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Russland Skripal-Attentäter auf Agenten-Hochzeit identifiziert

Neue Fotos von einem der mutmaßlichen Skripal-Attentäter belasten die russische Führung weiter. Sie legen nahe, dass Russland an der Destabilisierung Europas arbeitet.
15.10.2019 - 17:25 Uhr Kommentieren
2018 fielen der russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter einem Giftanschlag zu Opfer. Quelle: AP
Polizisten in Salisbury

2018 fielen der russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter einem Giftanschlag zu Opfer.

(Foto: AP)

Moskau Die Skripal-Affäre ist noch längst nicht ausgestanden: Das Blog Bellingcat hat jetzt Bilder veröffentlicht, die einen der Verdächtigen zusammen mit einem hochdekorierten Geheimdienstgeneral zeigen. Dieser soll beim Militärgeheimdienst ausgerechnet für die „Destabilisierung Europas“ zuständig sein.

Die neuen Entwicklungen in der Skripal-Affäre erschüttern die bisherige Argumentation Moskaus. Begonnen hat sie im März 2018, als der russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Opfer eines Giftanschlags wurden. Beide erlitten schwere Vergiftungserscheinungen durch das Nervengift „Nowitschok“, überlebten aber nach Angaben von Scotland Yard. Seitdem hält die britische Polizeibehörde die Skripals versteckt.

Eine Britin starb, die mit dem in eine Parfümflasche gefüllten Kampfstoff in Berührung kam. Der Skandal ruinierte die ohnehin belasteten russisch-britischen Beziehungen und führte zu einer Reihe neuer Sanktionen gegen Russland.

Die russische Version lautet, dass die Skripal-Vergiftung eine von Großbritannien inszenierte Aktion sei, um russophobe Vorurteile und Ängste zu schüren und den Sanktionsdruck auf Moskau zu erhöhen. Scotland Yard hielt dagegen und präsentierte schnell Bilder von zwei Verdächtigen, die Moskaus Vorwürfe entkräften: Ruslan Boschirow und Alexander Petrow.

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    Die beiden Gesuchten tauchten dann später beim russischen Auslandssender RT auf und bezeichneten sich als Geschäftsleute aus der Fitness-Industrie und Touristen, die ihren Aufenthalt in Salisbury zur Zeit des Anschlags damit erklärten, dass sie die „nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt berühmte Kathedrale“ in der englischen Kleinstadt „mit ihrem 123 Meter hohen Turm“ besichtigen wollten.

    Die neu veröffentlichten Fotos sprechen deutlich gegen diese Version: Jener Boschirow nahm ein halbes Jahr vor dem Anschlag auf die Skripals an der Hochzeit von Andrej Awerjanow teil. Der Generalmajor dient für eine Sondereinheit, die Europa destabilisieren soll.

    Der Kreml bestreitet die Existenz dieser Einheit. Russland habe kein Interesse an einer solchen Destabilisierung. „Es steht außer Frage, und Präsident Putin hat das mehrfach gesagt, dass Moskau am Aufbau guter Beziehungen zu Europa insgesamt und europäischen Ländern auf bilateraler Ebene interessiert ist“, sagte ein Kremlsprecher.

    Neue Fragen im Fall Skripal

    Klar ist aber wohl, dass die Einheit für die Kampfausbildung von Geheimdienst-Mitarbeitern verantwortlich ist. Sie existiert mindestens seit 2012. Denn in diesem Jahr taucht sie in einem Befehl des Verteidigungsministeriums über die Vergabe von Gehaltszuschlägen auf. Seitdem ist Awerjanow auch der Chef der Einheit.

    Umso mehr Fragen wirft die Anwesenheit Boschirows auf der Hochzeit von Awerjanows Tochter auf. Die Hochzeit fand unweit von Moskau statt – in unmittelbarer Nähe einer Basis von russischen Spezialkräften. Ein weiteres Indiz dafür, dass Boschirow in Salisbury eben kein ganz gewöhnlicher Tourist war. Beide Verdächtige waren unter falschem Namen unterwegs. Westliche Medien hatten sie bereits kurz nach dem Attentat identifiziert.

    Die Position der russischen Führung war bislang konsequent, dass es sich bei den Enthüllungen um Fälschungen handle. Daran werden auch die neuen Fotos, die Medien bei Recherchen in den sozialen Netzwerken von Verwandten Awerjanows zutage förderten, kaum etwas ändern. Allerdings könnten die neuen Erkenntnisse zu einer weiteren Verschärfung von Sanktionen im Zuge der Skripal-Affäre führen.

    Mehr: Wie Assad und Putin vom Rückzug der USA aus Syrien profitieren.

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