Satelliten-Aufklärung Deutsch-Französische Zusammenarbeit ausgeweitet

Einem Insiderbericht zufolge will sich der Bund mit 210 Millionen Euro am Satelliten-System CSO beteiligen. Deutschland und Frankreich erneuern derzeit ihre Satelliten und tauschen Bilder aus dem All untereinander aus.
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Ganz schön eng: Rund 8500 zurückgelassene Trümmerteile früherer Weltraummissionen kreisen inzwischen neben intakten Satelliten wie ein dichter Bienenschwarm um die Erde. Quelle: dpa
Satelliten umkreisen die Erde

Ganz schön eng: Rund 8500 zurückgelassene Trümmerteile früherer Weltraummissionen kreisen inzwischen neben intakten Satelliten wie ein dichter Bienenschwarm um die Erde.

(Foto: dpa)

BerlinDeutschland will die Zusammenarbeit mit Frankreich bei der militärischen Satellitenaufklärung nach Angaben aus Parlamentskreisen ausweiten. Das Verteidigungsministerium wolle sich mit 210 Millionen Euro am künftigen französischen Aufklärungssystem CSO (Composante Spatiale Optique) beteiligen, um mehr Zugriff auf dessen optische Satellitenbilder zu erhalten, sagte ein Vertreter aus Haushaltskreisen am Montag nach einer Obleute-Unterrichtung durch das Ministerium der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Haushaltsausschuss muss dem Vorhaben noch zustimmen. Außerdem wollten Deutschland und Frankreich noch in diesem Jahr eine technische Vereinbarung zur Entwicklung einer europäischen Drohne unterzeichnen. Daran ist auch Italien beteiligt.

Deutschland und Frankreich arbeiten schon bisher in der Satelliten-Aufklärung eng zusammen und tauschen ihre Ergebnisse untereinander aus. Diese ergänzen sich, da die deutschen Satelliten ihre Radar-Bilder auch bei Nacht und durch die Wolkendecke hindurch erstellen können, während die optischen Satelliten des französischen Systems Helios die Bilder bei klarem Wetter liefern.

Derzeit erneuern sowohl Deutschland als auch Frankreich ihre Aufklärungssatelliten. Bei der Bundeswehr soll das neue System namens Sarah für rund 950 Millionen Euro ab 2019 den Vorgänger SAR-Lupe (Synthetic Aperture Radar) ersetzen, mit dessen fünf Satelliten das deutsche Militär seit 2008 die Erde aus 500 Kilometern Höhe bis in den letzten Winkel ausspähen kann.

Sarah soll nur noch aus drei Satelliten bestehen, aber eine bessere Leistung als das Vorgängersystem liefern, dessen Auflösung bereits bei unter einem Meter liegt. Die Beschaffung des neuen Systems wurde 2013 beschlossen, gebaut wird es vom Bremer Raumfahrtkonzern OHB und Airbus . Zu den wesentlichen Zulieferern zählt der französische Konzern Thales.

Das Verteidigungsministerium strebt auch künftig eine enge Kooperation mit Frankreich an, will zugleich aber die optische Aufklärung verstärken. Dazu hatte es unterschiedliche Möglichkeiten geprüft.

In der Debatte war vertraulichen Unterlagen zufolge unter anderem die Beschaffung eines eigenen optischen Satelliten für 170 Millionen Euro, um ihn dem Helios-Nachfolgesystem CSO beizustellen. Dies soll nun nach Angaben aus Haushaltskreisen nicht geschehen, stattdessen kommt die finanzielle Beteiligung an CSO.

  • rtr
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