Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Russland Nawalny tritt im Gefängnis in Hungerstreik

Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny möchte eine bessere medizinische Versorgung im Gefängnis erreichen. Er leidet nach eigenen Angaben an heftigen Schmerzen.
31.03.2021 - 21:39 Uhr Kommentieren
Nawalny soll unter Schmerzen im Rücken und den Beinen sowie unter Schlafentzug leiden. Quelle: dpa
Alexej Nawalny

Nawalny soll unter Schmerzen im Rücken und den Beinen sowie unter Schlafentzug leiden.

(Foto: dpa)

Pokrow Aus Protest gegen fehlende ärztliche Hilfe ist der im Straflager inhaftierte Kremlgegner Alexej Nawalny in einen Hungerstreik getreten. „Ich habe den Hungerstreik erklärt mit der Forderung, das Gesetz einzuhalten und den eingeladenen Arzt zu mir zu lassen“, hieß es in einer bei Instagram veröffentlichten Mitteilung des 44-Jährigen.

Nawalny leidet nach eigener Darstellung an schweren Rückenschmerzen, die in sein rechtes Bein ausstrahlen und zu Lähmungserscheinungen führen. Ärzte und Anwälte fürchten, dass er das Beim verlieren könnte. Nawalny ist in Pokrow rund 100 Kilometer östlich von Moskau im Gebiet Wladimir inhaftiert.

Die russische Allianz der Ärzte – eine unabhängige Gewerkschaft – hatte einen offenen Brief an den Strafvollzug geschrieben mit dem Appell, Nawalny rasch medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Der Strafvollzug sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, der prominente Gegner von Präsident Wladimir Putin werde gefoltert – durch die Verweigerung einer Behandlung und zusätzlich durch Schlafentzug. Die Behörde wies die Vorwürfe nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax zurück. Der Verurteilte erhalte die notwendige medizinische Hilfe.

„Ich liege nun hungrig, aber noch mit beiden Beinen“, sagte Nawalny. Er habe das Recht auf einen Arzt und auf Medikamente, bekomme aber beides nicht. Der Hungerstreik sei nun das einzige Mittel des Kampfes.

Russischer Regierungskritiker Nawalny tritt in den Hungerstreik

Auch im linken Bein habe er bereits stellenweise das Gefühl verloren. „Statt medizinischer Hilfe erhalte ich Folter durch Schlafentzug (sie wecken mich acht Mal pro Nacht) ...“ Mitgefangene hätten ihn wissen lassen, dass das Leben eines Häftlings in dem Lager weniger wert sei als eine „Schachtel Zigaretten“.

Ein russisches Gericht hatte Nawalny, Russlands bekanntesten Oppositionspolitiker, im Februar zur Haft im Straflager verurteilt. Der Grund: Er soll während seines Aufenthalts in Deutschland, wo er sich von einem Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok erholte, gegen Meldeauflagen bei russischen Behörden in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben.

Die EU und die USA kritisieren das Vorgehen als politisch motiviert. Sie fordern Nawalnys Freilassung und haben gegen Russland Sanktionen verhängt.

Mehr: Ein Killer in der Nachbarschaft: Bidens Attacke gegen Putin stürzt Europa in ein Dilemma. Ein Kommentar

  • dpa
Startseite
Mehr zu: Russland - Nawalny tritt im Gefängnis in Hungerstreik
0 Kommentare zu "Russland: Nawalny tritt im Gefängnis in Hungerstreik"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%