Russland Putin rüstet für den „Kalten Krieg 2.0“ auf

Umgerechnet fast 42 Milliarden Euro hält Russland 2017 für das Militär bereit. Zwar sinkt der Verteidigungsetat, doch trotzdem bleibt viel Geld für neue Waffen übrig. Wohin führt die neue Größe der Militärmacht Russland?
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Wohin steuert das russische Militär? Mit einem Verteidigungsetat von umgerechnet 42 Milliarden Euro leistet sich Moskau allerhand neue Militärfahrzeuge und Ausrüstung. Quelle: dpa
Russland rüstet auf

Wohin steuert das russische Militär? Mit einem Verteidigungsetat von umgerechnet 42 Milliarden Euro leistet sich Moskau allerhand neue Militärfahrzeuge und Ausrüstung.

(Foto: dpa)

MoskauRusslands „Geisterzug“ kehrt zurück. Wie zu düsteren Sowjetzeiten soll künftig ein Militärzug durch das russische Hinterland rollen, immer bereit, strategische Ziele im Westen ins Visier zu nehmen. Seine Fracht ist zerstörerisch: Atomraketen. Unter dem Eindruck wachsender Spannungen mit dem Westen lässt Russland die Muskeln spielen und verschafft sich international Respekt. Manöver, Truppenverlegungen an die Westgrenze und Kampfjets in Syrien – Experten warnen vor Anzeichen eines „Kalten Krieges 2.0“.

Anfang 2017 soll Oberbefehlshaber Wladimir Putin über den Stand der Entwicklung des Raketenzuges vom Typ „Bargusin“ mit Platz für fünf oder sechs Flugkörper informiert werden. Das sowjetische Original war in den 1980er Jahren gefürchtet, weil es für die westliche Aufklärung schwer zu orten war. Noch bis zum Beginn der 2000er Jahre betrieben die russischen Streitkräfte den geheimnisvollen Zug.

Ein Putin für jedermann
Fanartikel
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Das Internet ist voll von Bildern mit dem russischen Präsidenten, wie er mit nacktem Oberkörper auf einem Pferd oder mit einem Hecht in der Hand posiert. Der politische Hardliner weiß das Interesse seines Landes zu vertreten. Obwohl Russland unter seiner Hand wirtschaftlich leidet, freut er sich einer gewissen Beliebtheit durch Fanartikel, wie diesem T-Shirt.

Uhr
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Trotz der offensichtlichen militärischen Beteiligung Russlands in der Annexion der Krim ziert Putin eine Souvenir-Uhr – wie ein Wachender der Zeit.

Handyhülle
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Man muss ein großer Fan sein, wenn man mit einer Handyhülle mit dem Konterfei von Putin durch die Gegend läuft.

„I read your mind“
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Eine andere nimmt den Charakter des russischen Präsidenten aufs Korn – mit der Aufschrift „I read your mind“.

Angeln
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Putins Lieblingssport ist wohl das Angeln, was hier auf einer Tasse verewigt wird, um seinen morgendlichen Kaffee mit dem Machthaber zu beginnen. Selbst im russischen Fernsehen zeigt er sich mit eroberten Fischen, indem er einem Hecht stolz einen Kuss gibt.

Hitman
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Dieses Souvenir im Style „Hitman“ deutet wohl nicht nur Putins Nähe zu Waffen an. Jüngst präsentierte er seine Super-Waffe „Yu-74“ – ein Jet, der 12.000 Kilometer die Stunde zurücklegt und mit den modernsten Waffensystem, wie Interkontinental-Rakten, gespickt sein soll. Eine andere kuriose Geschichte kursiert über das Schwingen seiner Arme. Laut einem Forscherteam, welches sich mit der Körpersprache des Präsidenten beschäftigt hat, schwingt sein rechter Arm weniger als der linke. Dies sei kein Parkinson, sondern soll auf die Agenten-Zeit Putins beim KGB zurückzuführen sein, so ein Forscherteam. Dortige Agenten werden darin ausgebildet, beim Laufen ihren Arm nahe dem Körper zu halten, um im Eifer des Gefechts schnell ihre Waffen ziehen zu können. Das gleiche Forscherteam spricht daher auch von einem „Revolverhelden-Gang“.

"Everything is fine"
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Diese Handyhülle zeigt den Ex-KGB-Agenten „Everything is fine“ (Alles ist gut) in einer coolen Pose.

Nun wird das Projekt wiederbelebt. Die Interkontinentalraketen hätten erste Tests erfolgreich durchlaufen, meldet die Agentur Interfax. Bis 2020 soll der neue Raketenzug einsatzbereit sein.

Spätestens seit dem Nato-Gipfel in Warschau im Juli 2016 wird der imaginäre Graben zwischen Russland und dem Westen tiefer. Die russische Annexion der Halbinsel Krim 2014 hat Ängste in Osteuropa geschürt. In Warschau beschloss die Nato, je 1000 Soldaten in den baltischen Ex-Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen zu stationieren. Auch Deutschland führt ein Bataillon an.

Für Moskau überschreitet der Westen mit der Aufrüstung Osteuropas eine rote Linie. „Die Nato ist ein aggressiver Block“, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Auch in der Militärdoktrin von 2014 wird die Allianz als Gegner eingestuft. Tausende Soldaten will Moskau als Reaktion an seine Westflanke verlegen. Im Mai hatte die Regierung angekündigt, 3 neue Divisionen zu je 10.000 Mann zu schaffen.

Beobachter sind skeptisch, was daraus wird. Da sich die Zahl der Soldaten 2016 offiziell mit etwa einer Million kaum verändert hat, dürften vor allem Truppen aus Zentralasien verschoben werden. Der geplante Militäretat 2017 ist zwar mit fast 42 Milliarden Euro noch stattlich, aber im Vergleich zu 2016 um ein Viertel geschrumpft.

„Der Westen ist in allen Bereichen überlegen, außer im nuklearen“
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1 Kommentar zu "Russland: Putin rüstet für den „Kalten Krieg 2.0“ auf"

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  • Schon die Überschrift ist falsch. USA und NATO fordern Russland heraus, so müsste die Überschrift lauten.
    Ich kann mich die letzte 25 Jahre nicht erinnern, das Russland in Europa irgendwo neue Stützpunkte gebaut hat. Im Gegenteil, die Russen sind nach der Wiedervereinigung aus Deutschland abgezogen und wollten langfristig gute kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen in alle Staaten Europas.

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