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Sanktionen USA bringen iranische Webseiten unter ihre Kontrolle

Amerikanische Behörden haben offenbar zahlreiche Webseiten von iranischen Staatsmedien sperren lassen. Washington begründet das Vorgehen mit US-Sanktionsgesetzen.
23.06.2021 - 03:57 Uhr Kommentieren
Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA sind derzeit hoch. Quelle: AFP
Der neu gewählte iranische Präsident Ebrahim Raisi

Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA sind derzeit hoch.

(Foto: AFP)

Dubai Die USA haben mehrere Domainnamen von Webseiten beschlagnahmt, die dem Iran nahestehen. Es seien etwa drei Dutzend Websites außer Betrieb gesetzt worden, verlautete aus US-Behördenkreisen. Die Mehrheit davon stehe mit iranischen Versuchen in Verbindung, Falschinformationen zu verbreiten. Die iranische staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete, dass die US-Regierung die Seiten unter ihre Kontrolle gebracht habe.

Quelle: via REUTERS
Auf zahlreichen dem Iran nahe stehenden Internetseiten gab es einen Beschlagnahmungshinweis.
(Foto: via REUTERS)

Als die Webseiten des englischsprachigen Senders des Staatsfernsehens, Press TV, des arabischsprachigen Kanals des Staatsfernsehens, Al-Alam, und des Satellitennachrichtensenders der jemenitischen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden, aufgerufen wurden, gab es einen Beschlagnahmungshinweis. Darin stand, die Seiten seien „im Rahmen eines Vorgehens“ des Amts für Industrie und Sicherheit, des Amts für Export-Kontrolle und der Bundespolizei FBI außer Betrieb genommen worden.

Betroffen waren mehrheitlich offenbar die Domainnamen .net, .com und .tv. Das Kürzel .tv gehört dem Pazifikstaat Tuvalu, wird aber von dem US-Unternehmen Verisign verwaltet. Die Webseite von Press TV mit Sitz im Iran, PressTV.ir, war nicht betroffen.

Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA sind derzeit hoch. Andere Länder versuchen, das Atomabkommen mit dem Iran von 2015 aufrecht zu erhalten. Vergangene Woche ging der Hardliner Ebrahim Raeissi als Sieger aus der iranischen Präsidentschaftswahl hervor. Raeissi teilte am Montag mit, dass er nicht den US-Präsidenten Joe Biden treffen werde. Er schloss auch Verhandlungen mit dem Westen über das iranische Raketenprogramm und über die iranische Unterstützung für Milizen in der Region aus. Darüber wollte die Regierung von Biden sprechen.

Die USA hatten schon mal Domainnamen von Webseiten beschlagnahmt, denen sie vorwarfen, falsche Informationen zu verbreiten. Im Oktober gab das US-Justizministerium bekannt, dass knapp ein Hundert Webseiten mit Verbindungen zur iranischen Revolutionsgarde außer Betrieb genommen worden seien.

Eine Nachrichtensprecherin von Press TV, Marsieh Haschemi, sagte der Nachrichtenagentur AP, dass der Sender von der Beschlagnahmung wisse. Man versuche, hinter die Ursache zu kommen. Die Huthis teilten mit, dass ihr Satellitensender Al-Massirah ohne Vorwarnung nicht mehr erreichbar gewesen sei. Der Sender werde seine Mission fortsetzen, „die amerikanischen und israelischen Akte der Piraterie gegen unsere Nation mit allen Mitteln zu konfrontieren“, teilten die Huthis mit.

Auch der Domainname der Nachrichtenwebsite Palestine Today, auf der die Haltung der Extremistengruppen Hamas und Islamischer Dschihad im Gazastreifen widergegeben wird, wurde von der US-Regierung unter deren Kontrolle gebracht. Beim Abruf war die gleiche Notiz wie bei den anderen Webseiten zu sehen.

Im Iran gibt es keine privaten Fernseh- oder Radiosender. Press TV berichtet hauptsächlich über internationale Angelegenheiten aus Sicht der iranischen Führung. Der Sender kritisiert häufig die britische und US-Außenpolitik scharf. Der Mutterkonzern, der staatliche Sender IRIB, befindet sich seit der Islamischen Revolution 1979 im Besitz von Hardlinern, die hinter der iranischen Regierung stehen.

Mehr: Ebrahim Raisi: Ein Hardliner als Staatschef

  • ap
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