Russland versus Türkei Ist Erdogans Sohn der Ölminister des IS?

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Viele offene Fragen

Putin: „Türkei schützt den IS“

Anfang 2014 tauchte plötzlich ein zweiter Telefonmitschnitt auf. Darin geht es um eine angebliche Zahlung in Höhe von zehn Millionen US-Dollar. Von wem das Geld komme, wird nicht thematisiert. Medien spekulierten, es handele sich um Bestechungsgeld für eine Öl-Pipeline. Vater Recep Tayyip Erdogan sprach anschließend von einer „unmoralischen Montage“, kündigte eine Untersuchung an und Rache für die „schmutzige Fälschung“. Trotzdem blieben viele Fragen offen.

Auch bei den aktuellen Vorwürfen Russlands an die Familie Erdogan sagt der Staatspräsident, seine Familie in den Abschuss des Kampfjets mit einzubeziehen sei „eine nicht sehr moralische Seite dieser Angelegenheit“. Russland lässt nach dem Abschuss, in dessen Folge ein russischer Pilot ums Leben gekommen war, nichts unversucht, die Regierung in Ankara in ein schlechtes Licht zu rücken.

„Zusätzliche Informationen bestätigen, dass Öl aus Lagerstätten, die vom IS kontrolliert werden, im industriellen Maßstab in die Türkei kommt.“ Das russische Flugzeug sei demzufolge abgeschossen worden, um „die Sicherheit dieser Ölrouten zu gewährleisten“.

Der syrische Informationsminister Omran Ahed Al Zoubi sagte bereits im November gegenüber russischen Medien, dass Bilals Transportfirma BMZ im Millionenbereich mit IS-Öl handle. Darüber hinaus würde der türkische Präsidentensohn der Terrormiliz auch andere Rohstoffe und historische Güter abkaufen. Darüber hinaus kommen immer wieder neue Anschuldigungen ans Tageslicht.

Im August wurde der Vorwurf laut, der Reichtum des IS beruhe zum Teil auf einem „Familien-Business“ der Erdogans. Bilals Schwester Sümeyye betreibe demnach ein Krankenhaus nahe der syrischen Grenze, in dem verwundete IS-Kämpfer gepflegt würden. Sohn Bilal soll anderen Anschuldigungen zufolge gestohlenes Öl aus IS-Gebieten im Irak in verschiedene asiatische Länder verschiffen. Öfters fiel im Zusammenhang mit Bilal der Begriff des „Ölministers“ der IS-Milizen. Schon im Mai 2014 fragte die türkische Tageszeitung Cumhuriyet in der Überschrift eines Artikels: „Was machen Bilals Schiffe an der syrischen Küste?“

Spekulation oder Indiz, die Vorwürfe wiegen schwer – doch endgültige Belege fehlen. Es wurden bislang keine Verträge veröffentlicht, nichts, was schwarz auf weiß Verstrickung von Erdogans Sohn in solche Geschäfte belegen würde.

Der Staatschef kündigte derweil unverblümt seinen Rücktritt an, sollte es tatsächlich handfeste Beweise geben. „Wir sind nicht so unehrlich, dass wir von Terroristen Öl kaufen würden“, sagte Erdogan. „Falls bewiesen wird, dass wir das getan haben, werde ich von meinem Amt zurücktreten.“ Entweder ist er sich absolut sicher, dass an den Vorwürfen nichts dran ist, oder Erdogan und sein Sohn Bilal pokern verdammt hoch.

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