Russland und Türkei Alte Freunde, neue Feinde

Der Ton zwischen Moskau und Ankara wird schärfer. Die Regierungen von Russland und der Türkei werfen sich gegenseitig vor, Terrorismus zu fördern. Denn sie verfolgen gegenläufige Ziele in Syrien. Droht die Eskalation?
Update: 16.02.2016 - 14:24 Uhr 27 Kommentare
Am 23. September 2015 trafen sich Russlands Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege noch in Moskau – doch seit dem Kriegseintritt Russlands herrscht Eiszeit. Quelle: ap
Letztes Treffen

Am 23. September 2015 trafen sich Russlands Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege noch in Moskau – doch seit dem Kriegseintritt Russlands herrscht Eiszeit.

(Foto: ap)

DamaskusBombardierte Krankenhäuser, Terrorvorwürfe und eine Menge zerschlagenes Porzellan: Während Uno-Vermittler Staffan de Mistura am Dienstag in Damaskus versucht, die verschiedenen Konfliktgruppen im syrischen Bürgerkrieg an einen Tisch zu bekommen, droht sich das Zerren um Geländegewinne und Machtbereiche in Syrien auf die internationale Bühne auszuweiten. Denn die diplomatischen Fronten zwischen Drittparteien verhärten sich – vor allem zwischen der Türkei und Russland.

So warf Moskau Ankara zuletzt wegen seiner Angriffe auf kurdische Einheiten und syrische Regierungstruppen Unterstützung des „internationalen Terrorismus“ vor. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu wiederum bezichtigte Russland ebenfalls, sich wie „eine Terrororganisation“ zu verhalten.

Denn die von Moskau unterstützten kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) – die zwar gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), aber auch gegen syrische Rebellengruppen kämpfen – werden von türkischen Behörden als militärischer Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK eingestuft. Und die PKK ist in der Türkei als terroristische Vereinigung verboten – ebenso wie in der EU, den USA, in Saudi-Arabien sowie den meisten westlichen Staaten.

Die YPG bestreiten, der PKK anzugehören, stehen der Organisation aber nah. Obwohl die kurdischen Truppen gebietsweise auch gegen das syrische Regime kämpfen, das von Moskau diplomatisch und militärisch gestützt wird, richtet sich ihr Kampf in Nordsyrien auch gegen Rebellengruppen wie die Freie Syrische Armee, die die Macht des Assad-Regimes bedrohen.

Neben Russland unterstützen auch die USA die kurdischen Truppen mit Luftschlägen. Zumeist auch mit Erfolg: Vor allem im Norden Syriens eroberten die YPG jüngst wichtige Regionen von den Terroristen zurück, darunter die Stadt Asas, die an der strategisch wichtigen Fernstraße von der Türkei nach Aleppo liegt.

Doch Ankara interpretiert die Geländegewinne der YPG nahe der Grenze nicht nur als Verlust für den IS, sondern als Gefahr für die türkische Integrität. Der seit Jahren schwelende und erst im Januar neu aufgeflammte Kurden-Konflikt im Südosten der Türkei, wo die PKK einen unabhängigen Staat anstrebt, setzt die Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan unter Druck.

Seit einigen Monaten kommt es nach zweieinhalbjährigen Friedensverhandlungen in den kurdischen Hochburgen Diyarbakir, Cizre oder Sirnak immer wieder zu Schusswechseln zwischen PKK-Kämpfern und dem türkischen Militär. Ausgangssperren sind inzwischen die Regel, Klagen über Menschenrechtsverletzungen keine Seltenheit.

In der Türkei geht offenbar die Sorge um, dass mit dem größer werdenden Machtbereich kurdischer Truppen entlang der türkischen Grenze auch Rufe nach einem eigenständigen Kurdistan lauter werden. Wohl auch deshalb warnte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu, die Türkei werde nicht zulassen, dass kurdische Milizen bei Asas oder westlich des Flusses Euphrat vorrückten – und ließ YPG-Stellungen in Asas beschießen, nachdem diese die dortigen IS-Kämpfer sowie syrische Rebellengruppen in die Flucht schlugen. Von türkischer Seite hieß es, die YPG hätten zuerst das Feuer eröffnet. Die YPG dementierte. Inzwischen dauern die Gefechte den vierten Tag an.

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27 Kommentare zu "Russland und Türkei: Alte Freunde, neue Feinde"

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  • SPD-Chef Gabriel nennt AfD "offen rassistisch"
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    http://www.huffingtonpost.de/2016/02/17/spd-chef-gabriel-nennt-afd-offen-rassistisch_n_9250574.html?utm_hp_ref=politik
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    Auszug aus: Ukraine: Die 1. Kernlüge von der "legitimen Regierung" in Kiew
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    http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2014/03/ukraine-die-kernluge-von-der-legitimen.html
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    Die Information wurde vom Mainstream nicht verbreitet. SPD-Boss Gabriel fuhr ungerührt nach Kiew und traf sich mit den Putschisten. Er war aber nicht so dumm wie Steinmeier, sich mit den Nazis fotografieren zu lassen. Das Thema Faschisten thematisierte er überhaupt nicht. --> unbedingt weiterlesen
    ++Meinung+++
    In der Ukraine hat sich Gabriel mit den NAZIS getroffen, und wirft der AfD Rassismus vor !?!?!?


  • “Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genügend große Ausmaße
    angenommen hat.“ Bertold Brecht

    Papst-Diplomat in Syrien: Bevölkerung begrüßt Vorgehen der Russen

    Der Vertreter des Papstes in Aleppo hat die russische Intervention in Syrien begrüßt. In den befreiten Teilen der Stadt gäbe es wieder Strom und Wasser, die unterschiedlichen Gruppen bemühen sich um eine Aussöhnung. Zuvor hatte Papst Franziskus den russisch-orthodoxen Patriarchen getroffen.

    (Quelle: DWN)

  • Milliarden für Integration gefordert – Politik saugt die Deutschen restlos aus

    -->http://www.wahrheiten.org/blog/2016/02/13/milliarden-fuer-integration-gefordert-politik-saugt-die-deutschen-restlos-aus/
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    Warum Arme arm bleiben und die Reichen reicher werden
    --> https://www.youtube.com/watch?v=khTZgEr87PI

  • Ukraine: Die 1. Kernlüge von der "legitimen Regierung" in Kiew
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    http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2014/03/ukraine-die-kernluge-von-der-legitimen.html
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    Der Propaganda-Krieg des Westens gegen Russland steht erst noch bevor.
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    Russlands Präsident Putin hat dem Westen gezeigt, dass er nicht in deren NATO-zentrischer Phantasie-Welt lebt und nicht unter deren autistischer Vorstellung leidet, der kapital-militärisch-industrielle Komplex befehlige die ganze Welt. Die NATO entschiede was „Gut und Böse“ ist. Als ob die Welt so einfach und wir alle so naiv wären. Die NATO hingegen ist dummfrech genug, offensichtliche Fakten ins Gegenteil zu verdrehen. Sie verlässt sich auf ihre Konzern- und Staatsmedien und ist schließlich keiner Moral und Ethik verpflichtet. ----> weiterlesen

  • Die Türkei hofft darauf den NATO-Bündnisfall auslösen zu können. Herr Erdogan hat den Russen schon mit Krieg gedroht. Wer stoppt den Größenwahnsinnigen?

  • Ukraine: Die 1. Kernlüge von der "legitimen Regierung" in Kiew
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    http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2014/03/ukraine-die-kernluge-von-der-legitimen.html
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    Der Propaganda-Krieg des Westens gegen Russland steht erst noch bevor.
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    Russlands Präsident Putin hat dem Westen gezeigt, dass er nicht in deren NATO-zentrischer Phantasie-Welt lebt und nicht unter deren autistischer Vorstellung leidet, der kapital-militärisch-industrielle Komplex befehlige die ganze Welt. Die NATO entschiede was „Gut und Böse“ ist. Als ob die Welt so einfach und wir alle so naiv wären. Die NATO hingegen ist dummfrech genug, offensichtliche Fakten ins Gegenteil zu verdrehen. Sie verlässt sich auf ihre Konzern- und Staatsmedien und ist schließlich keiner Moral und Ethik verpflichtet. Die Methoden der Propaganda: a) Sie verwendet grundsätzlich keine Argumente, sondern Phrasen zur Stimmungsmache. Putin wird als Aggressor und Dämon, Janukowitsch als Schlächter personalisiert; die Nazis von Kiew als Regierung, legitim, Freiheitskämpfer, Heilige und Helden. Die NATO-Propaganda verschweigt b) alle maßgeblichen Hintergrund-Fakten, wie die imperialistische Einkreisungspolitik gegen Russland oder der Verlust des Zugriffs der Angelsachsen auf das russische Öl oder, dass EU-Boss Martin Schulz am 27. 2. 2014 über die politischen Morde in der Ukraine informiert wurde. Deshalb ist es wichtig, Mythen und Realität scharf zu trennen; die Ursachen und den Beginn des Konfliktes niemals zu vergessen.

    Weiterlese...siehe Link oben !!!

  • Liebes Handelsblatt:
    bitte die kommentarfunktion für "Poroschenko fordert Rücktritt seines Regierungschefs" öffnen.Bitte, bitte

    Das geht uns in DE sehr wohl was an, wenn wir bedenken wie toll die IST-Regierung in Berlin sich mit dem thema blamiert hat und unzähliege Milliarden unseres Geldes dort verbrannt/verschenkt etc. hat.

    Danke!

  • Oh weh. Wieder viel wirres Zeug hier.
    Ich will mich gar nicht so sehr an den Debatten beteiligen hier, aber einige Punkte muss ich dann doch los werden:
    1. Entwickelt sich dieser Konflikt zu einem hochgradig gefährlichem Szenario. Ein Konflikt zwischen Türkei als NATO Mitglied und Russland wäre fatal.
    2.Ich mag die USA auch nicht, aber darf bei allem Verdruss nicht vergessen was mit Gegner der USA üblicherweise passiert.
    3.Die Propaganda von allen Seiten ist wirklich unsäglich und heizt die Sache zunehmend an. Auch Journalisten sollten Ihre Rhetorik endlich mal zurückfahren!

    Zum Artikel:Sehr gut beschrieben und zusammen gefasst.Mir fehlt aber eine Karte zu der militärischen Situation dort.Ich reiche mal nach: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/88/Syrian_civil_war.png

    Auch der Faktor dass die Syrische Armee bald mit den Kurden auf Rakka zu marschieren könnte fehlte mir.

  • An wen verkauft der IS das Öl?
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    Mittwoch, 2. Dezember 2015 , von Freeman um 09:00
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    Nach einigen aufwendigen Recherchen ist mir jetzt klar, warum die westlichen Mainshitmedien und die Volkszertreter kaum die Frage stellen, wer kauft das vom Islamischen Staat gestohlene syrische und irakische Öl und wie gelangt es überhaupt an die Käufer? Es sind sehr viele Parteien involviert, die von diesem illegalen Geschäft und von der Hehlerei mit gestohlener Ware profitieren und damit viel Geld machen. Der Hauptgrund aber für das Schweigen des Westen ist die Tatsache, jetzt haltet euch fest, das IS-Öl landet in Israel. Ja, wird für den Eigenbedarf benutzt und auch nach Europa verkauft, wo es dann an unseren Tankstellen in unsere Autos gefüllt wird. Aber alles der Reihe nach, angefangen mit etwas Vorgeschichte.

    Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: An wen verkauft der IS das Öl? http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2015/12/nach-einigen-aufwendigen-recherchen-ist.html#ixzz40LL1098a

  • Willy Wimmer: „Man muss die russischen Belange in Europa sehen“

    Was geht uns die Ukraine an? Viel, sagt der Ex-Politiker Willy Wimmer, der auf seiner Vortragsreise an den Bodensee vor einem drohenden Krieg mit Russland warnt.
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    Willy Wimmer warnt angesichts der Ukraine-Krise vor einem Krieg mit Russland. In Immenstaad und Salem will er die Hintergründe des Konflikts beleuchten.
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    Weiterlesen-->http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/bodenseekreis/Willy-Wimmer-8222-Man-muss-die-russischen-Belange-in-Europa-sehen-8220;art410936,7760464

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