Sanktionen und Raketenstarts Atomstreit mit dem Iran spitzt sich zu

Der Atomstreit mit dem Iran droht zu eskalieren. Der Iran feuert neue Raketen ab und fertigt einen eigenen Brennstab an, die USA antworten mit Sanktionen. Und Präsident Ahmadinedschad spart nicht mit deutlichen Worten.
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Im Rahmen eines Marinemanövers nahe der Straße von Hormus wurden Raketen zu Testzwecken abgefeuert. Quelle: Reuters

Im Rahmen eines Marinemanövers nahe der Straße von Hormus wurden Raketen zu Testzwecken abgefeuert.

(Foto: Reuters)

TeheranIm Atomstreit mit dem Iran droht im neuen Jahr wieder zu eskalieren: US-Präsident Barack Obama unterzeichnete Silvester ein Gesetz über den Militärhaushalt, das Sanktionen gegen die iranische Zentralbank vorsieht. Über die wickelt der Gottesstaat seine überlebenswichtigen Ölgeschäfte ab. Nahezu zeitgleich feuerte die Islamische Republik Medienberichten zufolge eine neue Mittelstrecken-Rakete im Golf ab und verkündete einen weiteren Durchbruch für sein umstrittenes Atomprogramm: Erstmals sei es iranischen Wissenschaftlern gelungen, einen eigenen Kernbrennstab zu fertigen.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat auf die möglichen Sanktionen der USA eine entschlossene Reaktion seines Landes angekündigt. Der Iran werde „dem Druck seiner Feinde“ entgegentreten, hieß es. „Wir müssen das Volk und die Nation gegen Verschwörungen der Feinde verteidigen“, erklärte Ahmadinedschad in einer Mitteilung an die Notenbank, die auf der Internetseite der Präsidentschaft veröffentlicht wurde. Derzeit habe die iranische Wirtschaft im Übrigen „keine Probleme“.

Die anvisierten neuen US-Sanktionen richten sich gegen alle ausländischen Unternehmen und Banken, die mit der iranischen Zentralbank Geschäfte machen. Ziel ist es, Teheran mit Druck zur Aufgabe der Urananreicherung zu bewegen. Obama ist selbst gegen die Maßnahmen, weil er eine starke Verteuerung des Erdöls und negative Folgen für die US-Wirtschaft befürchtet. Er kann von den Sanktionen absehen, wenn sie aus seiner Sicht US-Sicherheitsinteressen zuwiderlaufen.

Zuletzt hatte die Regierung in Teheran damit gedroht, die wirtschaftlich wichtige Straße von Hormus - und damit 40 Prozent des globalen Öltransports - zu blockieren, sollten weitere Schritte gegen das Land verhängt werden. Zudem fanden in der Nähe der Straße Militärmanöver statt, bei denen Mittelstreckenraketen abgeschossen wurden. Die Drohungen aber kamen von Vizepräsident Mohammad-Resa Rahimi, der keinerlei außenpolitische Funktion hat, und Generälen der Revolutionsgarden, die keine politischen Entscheidungen treffen.

Die Regierung selbst hat bisher nichts gesagt und kann sich daher, wie sie es schon mehrmals getan hat, jederzeit wieder rausreden. „In der Tat hat sich bis dato kein relevantes Regierungsmitglied zu den Drohungen bezüglich der Hormus-Schließung geäußert, wie auch? Eine Blockade wäre ein Eigentor, da die eigene Wirtschaft zu 75 Prozent von den Öleinnahmen abhängig ist“, sagt ein Politologe in Teheran. Außerdem könnte eine solche Initiative zu Spannungen mit den arabischen Nachbarn am Persischen Golf führen.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad will sein Volk gegen die „Verschwörungen der Feinde verteidigen“. Quelle: dpa

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad will sein Volk gegen die „Verschwörungen der Feinde verteidigen“.

(Foto: dpa)

Der jetzt im Iran gefertigte Brennstab sei in einem Forschungsreaktor in Teheran eingesetzt worden, erklärte die iranische Atomenergiebehörde nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Irna. Der kleine Leichtwasserreaktor war noch zu Zeiten des 1979 gestürzten Schahs mit US-Hilfe gebaut worden. Er soll Material für medizinische Zwecke etwa zur Krebsbehandlung produzieren und benötige angereichertes Uran.

Erneut signalisierte der Iran Gesprächsbereitschaft über sein umstrittenes Atomprogramm, von dem einige befürchten, dass unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung eine Atombombe entwickelt wird. Die USA verschärften ihre Sanktionen gegen den Staat in Vorderasien und rüsteten ihre Verbündeten am Golf weiter auf.

Die Europäische Union kündigte ihre Entscheidung über eine Ausweitung der Sanktionen für spätestens den 30. Januar an. Spätestens beim Treffen der EU-Außenminister werde ein Beschluss fallen, teilte der EU-Sprecher Michael Mann mit. Grundlage für die möglichen Sanktionen sind vermehrte Hinweise darauf, dass der Iran nach Atomwaffen strebt. Die Islamische Republik weist dies zurück.

  • dpa
  • rtr
  • afp
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22 Kommentare zu "Sanktionen und Raketenstarts: Atomstreit mit dem Iran spitzt sich zu"

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  • die Dumpfbacken der oberlinkengrünenroten Suppe die hier ihre unterbemittelten Kommentare abliefern soll man einfach
    ignorieren.Sie sind es nicht wert.Sobald das Wort USA auftaucht scheint bei diesen der Adrenalinausstoß sich explosionsartig auszudehen.

  • Aber doch nur der USA vom Denken her Gleichgesinnte! :-)

  • Wer Freund der USA war
    stirbt in der Regel.

  • Araber ist,
    wer als Landessprache arabisch spricht.

    Orwell link:
    Das führt zu einem ganz dubiosen Verlag anton a. schmid in durach, der erst in dritten instanz erzwingen konnte, dass er sich noch katholisch nennen darf.
    Dieser Verschwörungsmist!

    In jedem Fall hat es der Iran in der Hand, ob er einen milit. Konflikt riskiert oder nicht. Wenn der Iran erst einmal die Atombombe hat, werden andere Staaten diese auch für sich fordern. Dann werden wir das schlimmste nukleare Wettrüsten aller Zeiten bekommen, mit vielen kleinen schmutzigen Bomben. Und wenn dann eine mal hochgeht, in einem Konflikt, den niemand versteht, dann werden Verschwörungstheoretier sagen, dass die USA alles geplant hat. Es zeugt schon von einem großen Außmaß an Fahrlässigkeit, wenn an diesem Board einige die Aufrüstung Irans gutheißen bzw. rechtfertigen.

    An anderer Stelle habe ich schon die Auffassung vertreten, dass die Str. von Hormus in jedem Fall offen bleiben muss. Diesbezüglich hat der Iran schon einen Rückzieher gemacht und ich kann es kaum erwarten, wie der Iran auf neue Sanktionen reagieren wird. Solange der Iran Uran anreichert, wird der Frieden in der Region massiv gefährdet. Der Viehtreiber Achmadinedschad führt sein Volk ins Verderben, wie dazumal A. Hitler, dessen Konzentrationslager für Achm. ein "Mythos" sind. Das iranische Volk ist der Leidtragende dieser Politik und sie haben es wirklich nicht verdient. Vielleicht greift noch Allah ein und erledigt das Problem mit einem Herzinfarkt Achmandiedschads.

  • Soviel zu Ihrem Irrtum der dem Satz "Weiter so USA!!!!" innewohnt - die USA scheißt auf dich, dafür lobst du sie - toll:

    http://www.orwell-staat.de/cms/files/ironmountain1.pdf

  • Für welche Araber? :-)

  • PS:
    Ich rechne im 2. Halbjahr mit einem Angriff auf die iranischen Atomanlagen. H. A. kann dies mit Leichtigkeit verhindern, er wíll es aber nicht.

    Unzweifelhaft hat die USA mit ihrem geistig leicht beh. Präsidenten GW Busch einige (oder fast nur) schwere außenpol. Fehler begangen, die jetzt dazu führen, dass notwendige Handlungen unterbleiben. Der israel./palestinensische Konflikt ist unlösbar. Jedes ernste Verhandlungsangebot wird von der Gegenseite als Zeichen der Schwäche betrachtet. J. Baraks Angebot wurde von den P. leichtfertig mit Füßen getreten, was zu einem nachhaltigen israelischen Politikwechsel geführt hat. Jetzt haben die Palestinenser den Salat! Für Israel ist es ein Existenzkampf, deshalb sind dort Kompromisse nicht vorgesehen. Israelis und Palestinenser haben sich auf ein alttestamentarisches Verfahren geeinigt: "Aug um Aug"...

    Frieden werden wir dort in den nächsten 100 Jahren nicht erleben. Und wenn die Israelis vertrieben werden sollten, dann streiten sich die Araber untereinander. Insoweit ist Israel ein Glücksfall für die Araber.

  • Viele Israeliten sind anderer Meinung. Sie sagen, dass die arabischen Völker mit Steinen gegen Atomwaffen antreten müssen, weshalb auch sie selbst Israel als die destabilisierende Macht ansehen und die Lieferung der bisherigen Kleinstwaffen an die arabischen Gruppen als legitim betrachten.

  • Ich bin froh, dass die USA die Staße von Hormus garantiert. Wir können nicht einmal ein paar somalische Verbrecher in die Schranken weisen. Warum wohl, wurden so viele dt. Schiffe entführt.

    Damals habe ich den A. Khomenie völlig unterschätzt. Das Land wird jetzt von einer rel. faschistischen Chlique beherrscht. Im Umgang mit rel. Fanatikern bringt eine Apeasementpolitik nichts.

    Iran bedroht mit seiner Politik alle Suniten. Deshalb sind sich Saudi Arabien, die USA und Israel so einig. Iran beliefert die Hamas, Syrien und die Hisbolah mit Raketen und anderen Waffen und hilft so einen Stellvertreterkrieg gegen Israel zu führen.
    Mich wunderts, warum uns der Iran bis heute auf der Nase herumtanzen darf. Achmadinedschads Außenpolitik wird hier gar nicht hinterfragt! Er macht die gleiche Kanonenbootpolitik wie unser Kaiser Wilhelm II, die uns direkt in den WK I geführt hat. Vergessen wird auch der atomare Schutzschild, den die USA über D. aufgespannt hat, was uns vor dem Sozialismus ostdeutscher Prägung bewahrt hat. Nicht zu vergessen, die Berlinblockade. Was haben denn andere Staaten für Deutschland getan? Nicht viel! die USA war auch die einzigste Partei des WK I, die auf Reparationen verzichtet hat! Weiter so USA!!!!

  • http://www.youtube.com/watch?v=5-TZxI8m8ss

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