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Saudi Aramco Nach Drohnenangriff: Die Ölproduktion Saudi-Arabiens ist erheblich gestört

Mit dem Angriff auf die Ölgroßanlage von Saudi Aramco in Abqaiq ist das Herz der saudischen Ölindustrie getroffen worden. Aramco ist der größte Ölförderer der Welt.
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Der saudische Staatskonzern Aramco fördert täglich elf Millionen Barrel Rohöl. Quelle: AFP
Ölraffinerie südlich von Riad

Der saudische Staatskonzern Aramco fördert täglich elf Millionen Barrel Rohöl.

(Foto: AFP)

Berlin Der Iran hat immer wieder damit gedroht, dass er auch seinen Rivalen die Ölausfuhren verunmöglichen werde, wenn er kein Öl mehr exportieren könne. Mit der Großanlage in Abqaiq im Osten des Königreichs hat der Drohnenangriff am Samstag das Herz der saudischen Ölindustrie getroffen: Das Werk des saudischen Ölriesen Saudi Aramco gilt als „die größte Rohölstabilisierungsanlage der Welt“: Dort werden täglich sieben Millionen Barrel (je 159 Liter) oder rund sieben Prozent des weltweiten Ölverbrauchs so gereinigt und von Schwefel befreit, dass sie exportfähig werden.

Ohne diese Aufbereitung kann das saudische Rohöl in den meisten Raffinerien nicht verarbeitet werden. Bei der Drohnenattacke auf Khurais wurde eines der weltgrößten Ölfelder getroffen. Seit 1963 wird dort Öl gefördert, erst seit 2009 allerdings wird das Ölfeld voll entwickelt, und es soll dort neben Öl auch Gas produziert werden.

Aramco ist mit Förderkapazitäten von mehr als elf Millionen Barrel am Tag der mit Abstand größte Ölförderer der Welt. Mit 111,1 Milliarden Dollar machte der staatliche Ölriese 2018 mehr Profit als Apple, Google und Exxon-Mobil zusammen.

Momentan wird Aramco so umgebaut, dass er vermutlich bereits im kommenden Jahr an die Börse gebracht werden kann. Insgesamt sollen nach dem Willen des mächtigen saudischen Kronprinzen fünf Prozent der Aramco-Anteile an die Börse gebracht werden und beim mit Abstand größten Börsengang der Welt 100 Milliarden Dollar einspielen.

Die Aramco-Aktien sollen zuerst an Riads Börse Tadawul notiert werden und dann in Tokio, Hongkong, London oder New York, heißt es aus Kreisen von Investmentbanken. „Die Attacken können Aramcos IPO-Pläne erschweren”, sagte Ayham Kamel, Experte für den Mittleren Osten und Afrika bei der Eurasia Group. Die Tadawul eröffnete den Aktienhandel am Sonntag mit mehr als drei Prozent minus.

Der Iran war lange nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Ölproduzent des Ölexportkartells Opec. Aber die 2018 von US-Präsident Trump verhängten Sanktionen gegen das iranische Finanzsystem und den persischen Energiesektor haben zu einem Einbruch von Teherans Rohölexporten von 2,8 Millionen auf unter 500.000 Fass täglich geführt.

Mit Milliarden-Investitionen in Raffinerie- und Petrochemie-Komplexe in Indien und China will vor allem Saudi Aramco bisherige iranische Ölgroßkunden künftig saudisches Rohöl verarbeiten lassen und mit diesen Maßnahmen Iran ökonomisch aus wichtigen Weltmärkten verdrängen. In Saudi-Arabien fand 1931 erstmals der Ölkonzern Standard Oil des US-Milliardärs John Rockefeller den begehrten Rohstoff. Die Anlagen wurden später verstaatlicht und zur Saudi Arabian Oil Company (Aramco).

Mehr: Die Attacken auf saudische Ölanlagen dürften auch den geplanten milliardenschweren Börsengang von Saudi Aramco verkomplizieren. Zudem droht ein neues Wettrüsten in der Region.

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