Sanktionen verlängert Russland kritisiert Druck der USA auf Europa

Mit Handelsbeschränkungen strafte die EU Russland für die Annexion der Halbinsel Krim. Die EU verlängert die Sanktionen nun bis Januar kommenden Jahres. Russland kritisiert die USA und bezeichnet Europa als „willenlos“.
Update: 22.06.2015 - 12:01 Uhr 10 Kommentare
Die Strafmaßnahmen gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise sind nun bis Januar kommenden Jahres in Kraft. Quelle: dpa
Ein Supermarkt in Moskau

Die Strafmaßnahmen gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise sind nun bis Januar kommenden Jahres in Kraft.

(Foto: dpa)

Luxemburg/MoskauRussland hat die EU-Sanktionen gegen Moskau als Folge eines amerikanischen Drucks auf Europa kritisiert. „Die Europäer sind willenlos (...) und die USA wollen in der Welt dominieren. Dieses Ziel ist in ihren Doktrinen festgehalten“, sagte der Sekretär des Sicherheitsrats, Nikolai Patruschew, der russischen Tageszeitung „Kommersant“ (Montag).

Er sprach den USA ein ehrliches Interesse an einer Entspannung der Ukrainekrise ab. „In Wirklichkeit beunruhigt sie nicht, was in der Ukraine geschehen wird. Sie müssen schlicht Druck auf Russland ausüben, und das tun die USA“, sagte er kurz vor dem Deutschland-Besuch von US-Verteidigungsminister Ashton Carter.

Die Regierung in Moskau rufe niemanden auf, an der Seite der Separatisten in der Ostukraine zu kämpfen, sagte Patruschew. Russland könne aber nicht verhindern, dass Flüchtlinge aus der Ukraine von den Untaten der prowestlichen Führung in Kiew erzählten und sich Russen deswegen zum Kampf im Donbass meldeten.

Patruschew kritisierte Nato-Übungen nahe der Grenze zu Russland. „Einige Aktionen wirken eher wie Provokationen und nicht wie Militärmanöver“, sagte er. Dagegen reagiere der Westen „hysterisch auf jedes russische Flugzeug im internationalen Luftraum, das dort routinemäßig Dienst leistet“.

Trotz Milliardenverlusten für heimische Unternehmen hatte die EU die Wirtschaftssanktionen gegen Russland bis zum 31. Januar 2016 verlängert. So lange der Minsker Friedensplan zum Ukrainekonflikt nicht umgesetzt sei, werde es keine Lockerung der Handels- und Investitionsbeschränkungen geben, machten die EU-Außenminister am Montag in Luxemburg zu ihrem einstimmigen Beschluss klar. Einbußen für die europäische Wirtschaft nehme man in Kauf.

Mit der Koppelung der Sanktionen an den Friedensplan wollen die EU-Staaten den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu bewegen, seinen Einfluss auf die prorussischen Separatisten in der Ostukraine weiter für eine Beilegung des Konfliktes zu nutzen. Russland hatte aus Sicht seiner Kritiker die Separatisten im Bürgerkrieg auch mit Soldaten und Waffenlieferungen unterstützt.

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10 Kommentare zu "Sanktionen verlängert: Russland kritisiert Druck der USA auf Europa"

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  • @ G. Nampf

    >> Geschenkt ist geschenkt und wiedderholen ist gestohlen. >>

    Das Wiederholen ist auf Bitte von 95 % der Krim-Bevölkerung erfolgt.

    Oder wollen Sie etwa das Recht dieser Menschen bezüglich Schutz ihrer Kinder und sich selbst vor einer schiesswütigen, nazistischen und barbarischen Junta aus Kiew absprechen ?

  • Zitat: "Rechte (gegen USA) durchsetzen, sonst droht der Vasallenstaat"

    Was heißt denn hier "droht" ? Wenn man aufmerksam das Verhalten unserer Spitzenpolitiker gegenüber USA verfolgt, gewinnt man zwingend den Eindruck, Deutschland sei ein Bundesland der USA. Es ist doch keinerlei eigenständige Politik zu erkennen, sondern wir schwimmen stramm im Abwasser unserer amerikanischen "Freunde" ! BuKa Merkel ist ganz offensichtlich nicht in der Lage, irgend eine Entscheidung zu treffen, die nicht völlig parallel zu Ami-Politik läuft ! mwh

  • @ Margrit Steer:


    " Crutschow hat sie an die Ukraine geschenkt,..."

    Geschenkt ist geschenkt und wiedderholen ist gestohlen.

    Das lernt hierzulande jedes Kind.

  • Letztendlich geht doch alles um Macht. Was hätte man für eine Macht, wenn man Russland ,Putin und die ganzen Staaten drumherum in der Hand hätte. Es geht immer nur um Geld oder Macht. Die Menschen sind denen doch sch*** egal.

  • Zustimmung, Marc Hoffmann
    Die Doppelmoral der Deutschen Politiker ist fast nicht mehr zu ertragen
    Die Krim war immer russisch. Crutschow hat sie an die Ukraine geschenkt, da er selber aus der Ukraine kam.
    Die Amis sind doh nur sauer, weil sie dadurch nicht im schwarzen Meer ihre Kriegsschiffe stationieren können
    Aber wie ist es denn mit dem Irak-Krieg? Der war so völkerrechswidrig wir nur irgend was
    Und auch der Krieg im Kosovo, bei dem wir mitmachten, war völkerrechtswidrig.
    Also was plappert die dämliche Merkel da ständig?
    Und komisch auch, dass wir Sanktionen gegen Russland verhängen, uns somit selber schaden, aber Amerika macht weiterhin Geschäfte mit Russland
    Man muß so langsam fragen, ob alle euop. Regierungs-Chefs ihren Vestand versoffen haben

  • Da hat Putin rech. Die EU und vor allen Deutschland ist "willenlos" und bestimmt schon lange nicht mehr ihre Außenpolitik wie auch die anderen Politikfelder selbstbestimmend.

  • Am Samstag 20 Juni konnte man lesen das diese Wirtschaftssanktionen Deutschland einen Verlust von bis zu 500000 Arbeitsplätzen bedeuten und europaweit bis zu 2 Millionen.
    Die selbstgebastelte und von den USA gewünschte Krise würde nächstes Jahr 1 Prozent der Wirtschaftsleistung kosten, keine andere Volkswirtschaft wäre so stark betroffen wie die deutsche.
    27 Milliarden an Wertschöpfung in Deutschland und bis zu 100 Mrd. in der EU gingen verloren. Quelle :Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung.
    Aber wir haben ja genug Geld und soviel Arbeit das wir schon Menschen aus Afrika nehmen müssen um überhaupt all dem Herr zu werden.
    DiePolitikkasper welche Sanktionen beschlossen haben müßten mit ihrem Privatvermögen haften, dass tun die, welche ihre Arbeit Aufgrund der Sanktionen verlieren schließlich auch.
    Und wieder können weir erkennen wieso bei uns der Tatbestand des Hochverrats abgeschafft wurde

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • >> Mit Handelsbeschränkungen strafte die EU Russland für die Annexion der Halbinsel Krim. >>

    Vor allem strafte sich die EU mit diesen ILLEGALEN Sanktionen ( durch die UNO nicht legitimiert ) selbst.

    http://www.welt.de/142742046

  • Na toll! Das scheinen ja wahre Intelligenzbestien zu sein, diese Außenminister der EU-Staaten. Daß sie damit ebenfalls eine Verlängerung der Wirtschaftssanktionen Russlands gegen die EU beschlossen haben, scheint ihnen wohl entgangen zu sein. Russland hat diese jedenfalls schon angekündigt.

    Die Spatzen pfeifen es inzwischen von den Dächern, daß diese Sanktionen der EU-Wirtschaft letztendlich mehr schaden als der russischen Wirtschaft.

    Aber das scheint ja allmählich generell die Devise der EU-Politik zu sein; "Funktioniert so nicht, also noch mehr davon."

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