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Russland Putin lockt Bürger zum Inlandsurlaub – mit finanziellen Anreizen

20 Prozent Rückerstattung auf Inlandsreisen – so will der Kreml die Russen motivieren, Urlaub daheim zu machen. Doch das Angebot hat noch einen weiteren Hintergedanken.
10.05.2021 - 20:28 Uhr Kommentieren
Der Kreml-Chef nimmt Geld in die Hand, um seine Bevölkerung weiter vom Westen zu entkoppeln. Quelle: AP
Wladimir Putin

Der Kreml-Chef nimmt Geld in die Hand, um seine Bevölkerung weiter vom Westen zu entkoppeln.

(Foto: AP)

Berlin Krim statt Kroatien, Schwarzmeerküste statt Spanien – Russlands Präsident will mit Sonderprämien seine Landsleute motivieren, im eigenen Land Urlaub zu machen. Dazu verfügte Wladimir Putin ein Programm, demzufolge 20 Prozent des Reisepreises zurückerstattet werden bei Urlaub in Russland.

Die von Putin jetzt bis Ende des Jahres verlängerte sogenannte Cashback-Idee soll zwei Ziele erreichen: Heimische Kurorte und Ferienanlagen sollen ausgelastet sowie die Nutzung der russischen „Mir“-Kreditkarte gefördert werden. Denn die Rücküberweisung gibt es nur, wenn das „Welt“ genannte russische Zahlungssystem genutzt wird.

Die Fördermaßnahme scheint bereits zu wirken: Im Mai, wo Russland zwischen dem Tag der Arbeit und dem Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus traditionell weitgehend frei hat, seien nur noch fünf Prozent der Reisenden ins Ausland geflogen.

Die Nachfrage nach innerrussischen Flugreisen allein habe um 85 Prozent angezogen. Das ergeben die Zahlen des Reiseportals Aviasales.ru. 54 Prozent der Inlandsreisenden gaben als Grund an, so sparen zu können. 41 Prozent halten Reisen in Russland für sicherer. Für den Sommerurlaub habe sich die Nachfrage nach Reisen in Russland fast vervierfacht, meldet der russische Tourismusverband. Erstattet werden über das Cashback-Verfahren bis zu umgerechnet 223 Euro pro Reise.

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    Nebeneffekt der finanziellen Förderung des Inlandstourismus soll auch sein, dass Reisen auf die 2014 von Russland annektierte ukrainische Krim anziehen sollen. Der Unterhalt der Schwarzmeer-Halbinsel verschlingt jährlich Milliarden Euro aus dem russischen Staatshaushalt. Jetzt soll die Anzahl von Reisen dorthin merklich angekurbelt werden.

    Sinkende Realeinkommen und die Abkehr vom Westen

    Die Inlandstourismus-Förderung dürfte nach Ansicht russischer Ökonomen nützen, da viele Russen sich ansonsten Urlaub außerhalb ihrer traditionellen, Datscha heißenden Vorortgärten überhaupt nicht leisten könnten. Denn die verfügbaren Realeinkommen sind im ersten Quartal erneut und diesmal um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gefallen. Damit liegen die Realeinkommen auf dem Niveau von 2010.

    Auch der Einzelhandelsumsatz war im März erneut um 3,4 Prozent zurückgegangen. Durchschnittlich verdienen Russen umgerechnet 689 Dollar monatlich. 31 Prozent der Russen, die jetzt schon Reisen gebucht haben, wollen ihre Ausgaben dabei verringern, 47 Prozent wollen so viel ausgeben wie in den Jahren zuvor.

    Das Kreditkartensystem „Mir“ soll Russland unabhängiger machen von westlich dominierten Zahlungsabwicklern. Seit 2017 bekommen Rentner, Sozialhilfeempfänger und Bedienstete im Sozialsystem ihre Zahlungen auf diese Kreditkarten. Damit erlebte „Mir“ eine deutliche Steigerung der Nutzung. Seit der Krim-Annexion unterliegt „Mir“ aber westlichen Sanktionen und kann für Zahlungen über Paypal, bei Amazon oder Google Play nicht mehr eingesetzt werden.

    Wegen weiterer drohender westlicher Sanktionen will Putin sein Land zusammen mit China vom internationalen Zahlungsabwickler Swift abkoppeln. Geplant ist ein paralleles System dazu, das dann auch andere Länder umfassen soll.

    Mehr: Russland und China wollen sich vom internationalen Zahlungsverkehr abkoppeln.

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