Schäubles Zehn-Punkte-Plan Totalitäre Transparenz

Die Empörung der Bürger über die Tricksereien in Steueroasen wie Panama ist verständlich. Trotzdem: Auch für Vermögen sollte es einen Schutz der Privatsphäre geben. Der öffentliche Pranger ist der falsche Weg. Eine Analyse.
Transparenzregister als Antwort auf Briefkastenfirmen-Skandal. Quelle: dpa
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)

Transparenzregister als Antwort auf Briefkastenfirmen-Skandal.

(Foto: dpa)

„Geheimnisse sind Lügen, Datenschutz ist Diebstahl.“ So beschreibt der amerikanische Autor Dave Eggers in seinem satirischen Bestseller „Der Circle“ die schöne neue Digitalwelt totaler Transparenz. Diese Dystopie wird nun offenbar viel schneller von der Wirklichkeit überholt als befürchtet. Und zwar – ganz im Sinne der Orwell’schen Sprachverwirrung – nicht als Schreckensversion, sondern als Heilsversprechen.

Totale Transparenz ist nämlich die Parole, mit der Politiker jetzt auf die Veröffentlichung der „Panama Papers“ reagieren. Nicht neue Technologien öffnen dem Überwachungsstaat die Türen, sondern der geballte und von der Politik kanalisierte Volkszorn gegen vermeintliche und tatsächliche Steuersünder und Geldwäscher.

Torsten Riecke ist International Correspondent. Quelle: Pablo Castagnola
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Torsten Riecke ist International Correspondent.

(Foto: Pablo Castagnola)

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