf Anordnung Sullivans überdies bisher geschwärzte Teile des Russland-Berichts von Mueller zugänglich machen, die sich um den Fall Flynn drehen.

Es ist das erste Mal, dass ein Bundesrichter das Ministerium zur Freigabe von Abschnitten des Mueller-Berichts verpflichtet, die unkenntlich gemacht wurden. Nun könnte sich ein neuer Konflikt mit Ressortchef William Barr anbahnen, dessen Haus Teile des Reports mit Informationen über Geschworenenjurys und anderes sensibles Material in wochenlanger Arbeit geschwärzt hatte.

Brexit 2019
  • ap
Startseite

Mehr zu: Russland-Ermittlungen - Akten legen Einflussnahme auf Ex-Sicherheitsberater Flynn nahe

0 Kommentare zu "Russland-Ermittlungen: Akten legen Einflussnahme auf Ex-Sicherheitsberater Flynn nahe "

Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Community Richtlinien sowie unsere Netiquette. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar. Wir behalten uns vor, Leserkommentare, die auf Handelsblatt Online und auf unser Facebook-Fanpage eingehen, gekürzt und multimedial zu verbreiten.