Schattenwirtschaft Schwarzarbeit ist kein Zukunftsmodell

Viel Beschäftigung, gute Konjunktur und steigende Löhne. Immer weniger Menschen arbeiten schwarz. Wie fast überall in ganz Europa, wird die Schattenwirtschaft auch in Deutschland kleiner.
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Seit 2004 sank ihr Anteil am BIP in Deutschland um 5,3 Prozentpunkte, in Griechenland mit 6,6 Prozentpunkten sogar am stärksten der untersuchten Industriestaaten. Quelle: dpa
Schwarzarbeit

Seit 2004 sank ihr Anteil am BIP in Deutschland um 5,3 Prozentpunkte, in Griechenland mit 6,6 Prozentpunkten sogar am stärksten der untersuchten Industriestaaten.

(Foto: dpa)

BerlinSchwarzarbeit ist kein Zukunftsmodell. In diesem Jahr wird sie weiter sinken. Das erwarten jedenfalls Friedrich Schneider von der Universität Linz und Bernhard Boockmann vom Tübinger Institut für angewandte Wirtschaftsforschung, die jedes Jahr im Februar die Schattenwirtschaft vermessen. Ursache dafür ist die anhaltend gute Konjunktur, verbunden mit der guten Lage am Arbeitsmarkt.

„Bessere Beschäftigungsmöglichkeiten führen dazu, dass weniger Personen ihre Arbeitskraft in der Schattenwirtschaft anbieten“, schreiben die Experten. An Fiskus und Sozialversicherungen vorbei dürften in diesem Jahr mit 330 Milliarden Euro sechs Milliarden Euro weniger erwirtschaftet werden als 2016. Der Anteil der Schattenwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird damit auf 10,4 Prozent sinken.

Der Anreiz schwarz zu arbeiten, sank auch wegen des Abbaus der Kalten Progression, ist Schneider überzeugt. Denn wenn bei Lohnerhöhungen der Steuertarif steigt und weniger im Portemonnaie bleibt, dann „ist das Anreiz“ für Schwarzarbeit, so Schneider. Zwei Drittel der Schwarzarbeit in Deutschland ist laut Schneider Nebenerwerbsarbeit: Der Fliesenleger, der abends und am Wochenende bar hinzuverdient, sei dafür typisch, ebenso der Babysitter und die Putzfrau. Vor allem im Handwerksbereich dürften Steuersenkungen immer auch die Schattenwirtschaft zurückdrängen.

Der Mindestlohn zeigt demgegenüber auf ganz Deutschland gesehen kaum Verdrängungseffekte in Richtung Schattenwirtschaft. Seine Erhöhung dürfte den Schwarzarbeitsumsatz lediglich um 300 Millionen Euro steigern, so die Studie. Allerdings sei der für ganz Deutschland geringe Effekt regional höchst unterschiedlich ausgeprägt.

„In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen arbeitet ohnehin fast niemand auf Mindestlohn-Niveau“, sagte Schneider. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg dürften der Mindestlohn und jetzt seine Erhöhung aber durchaus legale Arbeit ins Schattenreich verdrängen, ist Schneider überzeugt.

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25 Kommentare zu "Schattenwirtschaft: Schwarzarbeit ist kein Zukunftsmodell"

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  • Ich denke auch, das eigentliche Problem ist die "Staatsquote".
    Der "Normal" Verdiener kann sich davon abgesehen doch überhaupt gar keinen offiziellen Handwerker mehr leisten ! Wobei ich den Handwerksbetrieben nicht mal einen Vorwurf machen will.
    Einer meiner Ex Chefs, hat mir mal gezeigt was ich als Angestellter tatsächlich koste. Zu dem Brutto das man als Arbeitnehmer auf dem Lohnzettel sieht kommen ja noch etliche Abgaben ( Berufsverbände ect ) oben drauf.
    Es hat mich nachhaltig schockiert als ich sehen konnte wie wenig am Ende für den Arbeiter / Angestellten tatsächlich übrigbleibt.
    Wenn man auch diese versteckten abgaben berücksichtigt... dürfte die Brutto Netto Quote bei 60 zu 40 wenn nicht sogar 70 zu 30 liegen !!
    Kein wunder das jeder was immer möglich am Staat vorbei verdient.

  • Herr Meyer,

    das kleiner Vermögen der Deutschen ist schon seit jahrzehnten bekannt und hat sich in den Verhältnissen noch nicht gegenüber anderen Länder geändert.

    Und das wird es auch nicht. Dafür sorgen unsere Politiker schon. Die brauchen sich darauf keine Gedanken zu machen, weil sie oft hohe Pensionen bekommen.

    Was interessiert das einen Politiker?

  • Herr Meyer,

    das meine ich doch. DIn Rücklagen gibt es nicht, weil verfühstückt und ein Mindestbeitrag oder der Mindestbeitrag für Scheinselbstständige ist nicht nur eine Makulatur sondern eine Farce mit grossen Nachwehen.

    Besonders für viele Migrierten die die Selbstständigkeit befeuern und die Politik auch noch stolz darauf ist.

    Die eigentlichen Gefahren sind unsere Politiker die es in den letzten beiden Jahrzehnten nicht geschafft haben ein vernünftiges Altersicherungssystem aufzubauen.

    Stattdessen werden sämtliche privaten Versorgungsbezüge -sog dritte Säule- seit 2005 versteuert. Und die Nullzinspolitik nutzt keinem Bürger und nur den Staaten.

    Und den Rest schafft die demografische Entwicklung in den nächsten Jahren, wenn uns die sog. 'Babybommer' in den Ruhestand gehen und diese sukzessive durch Menschen mit fremden Religionen, Kultur und Weltanschauung in Deutschland ersetzt werden soll.

    Die größte Eselei ist es das den Politikern abzunehmen und daran zu glauben, dass das uns gelingen wird.

    Dabei ist schon die Migration mit ihrer Segregation gg. Die Wand gefahren.

    Einige scheinen das noch nicht erkannt zu haben oder leben weiter in ihrer Ignoranz sowie die Kanzlerin & Co.

  • @Hans Mayer
    Dafür gibt es doch jetzt den "Arbeiter- und Armenmann Versteher" Martin Schulz von der SPD. Der sorgt für Gerechtigkeit...dass alles so bleibt wie es ist. Ich kann mir nämlich kaum vorstellen, dass dieser Menschen auf sein politisches Gehalt verzichten wird und wenn er Kanzler sein sollte auf sein Kanzlergehalt. Da lobe ich mir dann schon Trump...der will das Präsidentengehalt erst gar nicht annehmen.

  • Hier mal was von "Statista.com"
    Die deutschen sind fleissig und gut, Das zahlt sich aus!

    Pro Kopf Vermögen in Tausend
    Schweiz 157
    USA 138
    GB 86
    Deutschland 44

    An den Arbeitstätigen kann es also nicht liegen, Ganz einfach, es liegt an der Politik, der feindlichen Politik der eigenen Bevölkerung gegenüber.
    Die deutschen verarmen, trotz Arbeit

  • @Herr Schwarz, aber gerade derjenige der Abhängig beschäftigt ist, wird doch im Alter auch im kurzen Hemd dastehen, oder Glauben Sie, dass die 49% Rentenanspruch den meisten reichen werden?

  • wann wachen die Leute in Deutschland endlich auf frag ich mich immer...
    ich sitze im Büro und verdiene gutes Geld, draußen machen sich die Leute den Buckel krumm für vll 1.000€ netto.

    Wenn man diesen Leuten aber dann versucht zu sagen, dass eben unsere "Super-Politiker" etc. daran Schuld sind und eben nicht der abartig brutale Altnazi aus Ostdeutschland, dann bekommen diese Leute immer Angst, dass man Ihr Weltbild zerstört... ganz komsich immer.

    Jeder der wenig verdient, sollte endlich mal die Kraft aufwenden, dagegen anzugehen. Findet euch zusammen etc. und zeigt endlich, dass es so nicht mehr geht.

    Ihr werdet von vorne bis hinten verarscht und merkt es nicht mal xD

  • Vor 50 Jahren hat ein Durchschnittsverdiener nur einen halb so hohen prozentualen Steuersatz gezahlt als heute.
    Vor 80 Jahren zahlte er ein einziges Prozent "Bürgersteuer" die 1944 in Lohnsteuer umbenannt wurde.
    Vor 50 Jahren durfte man 3 Monatsgehälter im Jahr steuerfrei dazuverdienen.
    Trotz der Steuererhöhungen der letzten Jahre und er Steuereinnahmen die ständig steigen, kann der Staat werden Autobahnen noch Straßen oder sonstige Infastruktur
    in Stand halten, geschweige den neue errichten, genau so wie im Mittelalter.
    Aber wir geben 800 Milliarden für Sozialleistungen im Jahr aus.
    Das sind monatlich 1000 Euro für jeden, oder 2000 Euro für die Hälfte die bedürftig sind, während die andere Hälfte 2000 Euro abgezogen bekommt.
    Schwarzarbeit hat Goldenen Boden

  • Nicht vergessen sollte man die vielen Möglichkeiten die uns gerade die Politik verschaffen hat und man keinen Meister mehr braucht.

    Das beförderte viele Gesellen in die Selbstständigkeit mit obskuren Berufszweigen ohne Meisterprüfung und damit auch fatalen Spätfolgen für das SozialSystem, da gerade bei vielen Handwerkern das Kaufmännische komplett fehlt. Wenn man jetzt von Schwarzarbeit oder Schwarzgeld sehr gut lebt und 'auftrumpelt' wie Millionäre, heisst es noch lange nicht, dass diese Menschen es auch noch im Alter können, wenn sie sich im Ruhestand befinden werden und der Staat dann für ihr kaufmännisches Versagen gerade stehen muss.

    Der Staat wird von einem Großteil mehrfach beschissen. Jetzt mit Schwarzarbeit oder mit den Barzahlung und später im SozialSystem, weil es vorne unten hinten nicht reichen wird und diese Couleur sich abgemeldet hat bzw. zu wenig eingezahlt.

    Und das ist auch in vielen anderen Berufen nicht viel besser, die auch eigentlich nicht in der Lage sind für sich vorzusorgen und Rückstellungen zu bilden.

    Was soll es. Der Staat macht es ja auch nicht für seine Pensionäre.


  • Ein Staat der seine Grenzen nicht schützen kann, hat ohnehin kein Recht Steuern zu erheben. Da er, von daher, kein Staat mehr ist.

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