Sarmaras als Premier vereidigt Der Kampf um den Griechen-Rabatt ist eröffnet

Die neue griechische Regierung fordert einen Aufschub von zwei Jahren für ihre Sparauflagen. Dies käme Deutschland und andere Euro-Länder teuer zu stehen. Ob der Aufschub hilft, die Probleme zu lösen, ist zweifelhaft.
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Der neue griechische Regierungschef, Antonis Samaras (links), trifft den griechischen Staatspräsidenten Carolos Papoulias. Quelle: AFP

Der neue griechische Regierungschef, Antonis Samaras (links), trifft den griechischen Staatspräsidenten Carolos Papoulias.

(Foto: AFP)

DüsseldorfNach Monaten des politischen Stillstands hat Griechenland eine neue Regierung. Die konservative Nea Dimokratia bildet gemeinsam mit der sozialistischen Pasok und der Demokratischen Linken eine pro-europäische Regierung. Der Chef der Nea Dimokratia, Antonis Samaras, wurde Mittwoch bereits als Regierungschef vereidigt und will in den nächsten Stunden seine Mannschaft und seine Prioritäten vorstellen. Dabei ist eine harte Auseinandersetzung mit den Geldgebern in der EU und beim IWF programmiert.

Seit April sind die Griechen wegen zweier Wahlen bei der Umsetzung ihrer Sparauflagen keinen Schritt weiter gekommen. Die Troika aus IWF, EZB und Eurogruppe hatte den Griechen im Gegenzug für Finanzhilfen in Höhe von 164,5 Milliarden Euro bis 2014 harte Sparauflagen verordnet.

Die erste Forderung der neuen Regierung richtet sich jedoch an die internationalen Geldgeber: Samaras und seine Koalitionspartner wollen die Sparauflagen für Griechenland um mindestens zwei Jahre strecken. Wegen des Zeitverlusts durch die Wahlen ist bereits absehbar, dass die Griechen ihre Sparziele für 2012 verfehlen.

Politiker aus anderen Euro-Ländern haben bereits Kompromissbereitschaft signalisiert. "Ich kann mir gut vorstellen, über Zeitachsen noch einmal zu reden", hatte Bundesaußenminister Westerwelle am Sonntagabend gesagt. Zugleich bekräftigte er: „Die Substanz der Reformen ist nicht verhandelbar.“ Bundeskanzlerin Merkel wies dagegen die Debatte über einen Rabatt für die Griechen zurück. Wenn die Sparziele für Griechenland gestreckt würden, bräuchte das Land weitere Finanzhilfen der anderen Euro-Partner. Laut Wall-Street-Journal soll ein Betrag von 16 Milliarden Euro im Gespräch sein.

Die Summe könnte jedoch deutlich höher ausfallen, je nachdem welche Annahmen man für Ausgaben, Steuereinahmen und das Wirtschaftswachstum trifft. Unter den bisherigen Annahmen hätte Griechenland bei einer Verschiebung der Sparziele um zwei Jahre nach Berechnungen von Handelsblatt Online bis 2014 einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 24 Milliarden Euro. Hinzu käme ein zusätzlicher Kapitalbedarf von 11,1 Milliarden Euro für 2015 und 2016. Insgesamt würde sich die Summe bis einschließlich 2016 dann auf 35, 5 Milliarden Euro belaufen. Nach den bisherigen Planungen sollen sich die Griechen bereits ab 2015 wieder selbst am Kapitalmarkt refinanzieren.

Wenn sich Deutschland entsprechend seines EFSF-Anteils von 29,1 Prozent an zusätzlichen Krediten für Griechenland beteiligen würde, wären dies mehr als 10 Milliarden Euro. An früheren Hilfspaketen für Griechenland hat sich zwar auch der Internationale Währungsfonds (IWF) beteiligt, doch diesmal ist es unwahrscheinlich, dass er mitzieht. Beim neuen Hilfspaket vom März hat der IWF seinen Anteil reduziert. IWF-Chefin Lagarde machte klar, dass der IWF zwar seine Expertise aber kein zusätzliches Kapital bereit stellt.

Die utopischen Ziele der Troika
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68 Kommentare zu "Sarmaras als Premier vereidigt: Der Kampf um den Griechen-Rabatt ist eröffnet"

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  • Wer organisiert eine Großdemonstration in Berlin ? Ich fahre sofort dort hin und bringe noch 10 weitere Leute mit !

  • @ Lusche

    Aber das ist doch genau der Punkt. Lagarde hat verallgemeinert ob aus Dummheit oder gezielt, lassen wir das sei einmal dahin gestellt. Hätte Lagarde die Drahtzieher konkret benannt, hätte sie sogar Beifall vom Normalo-Griechen ernten können. Das tat sie aber nicht, wohlwissend, dass sie selbst auch keine Steuern zahlt und mit diesem Fakt hätten die "wissenden Drahtzieher" zurückgeschossen; wohl allzu peinlich für Madame Lagarde. Das Ganze läuft sehr geschickt die griechischen Politbetrüger schimpfen auf "die Deutschen" und die europäischen (deutschen) Drahtzieher schimpfen auf die Griechen.
    Nur eine Frage: Wie oft haben wir in den letzten 5 Jahren von einem deutschen Politiker, den Vorschlag gehört: Man müsse die hinterzogenen griechischen Steuergelder in Deutschland, Schweiz und Europaweit beschlagnahmen und dem Griechischen Staat zur Finanzierung seiner Schulden zuführen. Ich persönlich gerade 2-mal in 5 Jahren, einmal von Gysi und einmal von Lafontaine. Von merkel schäuble rösler etc.etc. keinen einzigen Ton. Muss man da nicht stutzig werden. Da werden über Milliardenpakete für Rettungsschirme debattiert, zu Lasten des Deutschen Steuerzahlers versteht sich, aber auf die Idee die hinterzogenen Vermögen der griechischen Steuerhinterzieher hier in Deutschland und Europa zu beschlagnahmen darauf kommt kein einziger Regierungspolitiker; da muss doch was faul sein.
    Empfehle folgenden ARD-Beitrag vom 17.06.2012
    Griechenland: Spargroschen und Steuermilliarden: Euro-Kapitalflucht ins Ausland
    Link: http://mediathek.daserste.de/sendung-verpasst/10867266_weltspiegel/10867304_griechenland-spargroschen-und-steuermilliarden-

  • @ Runter
    Wenn Sie "dieses Gesocks" beim Namen nennen oder auch nur beruflich eingrenzen, haben Sie meine volle Zustimmung.
    Sie bringen die Sache ansonsten, genau auf den Punkt.
    Es verdichtet sich bei mir schon seit längerem der Verdacht, dass da gewisse "europäische Kreise" mit unter der "griechischen Polit-Decke" stecken; denn das was sich hier abspielt, kann mit politischer Dummheit, Ahnungslosigkeit oder Naivität nicht mehr erklärt werden; kein Mensch kann so dumm sein. Es verdichtet sich der Verdacht einer "europäisierten Korruption", getarnt durch politische Dummheit und gespielter Ahnungslosigkeit. Da werden nur noch Scheingefechte geliefert, wobei das Ergebnis schon im Voraus festzustehen scheint; ebenso die Kontostände gewisser Politakteure. Ob gríechisch, europäisch oder deutsch macht da keinen Unterschied. Die Leidtragenden sind auf alle Fälle alle europäischen Steuerzahler, insbesondere die Deutschen.

  • Nein, Nein, Nein dem kann und möchte ich so nicht zustimmen. Wer verallgemeinert liegt meines Erachtens immer falsch. Denken Sie mal an die Kinder in griechischen Kinderheimen.
    Wenn sich ihre Kritik auf samaras, venizelos, tsipras, papoulias,glezos und Konsorten bezieht, die reichen Reedern die Steuerfreiheit sogar verfassungsmäßig garantieren und sich nicht scheuen wehrlose Kinderheime mit Steuerzahlungen auszuplündern, dann bin ich voll auf ihrer Seite. Ich kenne einige Griechen hier in Deutschland und möchte auch diese in diese Kritik nicht mit einbeziehen.
    Wir müssen uns auf die Drahtzieher konzentrieren, sowohl auf Griechischer, wie Deutscher und Europäischer Ebene. Dabei kommen wir mit Verallgemeinerungen nicht weiter und treffen damit Unschuldige, die noch mehr zu leiden haben unter dieser ganzen Sauerei, wie wir. Das kann und darf es nicht sein.

  • türkische Kapitän 1200 Euro und griechischer 5300 Euro um genau zu sein. Wenn man davon aus geht, dass der Grieche KEINE Steuern bezahlt, verdient er mehr als das Doppelte, als ein Assistenzarzt in einem Deutschen Krankenhaus mit einer 90 Stundenwoche incl. Nacht und Wochenend-Dienste oder das Doppelte einer IT-Fachkraft oder das Doppelte eines Facharbeiters bei Daimler Benz oder BMW in der freien Wirtschaft; bei einem Renteneintritt mit 67 wohlgemerkt. Für diese griechischen Löhne gehen wir mit Milliarden in die Verschuldung. Zwangsläufige Folge: schon in der Zeit vom 21.06.2006 (http://www.zeit.de/online/2006/52/Rente-Kommentar)
    wird uns daher der Renteneintritt mit 80 !!! schmackhaft gemacht. Daran können wir schon sehen wohin das Ganze in diesem Chaoten-Staat führen wird. Besonders bezeichnend der Satz in diesem Beitrag zitiere:"Die gesetzliche Rente wird künftig ohnehin nur noch eine Art GRUNDSICHERUNG sein." Man geht also davon aus, uns nur noch mit einer Art Grundsicherung zu beglücken; dafür dürfen wir dann demnächst halb Europa mitversorgen.
    Leute ich sage Euch es ist 1 Sekunde vor 12; wenn wir uns jetzt nicht aufraffen und nach Berlin spazieren und der Angie einen informativen Besuch abstatten, dann Gute Nacht meine Herrn; wir treffen uns dann mit 80-zig unter der Brücke wieder (falls wir dort noch ein Plätzchen finden werden)

  • @ Stetson
    Wenn man als GR Geldelite mit korupten Politikern im Bunde das eigene Land so in den Abgrund gefahren hat, tut man gut daran die Verantwortung zu verschleiern. Dies funktioniert zur Ablenkung des eigene Volkes und der dummen Welt über die GR Medien am besten
    MIT EINEM FEINDBILD.
    Wie in Italien auch. Auch wenn man helfende Hände beissen muß. Und wie man sieht funkioniert es vorzüglich.

    Leider bei Ihnen auch.

    Schönen Tag noch.

  • @ Lilly

    Dacht ich mirs doch. Lilly vor genau 5 minuten hab ich Novaris geantwortet und dort meinen Verdacht geäussert, dass Tsipras, als Sohn eines bekannten griechischen Bauunternehmers, mit samaras und venizelos unter einer Decke steckt und nur zum Schein den "bad guy" mimt.

  • @rokober
    vollkommen richtig.

    Urlaub in Griechenland ? Statt unseren Tourismus in Deutschland zu unterstützen, fahren ca. 2,2 Mio. Deutsche nach Griechenland und geben dort pro Kopf durchschnittlich 697 Euro aus (Zahlen aus 2009). Wir tragen also Jahr für Jahr 1.533.400.000 Euro nach Athen. Geld was unserer heimischen Wirtschaft fehlt. Auf 10 Jahre gerechnet sind das knapp 16 Mrd. Euro. (Zins und Zinseszins noch gar nicht eingerechnet.
    Wenn ich mir diese Zahlen so anschaue mache ich lieber in Deutschland Urlaub und unterstütze damit unsere eigene Wirtschaft. Da spar ich mir den Flug, tu damit was für die Umwelt und lerne endlich mal die schönen Ecken in Deutschland, vor allem die im Osten, kennen.
    So bleibt das Geld im Land und sorgt für unsere Arbeitsplätze.
    2013 werden dann die Politstümper aus Berlin entfernt. CDU/CSU 3% FDP 1% SPD und GRÜNE jeweils 5%.
    Dafür Freie Wähler 60 % Piraten 12 %

  • @Novaris
    Genauso läuft es. Würde mich nicht wundern, wenn die das Wahlergebnis, so manipuliert hätten, dass jetzt wieder die alten Politbetrüger frei schalten und walten können. Man beobachte nur mal die Gesichtsmimik von samaras und venizelos; die Szenen könnten dem Film "der Pate" entsprungen sein.
    Der angeblich ultra-linke Tsipras ist Sohn eines bekannten griechischen Bauunternehmers. Noch Fragen ?
    Wer hier nicht kapiert, dass diese Brüder alle das gleiche Ziel verfolgen, dem ist nicht zu helfen. Die griechischen Politbetrüger lachen sich alle halbtot über die Pfeifen aus Berlin. Tsipras spielt den "bad guy" in dieser Schmierenkomödie und spielt samaras und venizelos gekonnt in die Hände. Der "schlaue" Teil der Griechen weiß das, schweigt und spielt das Spiel mit; denn es ist ja nicht sein Geld, sondern das der verhaßten Deutschen.
    merkel und schäuble haben nicht den Hauch einer Ahnung von der griechischen Mentalität. Würde mich nicht mal wundern, wenn da alle unter einer Decke stecken. Mit Dummheit lässt sich das doch kaum noch erklären, was da in Berlin abläuft.
    Zur weiteren Vertiefung empfehle ich meinen Kommentar
    DEUTSCHE ENTEIGNUNG und wie sie wirklich abläuft TEIL 1-3
    unter dem link:
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/geld-im-ausland-die-griechen-fluechten-vor-dem-bankrott/v_detail_tab_comments/6753616.html.

  • @ForzaEURO Teil 2
    Laut seiner Aussage hätten die griechischen Behörden schon seit Jahren!!!! tätig werden können, haben aber dies bis zum heutigen Tag noch nicht getan.
    Statt jetzt endlich, diese Steuerhinterziehungsgelder in Höhe von über 100 Milliarden Euro (allein in der Schweiz) im Rahmen der Rechtshilfe nach Griechenland zurückzuholen, schreit die neue griechische Regierung mit ihrer allerersten Forderung schon nach neuen 35,5 Milliarden allein bis 2016 und fordert eine Streckung der Sparziele um ganze 2 Jahre.

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