Russlands Präsident wird 70: Wozu ist Wladimir Putin fähig? Psychogramm eines entrückten Kriegers
Putin inszeniert sich gerne als Naturfreund, als „starker Mann“. Kenner beschreiben ihn als einsamen Narzissten, der sich längst von der politischen Wirklichkeit entkoppelt hat.
Foto: imago/ZUMA PressBerlin. Es sind Zahlen, die derzeit am meisten aussagen über Wladimir Putins Popularität im eigenen Land: 200.000 Soldaten will Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu für die Armee rekrutiert haben. Andererseits sind nach Berechnungen des russischen Wirtschaftsmagazins „Forbes.ru“ 700.000 junge Männer aus dem Land geflohen, seit der russische Präsident vor zwei Wochen die Teilmobilmachung anordnete.
Der Kremlchef wird an diesem Freitag 70 Jahre alt, und es dürfte für ihn kein angenehmes Fest werden. Alles sieht danach aus, als würde ihm sein Feldzug in der Ukraine entgleiten. Die Gegenoffensive der Ukrainer kommt voran, das eigene Militär wirkt desolat, die Moral der Soldaten scheint am Boden, die Elite verlässt das Land, Sanktionen des Westens schwächen seine Wirtschaft – und selbst ehemalige Verbündete gehen auf Abstand.
Ganz so, als wolle er diese zunehmende Isolation widerlegen, lässt Putin sich an seinem Geburtstag im prunkvollen Konstantinpalast St. Petersburgs von Staatsgästen hochleben. Der Präsident habe in diesem Zusammenhang zum „informellen Gipfel“ der Staatschefs der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) eingeladen, verlautete aus dem Kreml.